Kreis errichtet Impfzentrum

Corona: In Heusenstamm sind 1800 Impfungen pro Tag möglich

Das Impfen kann beginnen: Landrat Oliver Quilling (links), Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann und Thomas Liedke (medizinischer Leiter der Ecolog GmbH) im Impfzentrum auf dem Campusgelände in Heusenstamm.
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Das Impfen kann beginnen: Landrat Oliver Quilling (links), Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann und Thomas Liedke (medizinischer Leiter der Ecolog GmbH) im Impfzentrum auf dem Campusgelände in Heusenstamm.

Auf dem Campusgelände in Heusenstamm ist in den vergangenen Tagen das Impfzentrum für die 13 Kommunen des Kreises errichtet worden: Sobald das Land Hessen den Startschuss gibt, sind dort 1800 Impfungen pro Tag möglich.

Heusenstamm – Weil diese Summe weder die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes noch ehrenamtliche Helfer leisten können, hat der Kreis Offenbach den Dienstleister Ecolog Deutschland GmbH beauftragt, dessen Mitarbeiter die Impfungen durchführen werden. „Daneben war uns wichtig, keine Einrichtung wie Turnhallen oder Bürgerhäuser zu belegen“, betont Landrat Oliver Quilling, denn das Zentrum wird zunächst für 250 Tage beauftragt. Sollte bis zum Mai wieder ein öffentliches Leben stattfinden können, wollte man dann keine öffentlichen Einrichtungen „blockieren“.

Die Terminvergabe läuft zentral über das Land Hessen. Schritt für Schritt – angefangen bei den Senioren beziehungsweise den Risikogruppen – werden Bürger eine Einladung zum Impftermin erhalten. Das Zentrum wird dabei sieben Tage die Woche von sieben bis 22 Uhr betrieben und 24 Stunden von einem Sicherheitsdienst überwacht. Eine Impfpflicht besteht in Deutschland nicht.

Corona-Impfung in Heusenstamm: Zunächst wird am Eingang Fieber gemessen

Bei einem Rundgang erläutert Thomas Liedke, medizinischer Leiter bei Ecolog, den Ablauf eines solchen Termins: Am Eingang wird Fieber gemessen, denn Impfungen sind bei akuten Infektionen nicht möglich. Auf diese Weise werde gleichzeitig mögliche Covid-19-Fälle „abgefangen“. Um eine angemessene Lautstärke beim Sprechen sollte man sich bemühen, den die Lüftungsanlage sorgt für ein gewisses Grundrauschen, während Worte durch die Maske gedämpft werden. An neun Schaltern werden die Personalien sowie die Einladung geprüft. „Wenn jemand ohne Termin vor der Tür steht, müssen wir ihn leider wieder wegschicken“, erläutert Liedke.

Zwar habe jeder einen Anspruch auf den Schutz, doch müsse man aus logistischer Sicht entsprechend agieren. Die Einbahnstraße führt danach zunächst in den Wartebereich, anschließend in den Aufklärungsbereich, wo ein Film über die Wirkweise des Impfstoffes informiert. „Wer dann noch Redebedarf hat, dem steht ein Arzt in einem Vieraugengespräch zur Verfügung“, verspricht Lieke. Von dort werden die Menschen via Ampelsystem in eine der insgesamt 22 Impfkabinen gelotst und folgen dabei dem „unreinen Weg“ durch das Zelt. Das „reine“ Pendant dazu wird lediglich von dem medizinischen Personal genutzt. „Bevor der Stoff subkutan injiziert wird, muss er erst aufbereitet werden“, so Liedke.

Etwa eine halbe Stunde Aufenthalt im Heusenstammer Impfzentrum geplant

Zweimal in der Woche erhält das Zentrum eine Lieferung, die bei minus 70 Grad Celsius gelagert wird. Die Kühlräume befinden sich außerhalb des Zeltbaus. Während die einzelnen Bereiche lediglich durch Stellwände abgetrennt sind, ist der Aufbereitungsraum noch einmal völlig abgekapselt und für „Publikumsverkehr“ unzugänglich. Nach dem Piks geht es in einen weiteren Wartebereich, in dem sich die Menschen für eine Viertelstunde aufhalten müssen, im Fall von Allergien oder anderen Beschwerden reagieren zu können. Liedke ergänzt: „In jedem Bereich wird medizinisches Personal anwesend sein.“ Nach diesen 15 Minuten erhalten die Geimpften ihren Impfpass zurück – sofern dieser an der Anmeldung abgegeben worden ist – und den zweiten Impftermin. Diesen setzt der Hersteller Biontech für die Wirksamkeit voraus. Der Aufenthalt im Impfzentrum wird etwa eine halbe Stunde betragen. Wie reibungslos die Terminvergabe ablaufen wird, kann indes noch niemand schätzen. „So etwas hatten wir in der Republik noch nie“, so Quilling.

Menschen, die das Zentrum nicht selbst besuchen können, werden von mobilen Teams beispielsweise im Seniorenheim besucht. Über die öffentlichen Verkehrsmittel ist das Impfzentrum über die S-Bahn-Linie S2 sowie die Buslinien X19, OF-30 und OF-96 zu erreichen. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Zum Ablauf der Terminvergabe über Onlineportal, Hotline und Brief wird das Land Hessen noch weitere Details bekannt geben. (Von Lisa Schmedemann)

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