Einrichtung blieb offen

Corona-Fälle in Kita: Reaktion von Bürgermeister sorgt für Unmut im Elternbeirat

Jacken von Kindern hängen an der Garderobe einer Kindertagesstätte (Kita).
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Streit um Corona-Fälle in der Kita Rembrücken: Elternbeitat widerspricht Bürgermeister (Symbolbild)

Weil die Kita entgegen der Empfehlung des Gesundheitsamts nicht sofort geschlossen wurde, hagelt es in Heusenstamm Kritik. Auch in einer anderen Kita verschärft sich die Situation.

Heusenstamm – Unmut äußert der Elternbeirat der städtischen Kindertagesstätte in Rembrücken wegen der Reaktion von Bürgermeister Halil Öztas zur Schließung von zwei der drei Gruppen wegen zwei Corona-Fällen. Gestern Nachmittag erreichte die Redaktion zudem ein Schreiben des Elternbeirats im ebenfalls städtischen Kinderhaus Wiesenborn, in dem sich die Betreuungssituation erneut verschärft.

Wie berichtet, hatte sich der Rembrücker Kita-Elternbeirat schon nach Bekanntwerden einer Corona-Infektion bei einem Kind am 16. März beunruhigt gezeigt, weil die Einrichtung an diesem Tag trotz einer Empfehlung des Gesundheitsamtes nicht sofort geschlossen worden war. Demnach war Bürgermeister Halil Öztas dieser Empfehlung nicht gefolgt, weil „der Anruf des Gesundheitsamtes an diesem Tag etwa eine Stunde vor dem Ende der Betriebszeit“ gekommen sei. Da die Kinder bis dahin ohnehin schon den ganzen Tag über zusammen gewesen seien, habe er entschieden, die Betreuungszeit auch zu Ende zu bringen.

Streit um Corona-Fälle in der Kita Rembrücken: Elternbeitat widerspricht Bürgermeister

Dem widerspricht nun der Elternbeirat. Bereits um 13 Uhr habe die Kita-Leitung die dringende Empfehlung des Gesundheitsamtes an die Eltern weitergegeben und gebeten, die Kinder abzuholen. Diese Entscheidung habe um 13.45 Uhr nach Anweisung des Bürgermeisters revidiert werden müssen. Ende der Betreuungszeit sei um 16 Uhr.

Zudem sei auch die Entscheidung der Leitung, die Kita am Folgetag gemäß der Empfehlung des Gesundheitsamtes geschlossen zu halten, vom Bürgermeister zurückgenommen worden. Nur weil sich viele Erzieherinnen krank gemeldet hätten, sei die Kita zu geblieben, schreibt der Elternbeirat.

Betreuungsnot in der Corona-Zeit wächst in Kitas: Auch Wiesenborn-Elternbeirat äußert Kritik

Dies sei so nicht richtig, betont Halil Öztas auf Anfrage. Aus seiner Sicht habe es sich an jenem Dienstag um eine relativ kurze Rest-Betriebszeit gehandelt: „Allein alle Eltern zu informieren hätte länger gedauert.“ Er stehe weiter zu seiner Entscheidung. Auch sei es falsch, dass er die ganze Kita am nächsten Tag habe öffnen wollen: „Wir haben dort auf Wunsch der Eltern getrennte Gruppen, deshalb gab es keinen Grund, die beiden anderen Gruppen zu schließen.“ Er habe stets die Gesundheit aller im Fokus. Und die Kreisbehörde habe der Stadt die Entscheidung überlassen.

Derweil meldet sich der Elternbeirat des Kinderhauses Wiesenborn zu Wort. Wie ebenfalls berichtet, hatten die Eltern im Februar wegen des „besorgniserregenden Personalstands“ in der Kita in einem offenen Brief ihre Unterstützung zur Verbesserung der Situation angeboten. Nach eigener Aussage hat Elternvertreter Sebastian Helmle bis heute keine Antwort darauf erhalten. Derzeit können allein in der Krippe dieser Kita nur zehn von 24 Kindern betreut werden, wobei viele Eltern freiwillig darauf verzichtet haben. (Claudia Bechthold)

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