Coronavirus

Frau und Mann über 80: Ehepaar soll trotz Corona-Krise volle Stornokosten für Italien-Urlaub zahlen

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Coronavirus: Ein Ehepaar aus Heusenstamm soll die vollen Stornokosten für den Urlaub zahlen. Mann und Frau gehören zur Risikoguppe.

Der Hausarzt hat Gerda und Horst Otto ausdrücklich von ihrer Reise nach Italien abgeraten. Sie sind 80 und 82 Jahre alt und gehören damit zu der Risikogruppe, die durch das Coronavirus besonders gefährdet ist.

  • Ehepaar aus Heusenstamm storniert Italien-Urlaub wegen Corona
  • Das Paar zählt zur Risikogruppe
  • Nun bleiben sie auf den vollen Stornokosten sitzen

Heusenstamm – „Zu dem Zeitpunkt als ich bei meinem Hausarzt war, war die Situation allerdings noch nicht mal so eskaliert, wie sie aktuell ist“, berichtet Horst Otto. Deshalb stornierte er die Reise und bekam nun vom Veranstalter trotz Corona-Krise eine Rechnung über 552 Euro für die anfallenden Stornogebühren. Dieser sieht sich im Recht.

Coronavirus: Ehepaar aus Heusenstamm storniert extra früh Italien-Urlaub

Die Urlaubsreise an den Golf von Sorrent hatte das Ehepaar Otto über eine Anzeige in der Zeitung gebucht. Der Golf von Sorrent, wenige Kilometer südlich von Neapel, ist für Touristen ein beliebtes Reiseziel. Dort gehen schroffe Steilküsten in das schimmernde blaue Meer Italiens über. Die kleine Stadt Sorrent ist umgeben von Olivenhainen und gewährt einen Ausblick auf den Vulkan Vesuv. Geplant war die Reise von Horst und Gerda Otto vom 23. bis 30. April. Gebucht hatte das Ehepaar bereits Ende Januar – da war Corona noch ein Problem, das vor allem China hatte.

Doch das Virus kennt in der globalisierten Welt keine Grenzen und griff schnell auf andere Länder über. In Europa brach es zunächst vor allem in Italien aus. Deshalb stornierte Horst Otto die Reise vorsorglich am 6. März. Wenige Tage später dann die Überraschung: Im Briefkasten des Ehepaars liegt eine Rechnung über 552 Euro. „Ich bin natürlich enttäuscht, da ich mich auch extra frühzeitig um eine Stornierung gekümmert habe“, berichtet Horst Otto.

Coronavirus: Ehepaar aus Heusenstamm bleibt auf Stornokosten für Italien-Urlaub sitzen

Ramona Schupp vom verantwortlichen Veranstalter Rhein-Kurier GmbH in Koblenz bedauert zwar, dass das Ehepaar aus Heusenstamm nun auf den Stornogebühren sitzen bleibt, sieht aber keine andere Lösung: „Wir als Veranstalter können auch nur die Kosten für die Stornierung weitergeben. Aktuell gibt es eine Reisewarnung bis zum 3. April für Italien. Deshalb wird die Stornierung wie jede andere auch behandelt.“

Aus Kulanz könne der Veranstalter die Gebühr, laut Schupp, nicht erlassen, da er sonst auf den Kosten für die Fluggesellschaft und das Hotel sitzen bleibe. Auch rückwirkend gebe es keine Möglichkeit der Rückerstattung. Selbst wenn die Reisewarnung für Italien auch bis zum 30. April ausgeweitet werden würde. Dies scheint aktuell sogar ein sehr wahrscheinliches Szenario.

„Es ist natürlich bedauernswert für das Ehepaar Otto, dass sie quasi einfach zu früh storniert haben“, sagt Ramona Schupp, „allerdings müssen wir als Veranstalter auch schauen, wie wir die aktuelle Situation überstehen“. Dadurch, dass Reisewarnungen für fast jedes Land gelten und Fluggesellschaften ihren kompletten Betrieb einstellen, werden bei der Rhein-Kurier GmbH alle Reisen für die nächsten Wochen von den Kunden storniert.

Heusenstamm: Ehepaar storniert Urlaub wegen Corona – Enttäuschung bei Mann (82)

Der 82-jährige Horst Otto bringt zwar Verständnis für die Situation des Veranstalters auf, ist aber dennoch enttäuscht: „Ich werde quasi dafür bestraft, dass ich rechtzeitig aktiv wurde.“

Von rechtlichen Schritten sieht der 82-Jährige aktuell ab. „Am Ende sitze ich dann noch auf höheren Rechtsanwaltskosten, als mich die Stornierung der Urlaubsreise gekostet hat.“

VON LUKAS REUS

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