Corona-Krise

Vereine noch nicht in der Existenz bedroht

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Viele Vereine in Heusenstamm sind durch die Coronavirus-Pandemie geschädigt. 

Viele Vereine in Heusenstamm haben wegen der Corona-Krise mit Einnahmeausfällen zu kämpfen, aber Austrittswellen blieben aus.

Heusenstamm – Bis jetzt halten sich die Folgen aus der Corona-Pandemie für den größten Verein in der Schlossstadt, die TSV, in Grenzen, sagt deren Vorsitzender Carsten Müller. Die TSV werde überwiegend von den Beiträgen der mehr als 2700 Mitglieder getragen, erläutert er weiter.

Auch eine Austrittswelle habe es zum Glück nicht gegeben. An finanzielle Grenzen sei man, wie viele andere Heusenstammer Vereine auch, bislang nicht geraten.

Schwieriger werde jetzt der Wiedereinstieg, schätzt Müller. Denn sowohl organisatorisch wie auch finanziell werde die Einhaltung der Hygienevorgaben sicher eine Herausforderung. Die Einnahmeausfälle aus abgesagten Veranstaltungen werden sich am Ende sicher bemerkbar machen, vermutet der Vorsitzende: „Das tut weh, nicht nur wegen der Einnahmen, die nicht kommen, sondern auch wegen der Gemeinschaft. Wir werden natürlich sparen müssen, aber existenzbedrohend ist das nicht.“ Carsten Müller erwartet in jedem Fall ein Defizit am Ende des Rechnungsjahres.

Auch Eugen Kern, Vorsitzender der Fußballer in der TSV, muss mit weniger Einnahmen aus Veranstaltungen rechnen. So sollte zum Beispiel mit dem Ertrag aus dem jährlichen Konzert mit der Band Doctor Blond die Ausbildung von Trainern finanziert werden. Das Konzert ist abgesagt. Kompensieren könne man die Ausfälle bislang nicht. „Aber wir stehen zu unserem Wort, die Ausbildung machen wir in jedem Fall“, verspricht Kern. Anschaffungen und Investitionen müssten geschoben werden. Hoffnung haben die Fußballer indes, dass das Elfmeterschießen Anfang September stattfinden kann. Kern und die Aktiven der Abteilung, vor allem die Mitglieder der 19 Jugendmannschaften, freuen sich jetzt erst einmal, dass in der kommenden Woche der Trainingsbetrieb wieder beginnen kann.

„Keine Existenznot“ meldet auch die Stadtkapelle, die unter anderem auf ihr großes Jahreskonzert verzichten musste. Doch auch diesem Verein fehlen jene Einnahmen aus Veranstaltungen und Auftritten, wie die Vorsitzende Marion Bax auf Anfrage bestätigt. „Schön ist das nicht“, meint Marion Bax. Man hoffe nun, dass wenigstens der im November geplante Tanztee stattfinden kann.

Besonders bitter hat die Corona-Krise den Turnverein Rembrücken (TVR) getroffen. Denn eigentlich sollte in diesem Jahr das 125-jährige Bestehen des TVR gefeiert werden – unter anderem mit der Eröffnung des Kultursommers. „In Absprache mit der Stadt wurde das jetzt auf 2021 verschoben“, berichtet Vorsitzender Peter Mohr.

Durch die verschobenen Veranstaltungen, aber auch die TV-Gaststätte, die geschlossen bleiben musste, fehlt Geld in der Vereinskasse, in Not sei der TVR deshalb aber glücklicherweise nicht. Die Mitgliedsbeiträge werden noch bezahlt – „die Mitglieder halten uns die Treue“, sagt Mohr und berichtet, dass bisher auch über den TVR keine Abmeldungswelle hereingebrochen sei.

Eine solch blieb auch dem Verein Tanzsport-Zentrum (TZH) bislang erspart. „Das habe ich gerade bei den Kindern nicht erwartet“, sagt Vorsitzende Heike Stadler. Vor allem die Jüngeren treten nach ihren Erfahrungen einem Verein bei, um zu lernen – Erwachsene schätzen dagegen die Gemeinschaft auch sehr. Dadurch habe das TZH bisher keine finanziellen Schwierigkeiten. „Unsere Ausgaben sind gering“, sagt Stadler.

Durch die Pandemie breche dennoch vieles weg: Kurse fanden gar nicht oder nur kurz statt, Leistungssportler können nur zu Hause trainieren. Dabei seien gerade bei den Paartänzern viele dabei, die auch außerhalb des Sports ein Paar sind, und damit zu zweit trainieren könnten, sagt sie. Heike Stadler hofft, dass ab Juni Training wenigstens in kleinen Gruppen wieder möglich ist.

VON YVONNE FITZENBERGER

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