„Epic Melodic Death Metal“

Darkest Horizon gewinnt Kultursommer-Bandwettbewerb

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Die Gewinnerband Darkest Horizon in Aktion.

Heusenstamm - Epicmelodicdeathmetal? Man lernt nicht aus. Erst recht nicht, wenn man sich mal zu Gemüte führt, in welche Stilschubladen sich Bands gerne stecken, um am Ende in ja keine richtig zu passen. Von Daniel Kolb

Solcher Erkenntnisgewinn kann durchaus ein Vergnügen sein - wenn er gepaart ist mit hörenswerter Musik. Wie beim kultursommerlichen „Rock am Bannturm 2012 Bandcontest“.

Die Formationen heizen dem Publikum in historischer Kulisse ordentlich ein. Darkest Horizon, Lights Out und Mind Blowing haben je eine halbe Stunde Bühnenpräsenz, um ihr Bestes zu geben. Das tun sie, wobei dank in der Tat unterschiedlichen Musikrichtungen für Abwechslung gesorgt ist.

Lights Out macht den Anfang

Per Losverfahren macht die vierköpfige Band Lights Out den Anfang. Sie spielt rhythmischen Rock, der Stimmung macht. Und auch eine kleine Pogo-Einlage mit den Gästen - eine Art kollektives Hüpfen und Schubsen ohne erkennbare Regeln, aber mit erkennbar viel Spaß - fehlt nicht.

Als es dunkler wird, liefert Darkest Horizon, die spätere Gewinnerband, Passendes. Sie spielt besagten „Epic Melodic Death Metal“, was sich als Wort wie eine Verkettung besonders kraftvoller Stile und als Musik tatsächlich schön duster anhört. Darkest Horizon besteht aus sechs Mann. Als Kontrast zum klaren Gesang der ersten Band geht es nun wesentlich tiefer weiter, denn wie es wie es das „Metal“ schon erahnen lässt, steht hier neben brachialen Klängen auch der gutturale Gesang des Frontsängers Aurelius Lie im Mittelpunkt. Das hat Sofortwirkung. Es herrscht anerkennendes Langhaarschwingen („Headbangen“) und wieder anständig Pogo.

Mind Blowing liefert zweistimmigen Gesang

Etwas ruhiger geht es bei der letzten Band zu. Die vier Jungs und das Mädel von Mind Blowing liefern zweistimmigen Gesang. Ähnlich wie bei Lights Out ist es wieder Rock, doch dieser hier wirkt dank der weiblichen Stimme sanfter. Was auch gut gefällt und wie schon bei den anderen Bands für Zugabe-Forderungen aus dem Publikum sorgt - was sich mit Blick auf die Uhr aber nicht machen lässt.

Während die Jury die Stimmzettel der Besucher auswertet und ihre eigene Meinung zu 40 Prozent einfließen lässt, spielt - außer Konkurrenz - die Metalband Sapiency. Jeder der knapp 200 Besucher hat zwei Stimmen zu vergeben, darf sie auf zwei Bands verteilen, aber nicht eine doppelt wählen.

Darkest Horizon: Gewinner eines Wochenendes

In der Gesamtwertung geht dann für Lights Out gewissermaßen das Licht aus - Platz drei. Die Freude an Abwechslung verhilft Mind Blowing zum zweiten Platz. Gewinner eines Wochenendes im Epic-Studio von Ralf Löwenbrück wird Darkest Horizon.

In der Jury, bestehend aus sechs Mann, sitzen Nikolas Keller, der Soundtechnik in London studiert, Heiko Nowotnik, der Sänger gleich mehrerer Bands ist und gerne von seiner Erfahrung abgibt, Mark Molony und Oliver Dautzenberg von den Event-Heroes, ein Vertreter der Metal Pzychos, die auch das Krawall-Open-Air organisieren, und Marc Halabarda von der Puschel-Produktion. Zusammen mit dem Kulturamt steht für den Hauptorganisator Martin Kotzurek vom Jugendzentrum Heusenstamm vor allem im Vordergrund „möglichst viele Leute, die zusammen etwas bewirken wollen, an einem Strang ziehen zu lassen, um damit solch ein Fest zu verwirklichen.“ Hat gut geklappt. Kann man nicht anders sagen.

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