Das Problem mit dem Plastikmüll

„Naturengel“ und Heimat- und Geschichtsverein bieten gemeinsame Führung an

Bei dem Rundgang durch die Stadt erfahren die Zuhörerinnen und Zuhörer etwas über aktuelle Umweltproblematiken und wie nachhaltig früher gelebt wurde.
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Bei dem Rundgang durch die Stadt erfahren die Zuhörerinnen und Zuhörer etwas über aktuelle Umweltproblematiken und wie nachhaltig früher gelebt wurde.

Die „Naturengel Heusenstamm“ sind eine Gemeinschaft von ehrenamtlichen Bürgern aus Heusenstamm und Umgebung. Zu ihren Aktionen gehören das Müllsammeln, die Kinderbildung und Vorträge wie zum Beispiel zum Thema Nachhaltigkeit. Um das Umweltbewusstsein bei den Heusenstammer Bürgern zu stärken, haben sie mit dem Heimat- und Geschichtsverein (HGV) eine „Tour durch Heusenstamm“ mit dem Schwerpunkt „Nachhaltigkeit früher und heute“ entworfen.

Heusenstamm – Hier soll Geschichtliches mit den aktuellen Umweltproblemen verbunden werden. Geführt wird der 90-minütige Spaziergang vom Vorsitzenden Dr. Roland Krebs und den beiden Naturengeln HGV-Beisitzerin Irene Wilhelm und Sonja Alderson-Heim. An den insgesamt sechs Stationen Kirchstraße, Kirchplatz, Schulstraße, Bahnhofsplatz, Allee und Schlossstraße berichten Krebs und die Naturengel über das tägliche Leben in Heusenstamm aus der Zeit, als es noch keine Plastikverpackungen gab. „Die Tour ist noch nicht für die Öffentlichkeit, sondern das ist heute die Generalprobe“, sagt Krebs zum Start in der Kirchstraße.

Der Rundgang startet mit einer kleinen Einführung in die aktuelle Umweltproblematik, die überwiegend durch Plastikverpackungen entsteht. Anhand von Grafiken erfahren die zehn Gäste, dass der Plastikmüll inzwischen expotenziell ansteigt und die Entsorgung nicht geregelt ist. „Es wird nur ein geringer Teil davon wiederverwertet“, erklären die beiden Naturengel Wilhelm und Alderson-Heim. „Mehr als 80 Prozent landen in der Müllverbrennung.“

Der erste Halt ist auf dem Kirchplatz. Dort richtet Krebs das Augenmerk der Gruppe auf den Mülleimer. „Die Mülleimer quellen über und werden immer mehr zu einem Problem der Wegwerfgesellschaft.“ Ob es Kaffee in Styroporbechern oder Pizza-Verpackungen seien, letztlich landet es in den Abfallbehältern und müsse entsorgt werden. „Früher gab es keine Mülleimer, denn es gab keine Verpackungen“, so Krebs. Sofort entsteht eine Diskussion, wie man die Müllflut reduzieren könnte und so machen Vorschläge „Verbot“ und „Pfandsystem“ die Runde.

Weiter geht es über den Bahnhofsplatz und dem Problem der dortigen Vermüllung zum Obst- und Gartenbauverein. Krebs berichtet über die Ernährung aus Selbstversorgung. „Supermärkte waren natürlich noch nicht bekannt, sondern man ernährte sich aus dem eigenen Garten.“ Doch einfach war das nicht: „Das war schon eine ziemliche zeitraubende Arbeit“, berichten einige Tourgänger, die das Verarbeiten der Ernte noch in Erinnerung haben.

Am letzten Halt in der Schlossstraße präsentiert Krebs aus seinem Fundus einen Bierkrug. „Bier gab es damals nicht in Flaschen“, erklärt er. „Meistens ging man mit dem Krug in eine Wirtschaft und ließ sich den Gerstensaft abfüllen.“ Doch auch die alten Wirtschaften gibt es nicht mehr. „Früher hat sich die Dorfgesellschaft gerne am Stammtisch getroffen und die Neuigkeiten ausgetauscht“, erklärt Krebs. Heute finde sowas oft über soziale Medien statt.

Am Ende der Tour findet ein reger Austausch statt, den die drei Leiter in zukünftige Projekte verarbeiten wollen. Neben Kritik gibt es auch sehr positive Stimmen: „Eine sehr informative und interessante Tour“, finden Sixta und Frank Thomas. „Die können wir jedem empfehlen.“ (Von Burghard Wittekopf)

Infos im Internet auf der Homepage des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV).

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