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Dealer verängstigen Anwohner in Heusenstamm: „Ich bin auch schon angegriffen worden“ 

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Von: Joshua Bär

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In Heusenstamm macht sich der Bürgermeister vor Ort ein Bild von den Sorgen und Nöten der Bevölkerung. Die Probleme sind vielfältig.

Heusenstamm – Fehlende Parkplätze, Tauben, die die Balkone verdrecken und Dealer, die an den Bänken ihre Drogen bunkern. Beim Mobilen Rathaus am Platz der Begegnung in Heusenstamm haben die Anwohnerinnen und Anwohner reichlich Redebedarf.

Bürgermeister Steffen Ball ist bereits zum zweiten Mal vor Ort, um sich die Nöte und Anregungen der Bewohner des Quartiers „Alte Linde“ in Heusenstamm anzuhören. Das erste Treffen des Mobilen Rathauses in dem Wohngebiet fand im vergangenen Juli statt. Damals wie heute wünschen sich die Bewohner mehr Leben im Einkaufszentrum Alte Linde. Das könnte ein Flohmarkt bringen. „Im Sommer soll er starten“, berichtet Wirtschaftsförderin Juliane Prokasky. Steffen Ball verkündet derweil, dass im Mai ein Bio-Bäcker im Einkaufszentrum eröffnen werde. Dieser plane zudem Außengastronomie.

Neues fordern die Anwesenden auch für den Platz der Begegnung. Die Handvoll Bänke und Bäume sowie der aus Sand und Steinen gestaltete Platz sorgten für ein eher tristes Bild, bemängelt ein Anwohner. „Ich finde es ja toll, dass die Stadt hier eine neue Linde gepflanzt hat, aber ich würde mir mehr Grün wünschen“, sagt er und lässt demonstrativ einige Steine mit dem Fuß über den Boden rollen. Sabine Rosenberg vom Fachbereich Umwelt stimmt zu und berichtet, dass die Stadt dort weitere Grünflächen anlegen wird. So seien drei Blumenbeete geplant, die je nach Jahreszeit bepflanzt werden. Sie sollen den Platz aufwerten sowie Lebensraum für Insekten bieten.

Zum Austausch mit Anwohnern des Quartiers „Alte Linde“ in Heusenstamm trifft sich Bürgermeister Steffen Ball (rechts)
Zum Austausch mit Anwohnern des Quartiers „Alte Linde“ in Heusenstamm trifft sich Bürgermeister Steffen Ball (rechts) © bär

Heusenstamm: Ein persönliches Gespräch mit dem Bürgermeister soll helfen

Ein tierisches Problem hat indes eine Bewohnerin des Hochhauses an der Hegelstraße. Sie berichtet: „Bei uns fliegen ständig Tauben über das Haus und kacken auf unsere Balkone. Ich muss meinen spätestens jeden zweiten Tag putzen.“ Sie vermutet: Die Vögel werden angelockt. Mehrfach habe die Rentnerin eine Bürgerin dabei beobachtet, wie diese Tauben in der unmittelbaren Nähe es Hochhauses füttere. „Ich habe ihr schon gesagt, dass sie das unterlassen soll“, empört sich die Anwohnerin. Geholfen haben ihre Bitten jedoch nicht. Der Bürgermeister wolle nun selbst das Gespräch mit der Frau suchen.

Gegen den fehlenden Parkraum im Quartier sind aber auch dem Rathauschef die Hände gebunden. Viele der Stellplätze an der Hegelstraße sowie der Leibnizstraße liegen auf Privatgelände. „Da haben wir als Stadt keine Handhabe“, sagt Ball. Er verwies allerdings auf die Parkplätze des dortigen Supermarktes. Der Inhaber sei meist so kulant, die Bürgerinnen und Bürger auf den Stellflächen parken zu lassen, wenn sie in der Alten Linde einkaufen gehen wollen.

Tauben auf einem Balkon.
Tauben hinterlassen in Heusenstamm oft störenden Dreck. © Stock & people/Imago

Drogendealer beunruhigen die Einwohner von Heusenstamm

Die Anwesenden diskutieren an diesem Tag auch über dealende Jugendliche. Seit Jahren sei der Platz der Begegnung ein Treffpunkt für Drogengeschäfte (wir berichteten). Der Stoff würde zum Teil an den Bänken deponiert, berichtet ein Anwohner. Seinen Beobachtungen zufolge kommen die meisten Dealer aber nicht aus der Schlossstadt. „Die fahren Autos mit Frankfurter Kennzeichen“. Er fühle sich gerade nachts nicht immer sicher. „Ich bin auch schon angegriffen worden.“ Ball gibt zu bedenken, dass es Aufgabe der Polizei sei, gegen die Dealer vorzugehen. Er wisse aber, dass der Platz der Begegnung aufgrund seiner Lage ideale Fluchtmöglichkeiten biete. „Ich werde das noch mal mit der Polizei besprechen“, verspricht er. (Joshua Bär)

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