Derzeit fehlen in der Stadt mindestens 180 Kita-Plätze

224 Kinder auf Warteliste

Heusenstamm - Zwei große neue Baugebiete an Hohebergstraße und Alter Linde haben der Schlossstadt offenbar einen Kindersegen gebracht, der größer ist als erwartet. Die Folge: Es fehlen Plätze zur Kinderbetreuung - im großen Umfang. Von Claudia Bechthold 

Die aktuellen Zahlen sind erschreckend: 116 Kinder unter drei Jahren sind für einen Kita-Platz angemeldet, können aber nicht berücksichtigt werden. Und die Warteliste bei Kindern über drei Jahren zeigt derzeit 108 Namen. Diese Zahlen könnten sich jeweils noch um 20 Namen nach unten bewegen, sagt Bürgermeister Halil Öztas auf Anfrage, wenn die Meldungen aus den konfessionellen Kindertagesstätten kommen. Denn erfahrungsgemäß gebe es viele Mehrfachanmeldungen.

Extrem nennt der Verwaltungschef diesen Bedarf an zusätzlichen Plätzen. Dass dies ernst zu nehmen ist, macht er auch an den Beschwerden von Eltern fest, die in der Verwaltung eingehen: In den vergangenen Jahren habe es kaum Beschwerden gegeben, 2016 Jahr seien es schon mindestens 20.

Ein Kita-Projekt, mit dem zwei neue U3-Gruppen sowie eine neue Ü3-Gruppe geschaffen werden sollen, ist längst in der Planung. Die Schlossmühle soll zu einer Kita umgebaut werden (wir berichteten). Allerdings werde die Umsetzung länger dauern als erwartet, berichtet Öztas. Denn es müsse mehr umgebaut werden als zunächst vorgesehen: „Die Treppenstufen zum ersten Stock, der für die Ü3-Gruppe gedacht ist, sind 19,5 Zentimeter hoch, dürfen aber maximal 17 Zentimeter hoch sein.“ Vermutlich muss also eine neue Treppe eingebaut werden. „Die Schlossmühle wird frühestens 2017 fertig“, schätzt der Bürgermeister.

Er führe allerdings Gespräche, etwa mit einem Investor, der in Heusenstamm bauen möchte. Diesen habe er gefragt, ob er sich vorstellen könne, eine Kita in sein Projekt einzuplanen. eine Antwort gebe es allerdings noch nicht. Auch mit einem privaten Träger für eine Kinderbetreuungseinrichtung sei er in Kontakt. „Außerdem haben wir auch schon über kurzfristige Lösungsmöglichkeiten etwa mit Containern nachgedacht“, meint Öztas. Denn die Frage sei ja auch, ob dieser hohe Bedarf in drei bis sechs Jahren nicht wieder zurückgehe: „Es macht keinen Sinn, jetzt Kitas zu eröffnen, die wir in fünf Jahren wieder schließen.“

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„Man muss sehen, ob es eine kurzfristige Lösung geben kann“, fügt der Bürgermeister hinzu. Aber große Hoffnung macht er den Eltern nicht. „Wir haben großes Verständnis für die Eltern, deren Kinder jetzt keinen Platz bekommen“, betont er. Aber er müsse auch die Eltern um Verständnis bitten, dass diese Situation nicht sofort zu lösen sei. Im aktuellen Haushalt der Stadt sind zur Kinderbetreuung mit allen Kosten und Gehältern etwa 8,5 Millionen Euro eingeplant.

Rubriklistenbild: © dpa

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