Deutscher Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation

Umzug nach Heusenstamm

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Das Team des DVPT in den neuen Räumen am Weiskircher Weg (von links): Vorstand Klaus Gettwart, Cornelia Kugler, Stephan Schmidt, Beate Knöpp, Serkan Antmen, Tina Sauerbrei und Berater Heinz Hoos. Es fehlt Anja Basta.

Heusenstamm - Ein wenig sperrig klingt der Name schon: Deutscher Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation, kurz DVPT. Von Claudia Bechthold

Das ändert aber nichts daran, dass er einst gegründet wurde, um sich besser gegen den damaligen Monopolisten Bundespost wehren zu können. Jetzt ist der Verband von Offenbach nach Heusenstamm gezogen. Noch stehen Kartons an der einen oder anderen Stelle. Bilder hängen auch noch nicht an den weiß getünchten Wänden. Aber es herrscht bereits ein reges Treiben in den Räumen am Weiskircher Weg. Der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) hat nach fast 50 Jahren seinen Sitz in Offenbach gegen Heusenstamm getauscht.

Bundesweit bekannt geworden ist der eingetragene Verein vor langer Zeit als Verband der Postbenutzer, im März 1968 gegründet von Wilhelm Hübner. Dem 2015 verstorbenen langjährigen Vorsitzenden war es darum gegangen, dass sich Verbraucher gegen den damaligen Monopolisten Bundespost wehren können. Auch heute versteht sich der DVPT als Verbraucherschutzorganisation. Der Schwerpunkt liegt allerdings inzwischen bei den Interessen von Firmen, die Mitglied im Verband sind.

Dennoch profitieren immer wieder auch die Verbraucher von der Interessenvertretung durch den DVPT, etwa wenn es voraussichtlich in diesem Jahr mal wieder um das Thema Briefporto bei der Deutschen Post AG gehen wird. „Da werden wir uns ganz sicher auch wieder zu Wort melden“, kündigt Klaus Gettwart an, der als Vorstand des Verbands die Geschäfte führt.

Der Verband versteht sich allerdings nicht nur als Interessenvertreter. Die Mitglieder können sich auch beraten lassen in etwa wenn es um Konzepte in Sachen Digitalisierung, Telekommunikation und Sicherheit geht. In Seminaren und Workshops bietet der DVPT zudem Aus- und Weiterbildung an. Und einmal im Jahr treffen sich leitende Mitarbeiter aus Logistik und Poststellen von rund 150 Unternehmen bei einem Forum des Verbands. Schließlich vergibt der DVPT mit der Unterstützung von Sponsoren den „Future Award“, einen Preis für Studenten, die Zukunftsideen zu allen Bereichen der Gesellschaft einreichen können.

Zu den langjährigen selbstständigen Beratern und Kooperationspartnern des Verbands mit sieben festen Mitarbeitern zählt der Heusenstammer Heinz Hoos, der sich über den Umzug in die Schlossstadt gefreut hat. „Nachdem der Mietvertrag für unser bisheriges Büro ausgelaufen war, haben wir uns nach einem neuen Domizil umgesehen“, erläutert Klaus Gettwart. Die Räume am Weiskircher Weg hätten ihnen dann am meisten zugesagt, weil sie gut erreichbar seien, die Infastruktur passe und man einen netten Vermieter mit einem gepflegten Objekt habe. Genutzt wurde der Umzug nach Heusenstamm übrigens auch, um die Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu modernisieren. Diese können nun auch von zu Hause aus das eine oder andere erledigen.

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Postbenutzer sind jetzt DVPT

Am 6. März 1968 gründete Wilhelm Hübner den Verband der Postbenutzer. Mit seiner Familie hatte der Kaufmann drei Jahre zuvor ein Einfamilienhaus in einer Neubausiedlung in Neu-Isenburg bezogen. Rund hundert Familien hatten beim Monopolisten Deutsche Bundespost einen Telefonanschluss beantragt, aber nicht erhalten. Gemeinsam mit 18 Nachbarn verklagte Hübner die Post, die – in einem Vergleich – schließlich erstmals in ihrer Geschichte feste Termine zur Einrichtung von Telefonanschlüssen zusagen musste. In einem weiteren Grundsatzurteil nach der Klage eines anderen Mitglieds des inzwischen gegründeten Verbandes konnte später auch das Recht auf einen Telefonanschluss erstritten werden. Mittlerweile ist daraus der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) entstanden. Die Institution vertritt die Interessen ihrer Mitglieder, zu denen vor allem Firmen zählen, gegenüber den Kommunikationsriesen wie Post und Telekom, versteht sich im Sinne der Mitglieder aber auch als Lobbyist etwa bei politischen Entscheidungen. In vielen Fällen profitieren davon auch die einzelnen Verbraucher, etwa wenn es um die Erhöhung des Briefportos geht.

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