Ausbildung unter strengen Auflagen in Kleingruppen möglich

Die Freiwillige Feuerwehr Heusenstamm kann endlich wieder praktisch üben

Regelmäßiges Training, etwa mit der neuen Drehleiter, gehört für Feuerwehrleute zum Alltag. Das
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Regelmäßiges Training, etwa mit der neuen Drehleiter, gehört für Feuerwehrleute zum Alltag. Das

Nur in kleinen Gruppen und nicht ohne FFP2-Maske: Seit dieser Woche darf die praktische Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren Heusenstamms unter strengen Auflagen wieder aufgenommen werden.

Heusenstamm - Auf diesen Moment haben die mehr als 100 aktiven Feuerwehrfrauen und -männer der Einsatzabteilungen Heusenstamms und Rembrückens lange gewartet. Mit einem Testsystem vor der jeweiligen Ausbildungseinheit dürfen nun wieder Kleingruppen mit sechs Einsatzkräften und einem Ausbilder in die für den sicheren Umgang mit den Gerätschaften so wichtige Praxisausbildung starten. In sehr kurzer Vorbereitungszeit haben die Verantwortlichen die Dienstpläne zusammengestellt und ein corona-konformes Ausbildungskonzept organisiert.

An mehreren Wochentagen werden unter anderem die Themen wie Türöffnungstechniken, Atemschutzausbildung, tragbare Leitern und der Umgang mit der erst im vergangenen Jahr beschafften Drehleiter im Stadtteil Heusenstamm behandelt.

Das Thema Türöffnung fordert die Ehrenamtlichen statistisch gesehen als Einsatzsituation ungefähr zweimal im Monat, um dem Rettungsdienst Zugang zu Wohnungen oder Gebäuden zu verschaffen, in denen sich zum Beispiel medizinische Notfälle ereignet haben.

Die Atemschutzausbildung ist nach den Dienstvorschriften aufwendig und muss mehrmals im Jahr absolviert werden. Unter Atemschutz in verrauchte Räume zu gehen, zählt zu den gefährlichsten Arbeiten für Feuerwehrleute und bedarf deshalb einer sorgfältigen und kontinuierlichen Weiterbildung. Besuche der Atemschutz-Übungsstrecke des Kreises Offenbach in Ober-Roden sind wegen der Pandemie derzeit nicht möglich. Es gebe aber Empfehlungen des Kreises, wie der Umgang mit den schweren Pressluft-Atemgeräten geübt werden könne, sagt stellvertretende Wehrführerin Katrin Rebell. So baue man im Freien oder in der großen Fahrzeughalle einen Parcours auf, der dann von Aktiven in voller Montur bewältigt werden müsse. Dabei seien Aufgaben zu erledigen wie etwa der Transport einer etwa 60 Kilogramm schweren Puppe über Hindernisse oder das Vordringen zu einem „Feuer“ mit einem vollen Schlauch an der Hand. Der größte Unterschied zur Übungsstrecke in Ober-Roden: Diese wird normalerweise vernebelt.

Auch an der neuen Drehleiter, die Ende vergangenen Jahres in den Dienst gestellt wurde, muss regelmäßig trainiert werden. Zwar seien alle Brandschützer an dem Hubrettungsgerät eingewiesen, erläutert Katrin Rebell, aber es bedürfe ja auch der Gewöhnung an das Fahrzeug und seine Möglichkeiten, um etwa Brände aus dem Rettungskorb heraus zu bekämpfen oder erkrankte Personen aus Obergeschossen von Gebäuden schonend zu retten.

Der gekonnte Umgang beim Aufstellen von tragbaren Leitern ermöglicht den schnellen Zugang in Gebäude bei beengten Platzverhältnissen. Auch die dazu notwendigen Kenntnisse müssen praktisch geübt werden. Zusätzlich dazu findet an den eigentlichen „Ausbildungstagen“ der Wehren, donnerstags in Heusenstamm und freitags in Rembrücken, weiter Online-Ausbildung statt. Auch dazu gab es seit Beginn der Pandemie schon die ein oder andere Idee, um das Fachwissen nicht nur mit theoretischem Unterricht aufrechtzuerhalten, sondern auch mit ausgefeilten Ideen einen praktischen Bezug herzustellen.  clb

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