Drei Stationen messen Lärm

Heusenstamm - Der Tag naht und so mancher Bürger erwartet unruhige Nächte. Von Donnerstag, 13. Januar, an gilt die Genehmigung des Bundesamtes für Flugsicherung, mit der neue Verfahren sowohl für den Anflug zum, als auch für den Abflug vom Rhein-Main-Flughafen getestet werden sollen. Von Claudia Bechthold

Eines dieser neuen Verfahren betrifft die Heusenstammer. „Wir sind gerüstet“, sagt Bürgermeister Peter Jakoby. Insgesamt drei Messsstationen stehen inzwischen in der Schlossstadt, um zu sehen, wie hoch die Belastungen durch den Fluglärm für die Anwohner sind. Und diese zeichnen auch schon jetzt auf, welchen Lärm Bürger aus halten.

Eine dieser Lärmmessstationen wurde in Rembrücken platziert. Dort befürchten viele Anwohner, nachts aus dem Schlaf gerissen zu werden. Eine zweite Station steht im Stadtteil Sommerfeld. Und die dritte hat man in Bastenwald aufgestellt. Die Bürger in diesem Stadtteil leiden schon jetzt unter Fluglärm, wenn bei Ostwetterlagen Maschinen starten.

Wie mehrfach berichtet, sollen in „verkehrsarmen Zeiten“, also vor allem nachts, Flugzeuge die Landebahnen nicht mehr auf dem Leitstrahl über Hanau, Mühlheim und Offenbach anfliegen. Stattdessen will man die Flieger per satellitengesteuertem GPS-System erst westlich von Offenbach auf diesen Leitstrahl einschwenken. Damit würden sie unter anderem über Heusenstamm anfliegen.

Beim Abflug will man testen, ob es eine Entlastung für Anwohner bedeutet, wenn die Flugzeuge mit einer festgelegten Höchstgeschwindigkeit steiler starten. Während dieses Startverfahren bereits von Donnerstag an umgesetzt werden könnte, rechnet das Bundesamt für Flugsicherung damit, dass der veränderte Anflug bis Ende Januar umgesetzt werden kann.

Diese Maßnahmen wurden mit dem Paket „Aktiver Schallschutz des Forums Flughafen und Region“ vorgestellt. Das Forum will die geänderten An- und Abflüge mit Lärmmessungen begleiten.

Wann genau der erste Flieger über Heusenstamm auf den Leitstrahl einschwenkt, kann auch Jakoby nicht sagen. Er vermutet, dass es Februar werden kann, bis es so weit ist. „Zumal die Flugzeuge mit der entsprechenden Technik ausgerüstet sein müssen und die Piloten sich dafür entscheiden müssen“, meint er. Denn allein der Pilot müsse entscheiden, wie er den Landeanflug gestaltet. Die Flugsicherung könne ihm da keine Vorschriften machen.

Wie berichtet, geht Heusenstamm gemeinsam mit sieben weiteren Kommunen gegen die Genehmigung des Bundesamtes vor. Geprüft werden soll dabei eine Klage gegen die Genehmigung.

„Aber eigentlich gibt es nur ein einziges Ziel, das wir alle jetzt gemeinsam und vehement anstreben sollten, betont der Bürgermeister. Dieses sei, ein absolutes Nachtflugverbot für den Flughafen durchzusetzen, unabhängig von der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zu diesem Thema. Und dies werde man jetzt massiv angehen. Allerdings schränkte Jakoby in diesem Zusammenhang ein, dass man nur mit einem starken und auch glaubhaften Auftreten etwas erreichen könne. Angriffe gegen einzelne Beteiligte könnten da nicht weiter helfen.

Rubriklistenbild: © dpa

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