Präventionsvortrag

Wer durchs Fenster kommt

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Joachim Göhlert präsentierte verschiedene Möglichkeiten, seine Fenster und Türen zu sichern, hier mit einer einfachen Teleskopstange, die das Aufhebeln verhindern soll.

Heusenstamm - „Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz, aber in vielen Fällen sind die getroffenen Vorkehrungen für die Täter eine so große Hürde, dass es beim Versuch bleibt“, erklärte Peter Bender vom Polizeipräsidium Südosthessen beim Präventionsvortrag zum Thema Wohnungseinbrüche.

Einfache, aber effektive Möglichkeiten, sein Heim abzusichern, präsentierte Peter Bender mit seinem Kollegen Joachim Göhlert vom Polizeiladen in Offenbach beim Präventionsvortrag im Heusenstammer Rathaus. Von zehn Einbrüchen scheitern zumindest schon einmal vier an den Gegebenheiten, zitieren die Referenten die Statistik. Damit diese Zahl weiter steigt, betreibt der Polizeiladen Aufklärung, denn auch die Prävention sei Aufgabe der Polizei, erklärte Bender. „Wir wollen zu ihnen kommen, bevor es der Ganove tut“, lautete die eindringliche Werbung der Beamten. Denn jeder Bürger kann mit den Fachleuten einen kostenlosen und unverbindlichen Termin bei sich zuhause vereinbaren. Dort weisen die Polizisten auf mögliche Schwachstellen in den eigenen vier Wänden hin und bieten marken- und anbieterneutral qualifizierte und zertifizierte Fachfirmen an.

Der entscheidende Punkt für den Täter sei eindeutig das Risiko, entdeckt zu werden, erläuterte Göhlert. Je länger ein Einbruchsversuch dauere, desto größer sei auch die Gefahr für die Täter, ertappt zu werden. Aus diesem Grund sei der Zeitfaktor von großer Bedeutung. Je länger ein Fenster oder eine Tür Widerstand leiste, umso größer sei die Chance, dass der Täter unverrichteter Dinge wieder abziehe. Das laute Einschlagen von Glasscheiben, das obendrein noch ein hohes Verletzungsrisiko mit sich bringt, ist die Ausnahme. Vielmehr werden mit Schraubenziehern oder anderen Hebelwerkzeugen schlecht gesicherte Fenster und Türen aufgebrochen. Das gelte sowohl für den Gelegenheitstäter als auch für den professionell agierenden, organisierten Kriminellen, der in der Regel arbeitsteilig und mit besserem Werkzeug vorgehe. Mechanische Sicherungen seien daher wichtig.

Häufigster Einstiegspunkt für Einbrecher sind Fenster

An Eingangstüren sollte man besonders auf den Schutz des Schließzylinders achten, der vorrangiger Angriffspunkt für die Gauner sei. Steht er über oder hat er keine massive Abdeckung, lasse sich die Tür leicht knacken. Aber auch das Türblatt und die Schließmechanismen an sich sollten den Bösewichten ordentlich Widerstand leisten. Zusatzriegel und verstärkte Schließbleche helfen hier zum Beispiel. Bei Keller- und Verbindungstüren zwischen Garage und Wohnbereich sollte darauf geachtet werden, dass feuerhemmende Türen in der Regel keinerlei einbruchhemmende Wirkung haben und Veränderungen an diesen Türen oftmals verboten sind. In diesen Fällen helfen spezielle Türen mit sowohl feuer- als auch einbruchhemmender Funktion oder aber ein zweites abschließbares Gitter vor der Tür. Häufigster Einstiegspunkt für Einbrecher seien nach wie vor die Fenster. Normale Fensterbeschläge verhindern das kaum, dagegen erhöhen besonders geprüfte Beschläge in Verbindung mit abschließbaren Griffen den Schutz. Allerdings reichen abschließbare Türgriffe alleine nicht, um zu verhindern, dass ein Fenstern aufgehebelt wird.

So schützen Sie sich vor Einbrechern

So schützen Sie sich vor Einbrechern

Entgegen der Vorstellung, dass die meisten Einbrüche im Dunklen verübt würden, fänden die meisten Beutezüge tagsüber statt. Nämlich immer dann, wenn die Verbrecher vermuten, dass niemand daheim ist. Darum sollte das Haus stets belebt aussehen. Bewohner sollten dafür sorgen, dass auch im Urlaub der Briefkasten regelmäßig geleert und die Mülltonne rausgestellt werde. Von unschätzbarem Wert sei es auch, als Nachbarn aufeinander aufzupassen. Am Freitag, 22. August, steht das Präventionsmobil der Polizei ab 13 Uhr vor der Alten Schule in Rembrücken und informiert über verschiedene Möglichkeiten, sein Heim abzusichern.

pep

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