Messe der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik

Duschen wird barrierefrei

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Heusenstamm - Immer mehr Menschen entscheiden sich bei der fälligen Badsanierung für eine sichere Gestaltung. Messe der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik in Martinsee zeigt Möglichkeiten für mehr Komfort bei der Körperpflege. Von Claudia Bechthold

Bei etwa 80 bis 85 Prozent seiner Aufträge, sagt Willi Manger, denken seine Kunden darüber nach, wie sie ihr Bad sicherer und einigermaßen barrierefrei gestalten können. Der Installateur hat sich vor allem auf Bad-Sanierungen spezialisiert. Und immer häufiger geht es seinen Auftraggebern darum, diesen Raum so einzurichten, dass er auch mit körperlichen Einschränkungen noch bequem genutzt werden kann. Aus diesem Grund befasst sich eine Sonderschau der Messe der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik am Wochenende 15. und 16. Februar in Martinsee mit dem Thema „Sicherheit und Komfort im Bad“.

Die Möglichkeiten, das Bad sicherer zu gestalten sind vielfältig. Zunächst kommt es darauf an, ob es sich bei der Wohnung um Eigentum handelt oder nicht. Ist der Auftraggeber selbst Mieter, muss natürlich der Hausbesitzer gefragt werden.

„Meist erhalten wir ja einen Anruf, weil zum Beispiel der Ehepartner durch eine Erkrankung nur noch eingeschränkt bewegungsfähig ist“, berichtet Willi Manger (Bild). Spätestens wenn die Betroffenen in der Reha-Behandlung seien, machten sich die Angehörigen Gedanken darüber, wie es danach weitergehen könne. Und dabei spiele die Körperhygiene natürlich eine große Rolle.

Duschen liegen vor Badewannen

Und da könne man den Menschen das Leben inzwischen doch viel leichter machen. „Das fängt bei Haltegriffen an und hört bei Dusch-WCs auf“, meint Manger. Doch schon bei den Haltegriffen gibt es Unterschiede etwa bei der Form. Und mittlerweile gebe es sogar Griffe, die ohne Schrauben mit einem Saugsystem angebracht werden: „Die kann man dann sogar auf Reisen mitnehmen.“

In den meisten Fällen aber gehe es darum, die Badewanne durch eine Dusche zu ersetzen, die dann auch noch „bodenbündig“ ist oder eine sehr niedrige Wanne hat. „Bodenbündig“ bedeutet, dass der Übergang von den Bodenfliesen zu den Duschfliesen auf gleicher Ebene ist. Nur die Fliesen in der Dusche neigen sich ganz leicht zum Ablauf hin. „Das geht aber nur, wenn der Estrich darunter dick genug ist, denn es muss auch noch Platz für einen Siphon vorhanden sein“, erläutert der Heusenstammer.

Es gebe aber inzwischen auch ganz flache Duschwannen mit rutschhemmender Oberfläche (Foto). Da ist Quarzsand in die Email-Oberfläche eingebrannt. Außerdem könne man einen Klappsitz in die Dusche einbauen. „Das ist besser als ein Hocker, weil der schneller umfallen kann.“ Und manchen Patienten sei es eben nicht mehr möglich, sich langsam zu setzen.

Badewannen mit Tür seien eine weitere Alternative, berichtet der erfahrene Meister. Allerdings würden Duschen meist bevorzugt, da das warme Baden bei manchen Menschen den Kreislauf belaste. Außerdem sei die Hilfe beim Waschen von pflegebedürftigen Patienten in der Dusche leichter.

Alles rund um das WC

Ein weiteres Thema sei das WC. Häufig werde gewünscht, dass die Toilette höher angebracht werden soll. Da gebe es unterschiedliche Lösungen, bis hin zu WC-Keramiken, die man elektrisch heben und senken könne. Und es gebe Dusch-WCs für Menschen, die nicht mehr so beweglich sind. Das seien Toiletten und Bidets in einem. Auch solche Modelle würden immer häufiger verlangt.

Etwa alle 25 bis 30 Jahre, schätzt Willi Manger, lassen Haus- und Wohnungsbesitzer ihr Bad renovieren. „Da spielt natürlich auch der persönliche Geschmack eine Rolle und neue Trends.“ Aber spätestens nach 30 Jahren müsse meist etwas gemacht werden, weil dann zum Beispiel die Rohre nicht mehr in Ordnung sind. Und wer dann ohnehin investieren müsse, der frage natürlich nach, wie man das Bad einrichten könne, damit man es auch noch nutzen kann, wenn man mal nicht mehr so gelenkig ist.

Was eine Badsanierung koste? Das komme natürlich auf viele Faktoren an. Ein guter Haltegriff sei schon für 200 Euro zu haben. „Man kann aber auch 15.000 bis 20.000 Euro anlegen“, sagt Willi Manger, der den Ende der 60er Jahre gegründeten Betrieb von seinem Vater übernommen hat.

Die Messe der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik mit Energiespartagen „Heizung und Solar“ ist Samstag, 15. Februar, und am Sonntag, 16. Februar, jeweils von 10 bis 18 Uhr im Kulturzentrum Martinsee, Martinseestraße 2, geöffnet.

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