DVPT mit Sitz in Heusenstamm

Die Stimme der Postbenutzer

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Sie vertreten den DVPT (von links): Heinz Hoos (Beratung), Stephan Schmidt (Mitgliederbetreuung), Tina Sauerbrei (Kommunikation), Klaus Gettwart (Vorstand), Serkan Antmen (Akademie), Markus Klein (Organisation) und Beate Knipp (Vorstandsassistentin).

Heusenstamm - Begonnen hat alles 1967 in Neu-Isenburg. Wilhelm Hübner war in eine Neubausiedlung gezogen, wollte einen Telefonanschluss und legte sich – erfolgreich – mit der Post an. Von Claudia Bechthold 

Schließlich gründete Hübner 1968 den Verband der Postbenutzer, der heute Deutscher Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) heißt.
Wilhelm Hübner war sozusagen der personifizierte Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation. Weil er sich 1967 nicht damit hatte zufrieden geben wollen, dass die Post ihn mit rund einer Million weiterer Bundesbürger auf eine Warteliste für einen Telefonanschluss setzte, wurde der 2015 verstorbene Gründer des Verbands zum Streiter gegen das Monopol der Post und später auch der Telekom. Als Verband der Postbenutzer wurde der heutige DVPT 1968 in Offenbach gegründet, seit Januar ist Heusenstamm der Sitz. Die Post hatte Hübner damals übrigens verklagt und damit das Recht eines jeden Bundesbürgers auf einen Telefonanschluss erwirkt.

Im Lauf der Jahre hatte sich Wilhelm Hübner einen guten Ruf als Stimme der Verbraucher erworben. Der Verband, dessen Vorsitzender er 32 Jahre lang war, wurde immer häufiger gefragt, wenn es um weitreichende Entscheidungen ging, zum Beispiel als nach dem Fall der Mauer das Postleitzahl-System neu geordnet werden musste.

Die Monopole der Post und der Telekom sind längst Geschichte – auch daran hat der DVPT seinen Anteil –, dem Verband aber geht die Arbeit nicht aus. Zunächst waren die Verbraucher, die Nutzer, das Hauptklientel des Verbandes, inzwischen stehen vor allem Firmen und Institutionen auf der Liste der etwa 400 Mitglieder. Das bedeute aber nicht, dass nicht auch private Anwender von der Arbeit des DVPT profitieren, betonte Klaus Gettwart, seit zwei Jahren Vorstand des DVPT. So gehöre man einem Arbeitskreis der Bundesnetzagentur an, der in Sachen Telekommunikation und Post berät: „Wir sind der einzige Verband in Deutschland, der die Interessen der Nutzer unabhängig von Branche oder Hersteller vertritt.“

Als nächstes großes Projekt plant der DVPT zum Beispiel im kommenden Jahr eine belastbare Laufzeitmessung für Briefe. 80 Prozent der voll bezahlten Briefe sollten am Tag nach dem Einwurf den Empfänger erreichen, 95 Prozent einen weiteren Tag später. 72 000 Briefe müssen dazu innerhalb eines Jahres in einem TÜV-zertifizierten Verfahren versandt und entsprechend registriert werden. Schon nach drei Monaten könne man, versichert Gettwart, erste Aussagen über tatsächliche Brieflaufzeiten machen.

Das 50-Jährige hat man bescheiden gefeiert: mit einem Mittagessen und einer Führung durch die Schlossstadt.

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