„Ein sehr wertvolles Projekt“

Pfarrer und Verwaltungsrat zu geplantem Familienzentrum in Heusenstamms Bauausschuss

Das Pfarrheim der Gemeinde St. Cäcilia direkt neben der Kirche an der Schlossstraße soll durch ein Familienzentrum ersetzt werden.
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Das Pfarrheim der Gemeinde St. Cäcilia direkt neben der Kirche an der Schlossstraße soll durch ein Familienzentrum ersetzt werden.

Das geplante Familienzentrum auf dem Gelände von St. Cäcilia in Heusenstamms Altstadt war am Mittwochabend Thema im Bau- und Verkehrsausschuss der Stadtverordnetenversammlung. Auf Wunsch vor allem der FDP waren Pfarrer Martin Weber und Jörg Fuhr vom Verwaltungsrat der Kirchengemeinde zu dieser Sitzung eingeladen, um Fragen zu beantworten.

Heusenstamm – Zu Beginn betonte Bürgermeister Halil Öztas, man hoffe, in der nächsten Woche eine weitere Fördergeld-Zusage für das Projekt zu erhalten. Wie berichtet, hat das Land Hessen schon vor einem Jahr einen Zuschuss in Höhe von 1,6 Millionen Euro für die Errichtung einer Schulkindbetreuung als Teil des Familienzentrums zugesagt. Ein weiterer Zuschuss sei beantragt, sagte Öztas, die Höhe der Zuwendung könne er aber erst nennen, wenn der Bescheid vorliege.

Die Frage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Paul Sassen nach dem Beitrag der Kirchengemeinde zu dem Projekt, beantwortete Pfarrer Martin Weber. Man sehe sich als funktionalen Katalysator, damit ein sehr wertvolles Projekt verwirklicht werden könne. Es solle ein Zentrum werden, dass allen Menschen zugänglich sein werde. Die von der Kirche finanzierte Machbarkeitsstudie habe eine Schulkindbetreuung, eine Kindertagesstätte und eine Begegnungsstätte für Vereine und die Menschen in Heusenstamm ergeben. Dazu habe man sich im Arbeitskreis engagiert und an der Erstellung eines Nutzungskonzepts beteiligt. Dazu komme das Grundstück auf Erbbau-Basis.

„Eine andere Ausgangslage“

Für die FDP-Fraktion resümierte deren Vorsitzender Uwe Klein, dies bedeute, dass sich die Kirche weder an den Investitionskosten, noch an Betriebs- und Unterhaltungskosten beteiligen werde und dies ausschließlich vom Steuerzahler zu finanzieren sei. Dies sei für ihn eine andere Ausgangslage als vor zwei Jahren, als nach Vorlage der Machbarkeitsstudie weiteren Sondierungen zu diesem Projekt zugestimmt worden war.

Jörg Fuhr betonte, es sei nicht Aufgabe der Kirche, eine Schulkindbetreuung und einen Kindergarten zu betreiben. Bei der Höhe der Erbpacht werde man sich am Bodenrichtwert für das Grundstück orientieren – derzeit bei 680 Euro je Quadratmeter. Die Gemeinde wolle in dem Komplex einen Raum als Sakristei fest mieten und weitere nach Bedarf.

Zudem betonte Öztas, man habe immer wieder gesagt, man wolle erst die Finanzierung des Projekts klären, dann werde man über Bau und Betrieb des Familienzentrums verhandeln: „Wir können erst sagen, was an nicht gedeckten Kosten entsteht, wenn wir wissen, was gefördert wird.“

Verkehrskonzept erst nach Beschluss sinnvoll

Zu einem Verkehrskonzept für das Zentrum zeigte sich der Bürgermeister überzeugt, dass es funktionieren könne, wenn die Eltern ihre Kinder zu Fuß bringen oder abholen. Ein teures Verkehrskonzept sei zudem erst sinnvoll, wenn man einen Beschluss habe und wisse, was wohin komme. Dem widersprach Sassen, der meinte, man müsse vor einem Beschluss wissen, was dort verkehrlich machbar sei.

Uwe Klein nannte es im Zusammenhang mit dem von der CDU gemachten Vorschlag, über inklusives Wohnen als Möglichkeit auf dem Gelände nachzudenken, „mehr als legitim“, sich Gedanken darüber zu machen, ob man jemanden finden könnte, der investiert, um das Projekt zu retten. Dies sei der Ansatz für den Vorschlag gewesen. Die Frage Kleins, ob es seitens der Gemeinde einen Plan B gebe, falls das Projekt scheitere, beantwortete Fuhr mit „Ja“, aber man werde diesen nicht an dieser Stelle öffentlich machen. (Claudia Bechthold)

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