Caritas-Sozialstation

Einskommanull für die Pflege

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Medizinischer Dienst der Krankenkassen hat die Leistung der Caritas-Sozialstation in Heusenstamm geprüft und bewertet.

Heusenstamm - Medizinischer Dienst der Krankenkassen hat die Leistung der Caritas-Sozialstation in Heusenstamm geprüft und bewertet. Von Claudia Bechthold

Sie sind jeden Tag unterwegs, um anderen Menschen zu helfen. 16 Frauen und ein Mann arbeiten für die Caritas-Sozialstation Heusenstamm in der ambulanten Pflege. Jetzt haben sie besonderen Grund zur Freude - vor allem, weil es um den Ruf der Pflegebranche nicht überall zum Besten steht: Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) hat ihnen bei einer nicht angemeldeten Prüfung mit der Bestnote 1,0 die Qualtität ihrer Arbeit bestätigt.

Die sogenannte Grundpflege und die Behandlungspflege sind die Hauptaufgaben der 17 Pflegedienstkräfte der Sozialstation, die derzeit noch an der Franz-Rau-Straße untergebracht ist. „Wir wollen den Menschen ermöglichen, möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld bleiben zu können, auch wenn sie krank und pflegebedürftig sind“, sagt Ute Kern-Müller, Bereichsleiterin für Gesundheit und Pflege beim Caritasverband für Stadt und Kreis Offenbach.

Die Körperpflege steht im Vordergrund

Unter Grundpflege sind jene Leistungen zu verstehen, die von der Pflegeversicherung übernommen werden. „Das ist vor allem die Körperpflege“, erläutert Kern-Müller. Zur Behandlungspflege zählen alle Arbeiten, die von einem Arzt verordnet werden. Dazu zählen zum Beispiel Insulin-Gaben, das Wechseln von Kompressionsstrümpfen und die Versorgung von Wunden. Übernommen werden aber auch hauswirtschaftliche Aufgaben wie Einkaufshilfen oder das Reinigen der Wohnung.

Etwa 120 Patienten werden von der Schlossstädter Caritas-Station betreut. Darunter sind einige Menschen, die unter Demenz leiden. Pflegende Angehörige sind von dieser Situation besonders belastet, weil zur meist mit viel Aufwand verbundenen Betreuung kommt, dass der Patient sein Gedächtnis, seine Persönlichkeit immer mehr verliert. Diesen Familien bietet die Station auch die zeitweise Betreuung der Patienten an. Ute Kern-Müller: „Wir müssen die Angehörigen allerdings oft erst einmal davon überzeugen, dass sie ohne schlechtes Gewissen mal einen Stadtbummel machen, zum Friseur gehen oder sich einfach nur mal ausruhen dürfen.“

Schwierige Aufgabe

Eine schwierige Aufgabe ist die Palliativ-Versorgung. Diese gilt Patienten, für die es keine Chance auf Heilung gibt, denen man aber Schmerzen nehmen kann. Dazu arbeitet der Caritasverband mit dem Palliativ-Team des Klinikums Offenbach zusammen. Außerdem könne man jederzeit Mitarbeiter des Hospiz-Teams um Hilfe bitten. Dies werde allerdings aus Angst vor der Endgültigkeit, die der Situation innewohnt, oft abgelehnt.

Noch in diesem Jahr wird die Sozialstation in das neue Gebäude „Stadtgarten“ an der Frankfurter Straße einziehen, allerdings in Räume auf Rückseite, also an der Pfortengasse. „Wir hoffen, dort eine gute Alternative gefunden zu haben“, sagt Ute Kern-Müller. Bedenken von Anwohnern, dadurch könnte die Parkplatz-Not dort endgültig eskalieren, versucht sie zu zerstreuen: „Unsere Mitarbeiter können ihre Autos mit nach Hause nehmen, um am nächsten Tag gleich von dort zum ersten Patienten zu fahren. Nachts stehen also nur wenige Autos an der Sozialstation und zwei Parkplätze haben wir in der Garage der Residenz. Nur zur Dienstbesprechung alle 14 Tage stehen mal alle Autos in dem Viertel. Und wenn es Probleme gibt, sollten uns die Anwohner ansprechen.“

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