Nächste Woche werden 14 Jugendliche erwartet

Einzug von jungen Flüchtlingen ins Rainbow-Hotel

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Heusenstamm - Im Herbst vergangenen Jahres wurde bekannt, dass das Rainbow-Hotel im Seligenstädter Grund nicht nur einen neuen Eigentümer hat, sondern auch an den Kreis Offenbach verpachtet wurde. Von Claudia Bechthold

Der Kreis will darin jugendliche Asylbewerber unterbringen, die ohne Begleitung nach Deutschland gekommen sind. In der nächsten Woche soll es nun soweit sein. Die Umbauarbeiten sind offenbar weitgehend abgeschlossen. Das Rainbow-Hotel am Seligenstädter Grund ist von der kommenden Woche an eine Unterkunft für jugendliche Asylbewerber, die ohne Familie nach Deutschland kommen. Der Kreis Offenbach hat das Gebäude nach einem Eigentümer-Wechsel für zehn Jahre gepachtet.

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„Wir halten den Standort nicht für Flüchtlinge geeignet“, sagt Bürgermeister Halil Öztas. Mit Ausnahme des Kultur- und Sportzentrums Martinsee gebe es dort keine Freizeitangebote für Jugendliche. Und der Weg zur Schule sei vergleichsweise weit. Vor allem aber sei es ein Gewerbegebiet. Aber: „Wir sind zwar der Meinung, dass die Umnutzung eines Hotels in einem Gewerbegebiet in eine Unterkunft für Asylbewerber nicht im Sinne des Bebauungsplans ist, aber wir haben keine rechtliche Handhabe“, erläutert der Verwaltungschef. Man habe das noch einmal genau juristisch geprüft und letztlich einsehen müssen, dass die Stadt Heusenstamm ihr Einvernehmen erteilen müsse.

Kritisiert hatte man das Vorhaben des Kreises in der Stadt vor allem wegen der verlorenen Kapazität an Hotelbetten. Öztas betont, er sei mittlerweile zuversichtlich, bald ein neues Hotel in der Schlossstadt etablieren zu können. Er habe auch schon vor einem entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion Gespräche mit möglichen Investoren zu diesem Thema geführt. Und es gebe Interesse an einem solchen Projekt. Er gebe eine Immobilie, die sich für einen Umbau zum Hotel eignen könnte. Vielleicht habe man schon 2017 ein schönes neues Hotel in der Stadt.

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Einen kleinen Vorteil könnte die Nutzung des Rainbow als Unterkunft für Jugendliche haben. Die Zahl der dort wohnenden jungen Menschen wird der Stadt bei der Zahl der untergebrachten Flüchtlinge angerechnet. „Wenn die Gebäude des Keppler-Verlags und an der Borsigstraße dann fertig sind, können wir vielleicht Martinsee wieder frei machen“, hofft Halil Öztas.

Für den Kreisbeigeordneten Carsten Müller ist die Unterkunft eine gute Lösung. Der Kreis ist als Jugendhilfeträger für die Jugendlichen ohne Begleitung zuständig. „Minderjährige Flüchtlinge ohne Eltern genießen einen besonderen Schutz“, erläutert er. Zu den strengen Vorgaben für die Unterbringung von Minderjährigen gehören die Betreuung und Aufsicht rund um die Uhr sowie sozialpädagogische Leistungen. „Der Personalschlüssel liegt bei eins zu zwei, eine Fachkraft ist für zwei Jugendliche zuständig“, betont Müller.

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In der neuen Unterkunft, die „Rainbow House“ heißen soll, stehen den Bewohnern im Erdgeschoss ein Speisesaal, ein PC-Raum und ein Fitnessraum zur Verfügung. Im Dachgeschoss befinden sich zwei Mehrzweckräume (Foto), die zur Hausaufgabenbetreuung und für Deutschkurse genutzt werden können. Das „Rainbow House“ biete auf drei Etagen Platz für insgesamt 90 Personen. Zunächst werden 14 Minderjährige einziehen, was auch der Größe einer Wohngruppe entspricht.

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