Empört über Pfarrheim-Pläne

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Jörg Fuhr vom Verwaltungsrat, Meinolf Föckeler vom GSW und Pfarrer Martin Weber (von links) während der Debatte.

Heusenstamm - Von starken Gefühlen geprägt war die Versammlung der Pfarrgemeinde St. Cäcilia, in der über die Zukunft des Pfarrheims informiert werden sollte. Von Claudia Bechthold

Der Plan: Es wird ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben mit dem Ziel, das „neue“ Pfarrheim abzureißen und durch zehn bis 15 Wohnungen zu ersetzen sowie den älteren Teil des Gebäudes zu sanieren und aufgestockt oder durch einen Neubau zu ersetzen (wir berichteten). Nach einstündiger, oft heftiger Debatte sollen nun noch einmal Gespräche stattfinden, bevor mit einer Ausschreibung alles festgezurrt wird.

Mit so deutlichem Gegenwind aus der Gemeinde dürften die Einladenden kaum gerechnet haben. Pfarrer Martin Weber, Meinolf Föckeler vom Gemeinnützigen Siedlungswerk sowie Jörg Fuhr vom Verwaltungsrat der Gemeinde und weiteren Vertretern dieses Gremiums und des Pfarrgemeinderats schlugen heftige Reaktionen entgegen, nachdem die Pläne erläutert waren.

Empört, entsetzt, enttäuscht

Empört, entsetzt, enttäuscht äußerten sich die meisten der weit mehr als 50 Gemeindemitglieder, die der Einladung gefolgt waren. Und von ruhig vorgetragenen Bedenken bis zu heftigen Zwischenrufen hatte die Diskussion alles zu bieten.

„Das geht nicht, das ist unmöglich!“ Inge van Eck etwa hatte viele Argumente, warum die Pläne für das Pfarrheim keinen Bestand haben könnten. Auf dem doch nicht allzu großen Gelände Pfarrheim, Wohnungen, Parkplätze und Zufahrt unterzubringen sei schlicht unmöglich , zeigte sich Inge van Eck überzeugt. Und für zusätzliche Parkplätze für Besucher der Gottesdienste sowie der Veranstaltungen im Pfarrheim sei dann schon gar kein Platz mehr da. Gar nicht zu reden von Kindern etwa, die vielleicht einmal kicken wollten auf dem Hof.

Wohnungen in direkter Nachbarschaft

Ob sich ein Pfarrheim überhaupt vertragen könne mit Wohnungen in direkter Nachbarschaft bezweifelte Herbert Margraf. Immer wieder habe man in der Vergangenheit Ärger wegen Lärmbelästigungen gehabt. Das könne sich dann ja verstärken.

Aber auch die Idee, den seit zwei Jahren geschlossenen „neuen“ Teil des Heims zu sanieren und als gemeinsame Einrichtung der ganzen Pfarrgruppe aus den Gemeinden St. Cäcilia, Maria Himmelskron und Mariä Opferung zu nutzen, wurde geäußert. Schließlich habe das Geb äude vor der Schließung ja nicht leer gestanden, schließlich sei Leben im Pfarrheim gewesen. „Unser Kirchenchor muss sein Stiftungsfest diesmal in Himmelskron feiern“, kritisierte Margarete Krebs.

Für Wettbewerb entschieden

Meinolf Föckeler vom Gemeinnützigen Siedlungswerk (GSW), unter dessen Leitung der Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden soll, verteidigte die Planung. Dies sei ein Problem vieler Gemeinden, die immer kleiner würden, dass die Gebäude eigentlich zu groß seien. Deshalb habe man sich auch in diesem Fall mit dem Bischöflichen Ordinariat beraten und sich eben für jenen Wettbewerb entschieden. Eine Alternative zur Bebauung mit Wohnungen werde es allerdings darin nicht geben. Bebaut werden dürften – entsprechend der Vorgaben der Stadt – höchstens 40 Prozent der Grundstücksfläche. Und auch die Stellplatzsatzung der Stadt müsse eingehalten werden. 1,6 Stellplätze je Wohnung schreibt diese üblicherweise vor. Die Wohnungen sollten je 50 bis 60 Quadratemeter groß sein, mehr als 2,5 Geschosse seien nicht zugelassen. Und für die Größe des Gemeindesaals gebe es eine Vorgabe des Bistums, die bei 90 Quadratmeter liege.

Am Ende fand Bürgermeister Peter Jakoby einen Weg, die Gemüter wenigstens vorläufig zu beruhigen. Er biete, vorausgesetzt, das Vorgestellte sei noch nicht endgültig, Gespräche an, um sich noch einmal Gedanken über Lösungen zu machen, die dem Rechnung tragen, was an diesem Abend gesagt wurde. Vielleicht lasse sich ja doch noch eine Lösung finden, mit der die Gemeinde besser leben könne. Pfarrer Martin Weber versprach zudem, das weitere Vorgehen öffentlich zu kommunizieren.

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