„Energiespartage - Heizung und Solar“

Das Klo und die Kosten

Heusenstamm - Die Heizung und das Klo, die Sonne und das Geld: 30 Industriepartner und ebenso viele Mitgliedsbetriebe der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik aus Stadt und Kreis stellten bei den „Energiespartagen - Heizung und Solar“ sich und ihre Konzepte vor. Es trafen sich Angebot und Nachfrage. Von Sascha Dreger 

„...gibt fast nichts, was es nicht gibt.“ Das WC mit Unterduschfunktion zum Beispiel zeigt sich als Erleichterung für Menschen, deren Beweglichkeit eingeschränkt ist.

Als Kreishandwerksmeister ist man auch Marketingmensch. Als Wolfgang Kramwinkel von „geballter Fachkompetenz für alle, die sich mit dem Thema Energieeffizienz auseinandersetzen wollen“ spricht, macht er sich aber keiner Übertreibung schuldig. Die „Energiespartage - Heizung und Solar“, zu denen sich 60 Hersteller und Mitgliedsbetriebe der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik aus Stadt und Kreis in Heusenstamm treffen, sind eine Fachmesse. Sie können beim Publikum tatsächlich einige Fragezeichen beseitigen. Ist ja auch nicht ganz einfach, die Materie. Das wird spätestens klar, als der Rundgang zu Toilettenschüsseln führt, deren Funktionsumfang schon beinahe unheimlich ist.

„Exklusiv und im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar“ nennt Wolfgang Laber das Zusammenführen von Angebot, Information und Nachfrage. Sein Wunsch bei der Eröffnung ist, dass die Stadt- und Kreisbürger die Aufträge für ihre Projekte an ortsansässige und in der Innung organisierte Unternehmen vergeben. „Diese bilden aus und sorgen so auch für kompetente Fachkräfte, die für neue Techniken benötigt werden“, sagt er. Als Obermeister der Innung nimmt Laber auch die Freisprechung der Jung-Gesellen vor, überreicht ihnen ihre Zeugnisse und Gesellenbriefe.

Fünfmal hat es die Messe nun schon gegeben, dreimal davon in Heusenstamm. Sowas macht Vor-Ort-Akteure stolz. Bürgermeister Halil Öztas grüßt mit Erkenntnis: „Erst wenn die Strom- und Gasabrechnung kommt, setzen sich viele mit dem Thema Energiesparen auseinander.“ Und so sieht es auch Landrat Oliver Quilling, der die handwerklichen Fähigkeiten und das Know-how der Fachleute einen großen Beitrag zum Energiesparen und Klima-schutz nennt. Karsten Lamers von der Handwerkskammer Rhein-Main sieht den großen Vorteil der Messe im Zusammenbringen von Fachleuten und Endkunden.

Und so zeigt es sich auch: Mit Brennwertgeräten, Blockheizkraftwerken, Brennstoffzellen und anderen Techniken gibt es eine große Auswahl an modernen Heizsystemen. „Auf Grund der momentan niedrigen Energiepreise sind Erneuerungen bestehender Anlagen zwar gerade nicht so gefragt“, sagt Dennis Durwael. Er sei aber sicher, dass die Preise früher oder später wieder steigen werden. Also lieber jetzt.

Fernbedienung fürs Örtchen - Das intelligente WC kommt

Jürgen und Katrin Buchwald nutzten die Messe, um sich zum Thema Gebäudebeheizung beraten zu lassen. „Wir planen einen Neubau und möchten von Beginn an effizient und nachhaltig heizen“, sagen sie. Momentan zählt eine Luftwärmepumpe, eventuell mit einer Photovoltaikanlage kombiniert, zu den Favoriten des Ehepaars. „Das werden wir aber noch in Ruhe entscheiden.“ Auch Energielieferanten und Netzbetreiber sind vor Ort, beantworten Kunden Fragen etwa zu Hausanschlüssen oder Preisvergleichen mit Vorversorgern.

Zusätzlich erwartet die Besucher eine Sonderschau zum Thema Sicherheit und Komfort im Bad. Dafür sorgen etwa barrierefreie Einstiege in Badewannen, integrierte Haltegriffe oder Sitze sowie Duschsysteme mit bodentiefen Einstiegen. „Bei Badsanierungen sind diese Sachen mittlerweile sehr gefragt, auch bei jungen Leuten“, weiß Jörg Engel. Der Gas- und Wasserinstallateur kennt aber auch den Wunsch vieler Kunden nach einfacher Pflege oder effizienterer Nutzung kleiner Bäder.

Beim Thema Komfort ernten zum Beispiel höhenverstellbare Toiletten und Waschtische interessierte Blicke. Und natürlich das WC mit Unterduschfunktion. „Das ist ideal für ältere Menschen wie mich“, sagt Roland Schlitt, der bereits einen Dusch-WC-Sitz hat.

Rubriklistenbild: © Dreger

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