AfD landet bei 7,2 Prozent

CDU und Grüne verlieren hoch

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Schon am Sonntagabend feierte die SPD ihren enormen Zugewinn von fast 13 Prozent der Stimmen.

Heusenstamm - Der Erdrutsch ist geblieben, dennoch hat sich das vorläufige Endergebnis der Wahl in Heusenstamm im Vergleich zum Trendergebnis vom Sonntagabend ein wenig relativiert. So ist vor allem die AfD nicht mehr drittstärkste Fraktion im künftigen Stadtparlament. Von Claudia Bechthold 

CDU und Grüne müssen Verluste in Höhe von gut zehn Prozent hinnehmen. Und die SPD freut sich über einen Zuwachs von fast 13 Prozent. Entgegen der Trendaussage vom Sonntag und trotz der massiven Verluste bleibt die CDU mit 13 Sitzen nun doch stärkste Fraktion im Schloss. Die SPD folgt ihr mit 12 Sitzen. Vier Sitze stehen den Freien Wählern zu. Je drei Sitze erreichten Grüne und AfD. Bei zwei Sitzen bleibt es für die FDP. Beeinflusst sei das Wahlergebnis von zwei Erscheinungen, meint der CDU-Spitzenkandidat Lothar Fella. Zum einen habe die Tatsache, dass die AfD in Heusenstamm angetreten ist, die CDU Stimmen gekostet. Zum anderen sei da der „Öztas-Effekt“, den die SPD gut ausgenutzt habe. Als stärkste Fraktion habe seine Partei nun eine Verpflichtung, sagt Fella: „Wir werden mit allen reden mit Ausnahme der AfD und sehen, was dabei herauskommt.“

Er freue sich über den Wahlsieg, betont SPD-Spitzenkandidat Rolf Lang und verspricht: „Wir haben den Wählerauftrag verstanden, wir werden verantwortungsbewusst damit umgehen.“ Gespräche werde die SPD mit allen demokratischen Parteien führen. Mehr Stimmen verloren als durch den Fukushima-Effekt vor fünf Jahren dazugewonnen haben die Grünen. Man habe gehofft, wieder auf vier Sitze zu kommen, sagt Spitzenkandidat Heiner Wilke-Zimmermann. Dieses Ergebnis habe sicher auch etwas mit dem guten Abschneiden der SPD durch Bürgermeister Halil Öztas zu tun. Wilke-Zimmermann macht das vor allem daran fest, dass die Heusenstammer Grünen mehr Stimmen verloren haben als deren Parteifreunde in den Nachbarstädten. Wie es nun weitergehe, wer mit wem zusammenarbeiten werde, sei derzeit noch nicht einzuschätzen. „Wie sind gesprächsbereit, wenn man auf uns zukommt“, fügt er noch an.

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Willi Seidewitz, Spitzenkandidat der Freien Wähler Heusenstamm (FWH), äußert sich eher unzufrieden: „Wir hatten uns einen Sitz mehr erhofft.“ Die CDU sei abgewählt, Heusenstamm wolle wohl eine Veränderung. Wie es nun weitergehe, vermag auch er nicht zu sagen. Entweder bleibe es bei der Großen Koalition, oder entweder CDU oder SPD einige sich mt den kleineren Fraktionen. In beiden Konstellationen müssten die Freien Wähler als Partner gewonnen werden. FDP-Vorsitzender Uwe Klein bedauert, dass seine Partei trotz Zugewinn von zwei Prozent keine dritten Sitz erhält. Eine Große Koalition halte er nicht für gut, da sich dann zwei Drittel des Parlaments mit der Verwaltung verbunden fühlten. AfD-Spitzenkandidat Carsten Härle war gestern Nachmittag nicht zu erreichen.

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