Eritreer veranstalten ein Dankeschön-Fest

Röstrauch erfüllt Wünsche

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Zur eritreischen Kaffeezeremonie gehört auch das Rösten der Bohnen, an deren Rauch man riechen darf.

Heusenstamm - Draußen fällt Schnee vom Himmel während im gemütlichen Pfarrheim der katholischen Gemeinde Maria Himmelskron eritreische Frauen Essen zubereiten. Es ist gedacht für die Besucher des „Eritrea-Fests“. Von Carolin Henneberg 

„Mit diesem Tag heute wollen wir einfach mal allen Spendern und Helfern Danke sagen“, erzählt Heinz Schiedhering, der seit mehr als 20 Jahren für seinen unermüdlichen Einsatz für das Projekt „Hilfe für Eritrea“ bekannt ist. Danke sagen, für mittlerweile 43 Schiffscontainer, die vollbeladen ihren Weg in das ostafrikanische Land gefunden haben, um die Menschen dort mit diversen Hilfsgütern zu unterstützen. Danke sagen, für Geldspenden, durch die lebensnotwendige Medikamente gekauft werden konnten, und Danke sagen, für jeden persönlichen Einsatz rund um das Projekt.

Das Pfarrheim an der Marienstraße ist schon gut gefüllt, als die Frauen aus Eritrea, gewandet in traditionelle weiße Kleider, in der Küche alles vorbereiten. Es gibt Ensjera (ein weiches, gesäuertes Fladenbrot aus Teffmehl) mit feurigem Gulasch, Ei und Gemüse. Typischerweise wird in Afrika mit den Händen gegessen, die meisten entschieden sich dann aber lieber doch für Messer und Gabel.

Pfarrer Martin Weber, der im vergangenen Jahr selbst nach Eritrea gereist ist, zeigt sich überzeugt von dem Projekt: „Durch meine Reise habe ich sehen können, wie nachhaltig unsere Hilfe ist, es konnte schon so viel erreicht werden. Und ich habe gesehen, dass alles auch wirklich dort ankommt, wo es hin soll.“ Grund für seinen Besuch war der Wechsel der Trägerschaft für das Projekt Ende 2013 von der Heusenstammer Kolpingfamilie zur Pfarrgemeinde Maria Himmelskron. Motor des Ganzen, wie Weber weiter sagt, sei und bliebe aber auf jeden Fall Heinz Schiedhering, durch dessen Engagement das Projekt stetig voran komme.

Nach dem Essen ein Kaffee

Nach dem Essen steht die traditionelle Kaffeezeremonie Eritreas auf dem Tagesplan. Eine der Frauen beginnt, Kaffeebohnen in einem Metalltöpfchen zu rösten, das dann zu den Besuchern getragen wird. Das Riechen an dem aufsteigenden Rauch soll die Person segnen, und ihre Wünsche erfüllen. Danach mahlen die Frauen die Bohnen und gießen sie in einem Tontopf mit Wasser auf. „Das schmeckt wie Espresso, nur viel, viel besser“, versichert Nazinet Pfeiffer mit einem Lächeln. Sie lebt mit ihrem Mann in Langen, stammt aber aus Eritrea kommt. Nach der Kaffeepause, zu der gesüßtes Popcorn gereicht wurde, kündigt Heinz Schiedhering einen heimischen Tanz der Eritreerinnen an „aber ihr dürft sitzen bleiben, es ist keine Damenwahl“ scherzt der Heusenstammer, der bereits 14 mal nach Afrika gereist ist.

Bevor der Tag zu afrikanischen Klängen ausklingt ruft „Opa Heinz“, wie Schiedhering liebevoll von den eritreischen Kindern genannt wird, noch zu neuen Spenden auf. Sollen doch in Mai und Juni schon die nächsten Container verschifft werden. Neben Sachspenden, die von Aschermittwoch, 18. Februar, an in der Philipp-Reis-Straße auf dem Gelände des ehemaligen Fernmeldezeugamts vorbeigebracht werden können, werden auch wieder tatkräftige Helfer gesucht, die beim Beladen unterstützen. Dringend benötigt werden momentan zwei Damenfahrräder, aber auch Bettwäsche, Handtücher, Verbandsmaterial, Schirme, Krücken, Gehstöcke, Nähmaschinen, Nähmaterial, Stofftiere, Puppen und andere Spielsachen sowie Küchenbedarf, nehmen die Helfer gerne entgegen. Weitere Infos gibt es bei Heinz Schiedhering unter 06104/3627.

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