Vorbereitung der 750-Jahr-Feier

Etwas ganz und gar Rembrückerisches

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Patrick Witte (links) und Dr. Hartmut von Kienle haben viel Arbeit in das Jubiläumsfest gesteckt.

Heusenstamm - Viel Arbeit haben die Mitglieder des Bürgerforums Rembrücken in die Vorbereitungen zur 750-Jahr-Feier des Orts gesteckt. Am morgigen Freitag nun erreicht das Fest mit drei großen Veranstaltungen seinen Höhepunkt. Dr. Hartmut von Kienle, Sprecher des Bürgerforums, und Patrick Witte berichten darüber. Von Claudia Bechthold

Mehr als 16 Jahre gibt es das Bürgerforum Rembrücken, das einst von den Freien Wählern initiiert wurde, um den Wünschen der Einwohner eine Stimme zu geben. Seit rund zwei Jahren arbeiten die derzeit elf Mitglieder an den Vorbereitungen für das Ortsjubiläum, das jetzt gefeiert werden soll. Die Initiative, den Geburtstag richtig zu feiern, sei vom Bürgerforum gekommen, betont Patrick Witte: „Wir wollten dem Ortsteil damit mehr Geltung verschaffen.“

Anstoß sei die 700-Jahr-Feier im Jahr 1968 gewesen. „Vor 50 Jahren konnte man noch besser feiern“, meint Witte, deshalb habe man zunächst die Bürger eingeladen, Ideen zu sammeln. „Das brachte so manche Anregung und auch Angebote von Bewohnern der Hubertussiedlung, die sofort gesagt haben, sie machen mit“, berichtet er weiter. Bestätigt gesehen habe man diese Vorgehensweise auch bei der Unterstützung, die man für die Skulptur erhalten habe. Im Ort, an der Einmündung der Hauptstraße in die Heusenstammer Straße, steht seit dem 6. Mai, dem Tag der Akademischen Feier, eine Skulptur, entworfen von Patrick Witte, die an den 750. Geburtstag erinnern soll.

Mehr als tausend Ehrenamtsstunden, schätzt Witte, habe allein das Bürgerforum in die Vorbereitungen der Feierlichkeiten investiert. Man dürfe aber nicht unterschätzen, was seitens der Mitarbeiter der Stadtverwaltung geleistet worden sei und werde, ergänzt Hartmut von Kienle. Die Anregung, einen Festumzug zu machen, habe man ganz schnell verworfen. „Dazu benötigt man viele Helfer und aktive Vereine“, meint Witte. Es gebe im Ort den Turnverein, die Feuerwehr, den Tennisclub und die Gärtner: „Das sind 40 bis 50 Aktive, und die sind ohnehin beschäftigt.“

„Aber es gab auch bald Ideen, die gut waren“, betont Witte. Die Vereinsolympiade etwa, die am Samstagabend stattfindet, und das Konzert, mit dem morgen Abend der Kultursommer Südhessen eröffnet wird. „Auch die Idee mit den offenen Höfen, die wir am Sonntag umsetzen, kam sehr früh“, ergänzt von Kienle. „Wir wollten etwas ganz und gar Rembrückerisches machen, etwas, das von Rembrückern kommt und den Ort repräsentiert“, erläutert Witte weiter.

Noch länger als mit dem Konzept für das bevorstehende Festwochenende sowie für den Festgottesdienst und die Akademische Feier, die bereits Anfang Mai stattfanden, hat sich vor allem Hartmut von Kienle mit dem Buch „Rembrücker Geschichte(n)“ befasst. Es ist Anfang Mai erschienen und zum Preis von zehn Euro unter anderem beim Tag der offenen Höfe zu erhalten.

750 Jahre Rembrücken: Bilder

Vor knapp drei Jahren hat der Bürgerforums-Sprecher mit den Recherchen für die Sammlung begonnen. „Viel Zeit habe ich dafür in Archiven verbracht“, blickt er zurück: „Es sollte keine klassische Chronik sein, sondern der Versuch, die Geschichte und Entwicklung des Orts anhand von Geschichten zu erzählen.“ Zweimal hatte das Bürgerforum vor allem Senioren zu einem Erzählcafé eingeladen. „Dabei haben wir Fotos und einige schöne Anregungen für das Buch gefunden“, betont Witte. Und von Kienle: „Die Stunden, die ich mit dem Buch verbracht habe, sind nicht gezählt.“ Man habe versucht, sagt Witte, die Autorenarbeit aufzuteilen, „aber das hat nicht so geklappt“. Als „exzellent“ lobt von Kienle an dieser Stelle die Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Geschichtsverein Heusenstamm.

Zufrieden sind die beiden Vertreter des Bürgerforums mit dem bisherigen Verlauf der 750-Jahr-Feier. Die Reaktionen seien durchweg positiv gewesen. Nun freuen sie sich auf das Fest-Wochenende – vor allem auf den Tag der offenen Höfe.

Glücklich sind von Kienle und Witte vor allem über das Engagement der Menschen. Viele Leute seien dabei, für die das nicht selbstverständlich ist. „Und es haben sich sogar Bürger beteiligt, die wir vorher gar nicht kannten“, bemerkt von Kienle. Man hoffe auf würdige Festtage, mit denen man das Dorfleben wieder aktiviert habe, sagt Witte, und sich vielleicht auch die eine oder andere Tradition entwickelt.

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