Fällen nur noch mit Genehmigung

Stadt Heusenstamm will Baumschutzsatzung beschließen

Die Bäume in der herbstlichen Schlossallee stehen auch ohne Satzung schon unter Schutz der Stadt Heusenstamm.
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Die Bäume in der herbstlichen Schlossallee stehen auch ohne Satzung schon unter Schutz der Stadt Heusenstamm.

Bäume seien ein wichtiger Beitrag zum städtischen Klima, betonte Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu. Deshalb hat der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung jetzt eine Baumschutzsatzung vorgelegt, mit der die Pflanzen geschützt werden sollen.

Heusenstamm – Für die meisten Grundstückseigentümer sei es selbstverständlich, großgewachsene ältere Bäume zu erhalten, heißt es in der Begründung der Vorlage. Aber es sei gleichermaßen ein Trend zu beobachten, hochgewachsene Bäume fällen zu lassen. Die Satzung lege nun fest, wann und unter welchen Voraussetzungen Bäume als geschützte Landschaftsbestandteile anzusehen sind. Geschützt sind danach alle Bäume, die – gemessen in einem Meter über dem Boden – einen Stammumfang von mindestens 60 Zentimetern haben oder mehrstämmig gewachsen sind. Darf ein Baum gefällt werden, muss ein Ersatzbaum gepflanzt werden.

Von der Unteren Naturschutzbehörde sei ohnehin vorgeschrieben, dass zwischen März und Ende September gar keine Bäume gefällt werden dürfen, erläuterte Hajdu im Bauausschuss zur Frage nach möglichen Konflikten mit dieser Behörde. Und zwischen Oktober und Ende Februar wolle man erreichen, dass Grundstückseigner gemeinsam mit der Stadtverwaltung abwägen, ob ein Baum gefällt werden kann oder nicht.

Für Klaus Ommert. Stadtverordneter der Freien Wähler, greifen die Vorgaben der Satzung zu kurz. Man wisse doch noch gar nicht, welche Bäume sich durch den Klimawandel langfristig wohlfühlen werden, meinte er.

Erheblichen Beratungsbedarf machte die SPD am Mittwochabend in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses geltend. Deshalb bitte man darum, die Entscheidung darüber zu verschieben.

Fraktionsvorsitzender Rolf Lang begründete dies mit den „rechtlichen Formulierungen“ in der Satzung, die Spielräume für Interpretationen zu ließen, die für allerlei Ärger im Nachhinein sorgen könnten. Lang: „Was ist, wenn ein Baum die Substanz eines Hauses angreift, die Wurzeln das Gebäude untergraben, Terrassen- und Wegeplatten auf dem Grundstück gehoben werden?“ Oder die Wurzeln sich in die Abwasserrohre fressen und den Kanal auf einem Grundstück verstopften? Der Ärger für Hauseigentümer könne groß werden. Die vorgelegte Satzung lasse Auslegungen durch die Verwaltung zu, die sehr eng und schikanös sein könnten.

Dem widersprach Steffen Korb von der Fraktion der Grünen. Man sehe diese Probleme nicht und werde darauf bestehen, dass in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am nächsten Mittwoch, 11. November, über diese Vorlage abgestimmt wird.

Am Ende verzichteten die Ausschussmitglieder auf eine Beschlussempfehlung zu dieser Satzung. (Von Claudia Bechthold)

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