„Ein bisschen komisch ist es schon“

Familiäre Feier der Heusenstamms Fastnachter zum Start in die neue Kampagne

„Wo’s alte Tor steht“: Mit dem Heusenstamm-Lied beendeten die Fastnachter der Schlossstadt zum Kampagnen-Start ihr erstes Treffen seit eineinhalb Jahren.
+
„Wo’s alte Tor steht“: Mit dem Heusenstamm-Lied beendeten die Fastnachter der Schlossstadt zum Kampagnen-Start ihr erstes Treffen seit eineinhalb Jahren.

Ein bisschen komisch sei es schon, meinte Björn Uhl von den Fastnachtern der katholischen Kirche zu Beginn. Im eher familiären Kreis starteten Heusenstamms Narren am Samstagabend in eine Kampagne, von der noch niemand weiß, was daraus wird. Die Stimmung im Pfarrheim St. Cäcilia aber ließen sich die Aktiven vom FKK von den steigenden Corona-Zahlen nicht vermiesen.

Heusenstamm - Rund 50 Fastnachter hatten sich eingefunden, um nach eineinhalb Jahren wenigstens ein wenig zu feiern. Zusätzlich zur von vorneherein verkündeten 2G-Regel, musste sich jeder Gast vor dem Zutritt testen lassen. Dass die Zahl der Besucher überschaubar blieb, dürfte an den steigenden Inzidenzen gelegen haben.

Dennoch schafften es die Aktiven von Feuerwehr, Kirche und Karnevals Klub Disharmonie – kurz FKK – ihr Publikum mitzureißen. Zur Einstimmung lud Disharmoniker Matthias Kilian zu einer Runde Schunkeln. „Wir haben zu zweit unseren eigenen Fastnachtsumzug in Hof gemacht“, erinnerte sich dann Petra Klein von der Feuerwehr an die ausgefallene Kampagne dieses Jahres, bevor Werner „Conny“ Konrad auf die Bühne kam.

„Jetzt geht’s Leben endlich los“, habe er sich gedacht, als er in den Ruhestand versetzt wurde, berichtete Werner Konrad und erzählte, wie er seine nun frei verfügbare Zeit gestaltet hat. Es sei ja so viel zu tun gewesen: Rasen mähen, die Dachrinne reinigen und ein Vogelhäuschen bauen. Doch schon nach wenigen Tagen hatte er drei Vogelhäuschen und der Rasen wollte trotz Düngung nicht schneller wachsen. Am Ende gründete er mit anderen Rentnern eine Firma zur Herstellung von Vogelhäuschen.

„Perlwein-Drosseln“ machte Björn Uhl kurzerhand aus den Prosecco-Kehlchen der Disharmonie, weil sie nur zu dritt auftreten konnten. Stefanie Acri, Martina Hartmann-Abass und Heide Schwab hatten mit dem Hit „Hulapalu“ von Andreas Gabalier gleich den richtigen Ton für die Zuschauer getroffen und setzten dies mit „Nur nicht aus Liebe weinen“ und „Die Feuerwehr aus Heusenstamm“ mit einem Text von Stefanie Acri fort. Von einem Mikro-Ausfall und kleinen Textunsicherheiten ließen sie sich nicht beeindrucken.

Mit „Nachrichten aus dem Corona-Jahr“ – gespickt mit passenden Jingles – unterhielt schließlich Ralf Rebel. Pfarrer Martin Weber etwa sei betroffen gewesen, weil er nie erwartet hätte, dass Kirchen und Bordelle aus dem gleichen Grund geschlossen würden. Und die beliebtesten Vornamen im Pandemie-Baebyboom seien „Coronelia“ und „Viruslav“.

Nicht fehlen durfte freilich das „Heusenstamm-Lied“, das am Ende des vergnüglichen Abends alle Beteiligten intonierten. Das Publikum feierte dieses erste Treffen mit viel und langem Beifall. (Von Claudia Bechthold)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare