Unbebaute Grundstücke nahezu alle in Privatbesitz

Heusenstamm: Fast keine Flächen für Gewerbe frei

Auf dem Campusgelände an der verlängerten Jahnstraße zum Beispiel gibt es noch freie Gewerbeflächen. Allerdings befinden sich diese in Privatbesitz.
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Auf dem Campusgelände an der verlängerten Jahnstraße zum Beispiel gibt es noch freie Gewerbeflächen. Allerdings befinden sich diese in Privatbesitz.

Freie Gewerbeflächen gibt es in Heusenstamm derzeit so gut wie keine. Das ist das Ergebnis einer Anfrage der FDP-Fraktion an den Magistrat. Bürgermeister Halil Öztas berichtete den Stadtverordneten jetzt, dass entsprechend ausgewiesene Grundstücke – mit Ausnahme der Areale Brückenbauhof und Fernmeldezeugamt sowie ehemaliger Bauhof mit Dinklerhalle – fast vollständig belegt seien.

Heusenstamm – Zwar gebe es noch private Gewerbegrundstücke im Stadtgebiet, erläuterte Öztas, diese stünden aber aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Verfügung. Außer dem Gebiet des alten Bauhofs und der Dinklerhalle ist derzeit nur ein 602 Quadratmeter großes Grundstück in einem Mischgebiet im alleinigen Besitz der Stadt. Eine weitere Fläche gleicher Größe gehört der Stadt zu etwa einem Viertel, die anderen Eigentümer seien aber nicht bereit, dieses zu verkaufen.

Wie mehrfach berichtet, werden die Areale des ehemaligen Brückenbauhofs an der Industriestraße sowie Teile des ehemaligen Fernmeldezeugamts an der Philipp-Reis-Straße entwickelt. Geplant ist dort vor allem eine Wohn- oder Mischbebauung. Ähnliches gilt für den früheren Bauhof an der Rembrücker Straße und das gegenüberliegende Dinkler-Gelände, deren Entwicklung derzeit ausgearbeitet wird.

Unbebaute Gewerbeflächen mit einer Größe von insgesamt 119 342 Quadratmetern gibt es nach den Angaben des Bürgermeisters noch auf dem Campus an der verlängerten Jahnstraße, im Zwerggewann, südlich der Firma Braas, am Goldberg und an der Industriestraße. Alle Grundstücke seien in Privatbesitz und stünden zum großen Teil aus verschiedenen Gründen nicht zur Verfügung. Eine Ausweisung neuer Gewerbegebiete sei derzeit nicht in Planung, berichtete Öztas weiter. Unabhängig davon sollte grundsätzlich entschieden werden, ob sich die Stadt mehr in der „strategischen Steuerung der Standortentwicklung“ etwa durch Ankäufe von relevanten privaten Gewerbeflächen und -immobilien engagieren sollte, um diese „einer guten Nutzung zuzuführen“, sagte der Verwaltungschef. Zudem solle man prüfen, inwieweit Möglichkeiten bestehen, Eigentümer in die Verpflichtung zu nehmen, ihre Grundstücke oder Immobilien etwa innerhalb eines festgelegten Zeitraums zu entwickeln.

Zu leerstehenden Räumen in Bestandsimmobilien lägen der Stadtverwaltung keine Zahlen vor, erläuterte Öztas weiter, da diese Daten nicht von der Stadt erhoben würden. Zudem sei dieser Markt so dynamisch, dass jede Erfassung nur eine Momentaufnahme darstelle. Freie Lager- und Hallenflächen stünden nach Erkenntnissen der Wirtschaftsförderung so gut wie nicht zur Verfügung. Wegen der enormen Nachfrage auf diesem Gebiet finde auch keine Fluktuation mehr statt. Bei Büroräumen sei die Lage etwas entspannter. (Von Claudia Bechthold)

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