Land Hessen bezuschusst die Beschaffung

Drehleiter wird bald ersetzt

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Freude über den Zuschuss (von links): Holger Schmidkunz, Uwe Michael Hajdu, Gregor Fanroth, Halil Öztas, Michael Bußer, Marco Schmidtke, Ismail Tipi, Katrin Rebell und Norbert Herdt.

Heusenstamm - Vor mehr als 25 Jahren, genau 1992, hat die Feuerwehr zum bisher letzten Mal eine neue Drehleiter erhalten. Das soll sich nun ändern. Staatssekretär Michael Bußer hat jetzt einen entsprechenden Förderbescheid in die Schlossstadt gebracht. Von Claudia Bechthold 

Etwa eineinhalb Jahre wird es wohl nach dauern, bis die neue Drehleiter tatsächlich auf dem Hof steht. Mit dem Förderbescheid des Landes über 102.000 Euro könne nun aber die Ausschreibung in Gang gebracht werden, sagte Staatssekretär Michael Bußer, Sprecher der Hessischen Landesregierung, der die Zuschuss-Zusage jetzt nach Heusenstamm brachte.

Bestellt werden soll eine sogenannte DLAK 23/12. So wird eine vollautomatische Drehleiter mit Korb bezeichnet, die bei einer Ausladung von zwölf Metern bis zu 23 Meter hoch reicht. Das ist in der Regel das siebte Obergeschoss. Tatsächlich ist die Leiter 30 Meter lang. Als Neuerung wird man diese Leiter abknicken können, sodass man manche Stelle besser erreichen kann. Das sei inzwischen Standard, erläuterte Wehrführer Norbert Herdt.

1992 hatte die Stadt die heutige Drehleiter beschafft. Damit entspricht das Fahrzeug längst nicht mehr der technischen Entwicklung von heute. Zeit also, Ersatz zu beschaffen. Dabei haben sich Heusenstamms Feuerwehren mit jenen aus Mühlheim, Egelsbach und Seligenstadt zusammengetan. Die Leitern dieser Wehren sind genauso alt – eine sogar drei Jahre älter –, so dass man sich überlegt habe, die Ausschreibung gemeinsam auf den Weg zu bringen. „Das ist dann zwar ein etwas längerer Abstimmungsprozess“, räumte Stadtbrandinspektor Gregor Fanroth ein, aber jede Kommune hoffe auf einen Einspareffekt. Vermutlich etwa 800.000 Euro werde das neue Fahrzeug ungefähr kosten, kündigte Bürgermeister Halil Öztas an.

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Zu neun oder zehn Einsätzen allein schon in diesem Jahr, berichtete Fanroth, sei die Feuerwehr unter dem Stichwort „Tür öffnen“ gerufen worden. Da gehe es also um Menschen, die sich in einer hilflosen Situation in ihrer Wohnung befinden. Auch dafür benötige man gut funktionierendes Gerät. Denn in vielen Fällen könne man durch das Fenster in eine solche Wohnung gelangen.

In die Debatte um die Ausstattung der neuen Drehleiter habe man auch die Mannschaft einbezogen, betonte Fanroth weiter. Das neue Fahrzeug werde aber nichts „Überkandideltes“: „Wichtig ist, dass ein solches Gerät intuitiv bedient werden kann.“

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Und durch die gemeinsame Ausschreibung mit den anderen Kommunen – zu etwa 80 Prozent werden die Fahrzeuge identisch sein – müsse man dann später etwa bei gemeinsamen Einsätzen den Kameraden nicht lange die Bedienung der neuen Drehleitern erläutern.

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