Blicke ins Löschfahrzeug

Feuerwehr lädt zum Tag der offenen Tür

+
Nicht nur der Blick ins Löschfahrzeug sorgt beim Tag der offenen Tür der Rembrücker Feuerwehr regelmäßig für Begeisterung beim Nachwuchs.

Heusenstamm -  Einmal im Jahr macht jede Feuerwehr einen Striptease, zeigt, was sie hat, und öffnet, was sonst verschlossen ist. Der „Tag der offenen Tür“ bei der Freiwilligen Feuerwehr Rembrücken aber bietet stets einen ganz besonderen Unterhaltungsfaktor.

Und den Brandschützern rennen vor allem die kleinen Rembrücker geradezu die Bude ein. Kein Wunder, die Wehr ist präsent und Nachbar, jeder Knirps im Kindergarten kennt Leute in der blauen Uniform – und bewundert sie. Und spätestens als Abc-Schütze klopfen sie bei der Kinderfeuerwehr an. Klar, Bratwurst und Steaks, Schauübungen und Rundfahrten gibt’s bei den Kameraden rundherum auch. Aber kaum eine Wehr bemüht sich mit so viel Hingabe und Fantasie um die nächste Generation. Allein gestern vertieften sich die Mädchen und Jungen in ein Dutzend Spiel- und Mitmach-Aktionen auf der Obertshäuser Straße und dem Gelände der Floriansjünger.

Die Jugendfeuerwehr, zu erkennen an den blauen T-Shirts, bot Crêpes und daneben einen Stand mit Schnullern, Cola-Fläschchen, Brause, Marshmallows und Lakritz in dickbauchigen Gläsern. Selbst Erwachsene genossen es, sich dort eine individuelle Auswahl in Papiertütchen zusammenstellen zu lassen. Die Kinderwehr kümmerte sich mit ihren Betreuerinnen um die Popcornmaschine.

Auf dem Asphalt startete ein Bobbycar-Rennen zwischen ausgelegten Schläuchen, nebenan liefen Memory mit großen Holztafeln und andere Spiele, eine Hüpfburg der Kreis-Feuerwehren lud zu großen Sprüngen ein. Mütter und Väter, Omas und Opas kletterten mit den Kleinen in Tanklöschfahrzeug und Gerätewagen. Söhne und Töchter, die schon länger bei der Kinderfeuerwehr sind, erläuterten ihren Eltern fachkundig und detailreich die Beladung der Fahrzeuge. Ein Weißwurst-Frühstück lockte an die lange Theke, „Alte Herren“-Kicker aus Weiskirchen begleiteten den Frühschoppen als Band „Doppel(s)pass“.

Zünftig ging es bereits am Vorabend beim „Oktoberfest im Sommer“ zu. Zum bajuwarischen Abend spielte das Trio „Urig und echt“. Jugendliche und Aktive waren mit ihren Partnern in karierten Hemden und Blusen, Dirndl und Krachledernen erschienen. Musikerin Nicole tanzte mit dem Akkordeon auf den Garniturtischen und Pressewart und Moderator Joachim Beck heizte die Stimmung mit Grasski-Rennen, Baumstamm-Sägen und Maßkrug-Stemmen an.

Wie werde ich Feuerwehrmann/frau?

Unermüdlich kämpfte auch Bürgermeister Halil Öztas – allerdings nicht mit schweren Pils-Gläsern oder unhandlichen Skiern: Vergeblich versuchte er, ein Fässchen Bier anzuschlagen. Drei Plastik-Zapfhähne kostete es, bis der Gerstensaft endlich aus der Öffnung schoss. Der Rathauschef nahm’s gelassen, dachte aber schmunzelnd über Manipulation nach …

Eine Übung gab’s freilich auch. Die stellvertretende Wehrführerin Vanessa Swiridow und Sprecher Beck präsentierten einen „Verkehrsunfall“: Ein Pkw war unter einen Lkw-Kipper gerutscht, der Fahrer eingeklemmt. Ein Dutzend Einsatzkräfte demonstrierten seine Befreiung nach allen Regeln der Feuerwehr-Kunst, setzten Hydraulik-Schere und -Spreizer ein, sicherten den Container auf der Ladefläche mit sogenannten Büffelhebern.

Neun Jungfeuerwehrleute übernahmen den Brandschutz, standen mit C-Rohren im Anschlag bereit, falls Flammen aus einem der Wagen schlagen sollten. Zwölf Helfer der Kinderfeuerwehr mit den knallroten Latzhosen sicherten die Unfallstelle mit Pylonen ab. Fast eine Stunde waren sie beschäftigt, „in der Realität dauert es oft viel länger“, erläuterte Beck. (m)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare