Übung von Feuerwehren

Menschen retten mitten in der Nacht

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Die Feuerwehrangehörigen bilden eine Menschenkette, um den gestrandeten Passagieren beim Weg über die Gleise und den Bahndamm hinauf behilflich zu sein.

Heusenstamm - Das schrille Quietschen metallener Räder müssen sich die Zuschauer der großen Katastrophenschutz-Übung schon selbst vorstellen. Tatsächlich rollt der S-Bahn-Zug, den die Deutsche Bahn zur Verfügung gestellt hat, ganz langsam an die geplante Unfallstelle in Höhe des Schwimmbades heran.

Ein technischer Defekt, so lautet die Aufgabe, hat den Führer eines S-Bahn-Zuges zu einer Notbremsung gezwungen. Mehr als 30 Passagiere, darunter eine Gruppe Senioren, müssen auf freier Strecke aus dem Zug befreit werden, da die Bahn nicht sagen kann, wann der Zug wieder fahrbereit sein kann.

Rund 200 Angehörige mehrerer Feuerwehren, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Deutschen Bahn sowie Heusenstammer Bürger, die sich als Reisende zur Verfügung gestellt hatten, übten in der Nacht zum Samstag die Folgen eines Zugunfalls. Es galt vor allem, die Menschen im Zug zu beruhigen, Verletzte zu versorgen und alle aus dem Zug zu retten.

Da der S-Bahn-Betrieb nicht gestört werden kann, konnte die Übung erst nach Betriebsende in der Nacht begonnen werden. Gegen 1.30 Uhr wurden die ersten Helfer alarmiert. Es dauert eine gute Stunde, bis der letzte Fahrgast befreit ist. Erschwert werden den Rettern die Arbeiten, weil sich unter den Reisenden mehrere Rollstuhlfahrer befinden. Zudem wurden einige Passagiere durch die "Notbremsung" leicht verletzt.

Rettungsmaßnahmen nach technischem Defekt

Rettungsmaßnahmen nach technischem Defekt

Dazu kommt, dass sich im Zug - verursacht durch den technischen Defekt - ein Feuer entwickelt, das gelöscht werden muss. Eine Aufgabe, die von den Beteiligten schnell und gut gelöst wird. Am Ende der Übung gegen 3.30 Uhr sind alle Beteiligten zufrieden. Stadtbrandinspektor Gregor Fanroth: "Wichtig war, dass alle Kräfte an der Einsatzstelle eine Aufgabe hatten, und dass die Reisenden den Eindruck erhielten, dass ihnen gut geholfen wird. Dies ist gelungen."

(clb)

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