Flieger suchen Startplatz

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Am Waldrand oberhalb der Martinsee-Sportplätze ließen die Modellbauer bislang ihre Flugzeuge steigen.

Heusenstamm - Sie sind stolz auf ihre kleinen surrenden Maschinen, die Mitglieder der Abteilung Flug im Modellsportclub Heusenstamm. „Alle unsere Flugzeuge werden mit Elektromotoren betrieben“, betont Dieter Köhler, gewählter Leiter dieser Abteilung. Von Claudia Bechthold

Und schwerer als fünf Kilogramm sei keines der oft maßstabsgetreu ihren Vorbildern nachgebauten Modelle, die meisten sogar nur eineinhalb oder zwei Kilogramm schwer. Eigentlich könnte alles gut sein. Wäre da nicht das Problem mit dem Gelände.

Seit etwa 40 Jahren lassen die Hobbyflieger ihre ferngesteuerten Flugzeuge von einer Wiese am Waldrand von Martinsee starten und landen. Direkt hinter dem Gelände des Reit- und Fahrvereins konnten sie ungestört die kleinen Maschinen Runden drehen lassen, eventuell auch mal mit einer kleinen Looping-Einlage. So mancher Spaziergänger hat ihnen dabei gern zugesehen. Und die Reiter fühlten sich auch nicht gestört.

Doch nun werden direkt neben der Wiese der Modellflieger die neuen Sportplätze für die TSV-Fußballer gebaut, die von der Alten Linde nach Martinsee umziehen sollen. Zudem ist das Baugebiet Im Zwerggewann längst erschlossen. Gewerbebetriebe sollen dort angesiedelt werden. Am Rand, zu den Feldern hin, ist das Areal als Mischgebiet ausgewiesen, zwei Wohnhäuser sind dort inzwischen errichtet worden.

Suche nach Ersatzflugplatz ist schwierig

Damit ist klar, dass der Modellflugplatz nicht mehr allzu lange zu nutzen sein wird. Zwar gibt es wenig Vorschriften für diese Art der Modellfliegerei, doch den Modellbau-Piloten liegt es fern, es auf Auseinandersetzungen einzulassen. „Wir wollen ja niemanden ärgern“, sagt Dieter Köhler. „Wir wollen nur hin und wieder unsere Flugzeuge am Himmel kreisen lassen.“

Wer den Modellsportlern helfen möchte, kann sich mit Klaus Kolb (Tel.: 069 / 852155) in Verbindung setzen.

Seit rund zwei Jahren halten sie nun schon Ausschau nach einem Ersatzflugplatz. Doch das ist schwieriger als gedacht. Die Wiese, die sie gern pachten möchten, muss gar nicht so groß sein, 100 mal 70 Meter genüge für die Starts und Landungen, erläutert Reinhard Burgheim. aktives Mitglied des Modellsportclubs. Allerdings muss die Umgebung passen. „Über bewohntes Gebiet dürfen die Flugzeuge nicht gesteuert werden“, nennt Vereinsvorsitzender Klaus Kolb die wichtigste Voraussetzung. Je 700 Meter freies Gelände an den Seiten und etwa ein Kilometer in der Tiefe rundherum seien ideal.

Hilfe versprochen hat Bürgermeister Peter Jakoby. Aber auch er hatte bislang keinen Erfolg bei der Suche. An der verlängerten Schlossstraße hatten sie sich schon eine Wiese angesehen. Aber die liege eindeutig zu nah an der Autobahn.

In diesem Jahr werde man wohl noch von der Wiese zwischen Martinsee und Zwerggewann aus starten können, vermutet Dieter Köbel. Aber danach sei dann dort vermutlich nichts mehr möglich. Deshalb sei es so wichtig, dass bald ein neuer „Flugplatz“ gefunden werde. Denn ohne die Möglichkeit, die Flieger starten und landen zu lassen, mache Modellbau wenig Spaß.

Und das wäre doch schade, meint auch Reinhard Burgheim. Denn gerade in den vergangenen zwei Jahren seien viele jüngere Leute in den etwa 115 Mitglieder starken Verein gekommen, die sich vor allem für die Flugzeugmodelle interessieren.

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