Ausflüge auf dem Drahtesel

„Flotte Jungs“ auf Fahrradtour

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Sechs Heusenstammer und der Baron von Münchhausen (von links): Klaus Tanner, Hans Raue, Wolfgang Paul, Peter Claus, Peter Paul und Hans Quast in Bodenwerder an der Weser.

Heusenstamm - Jedes Jahr schicken die „Flotten Jungs“ aus Heusenstamm ein Foto von einer größeren Tour mit dem Fahrrad. In diesem Sommer waren sie an der Weser. Seit 17 Jahren treffen sich die rüstigen Rentner regelmäßig, um gemeinsam in die Pedale zu treten. Von Claudia Bechthold

„Flotte Jungs Heusenstamm“ prangt auf ihren Polohemden. „Wir haben Sponsoren gefunden, die bereit waren, diese Shirts zu finanzieren“, erzählt Hans Raue, einer der Gründer des „Oldie-Radfahrer-Clubs“. Einmal in der Woche setzen sich zehn bis zwölf Rentner aus der Schlossstadt aufs Fahrrad und „erkunden“ die Umgebung. 40 bis 50 Kilometer radeln sie dann. Ziel ist stets ein Lokal, in dem dann etwas gegessen und getrunken wird.

Angefangen hat das alles 2001 in einem der Kleingärten beim Obst- und Gartenbauverein (OGV). „Wir haben dort öfter zusammen gesessen“, sagt Hans Raue. Irgendwann sei der Vorschlag gemacht worden, sich am nächsten Tag für eine Radtour zu verabreden. „Irgendwann waren das dann wöchentliche Treffen.“ Rund um Heusenstamm wurde gefahren oder zu Zielen im Kreis Offenbach.

Die Herren fanden so viel Spaß an diesen Ausflügen, dass sie sich nicht nur einen Namen gaben, sondern auch entschieden, einmal im Jahr eine größere Tour zu unternehmen. Meist wählen sie Flussläufe aus für diese Ausflüge. Klaus Tanner bucht die Hotels, mit dem Zug geht es dann zum Startpunkt.

Neben Tanner und Raue waren diesmal Hans Quast, Wolfgang Paul, Peter Paul und Peter Claus dabei. Zum festen Team der „Flotten Jungs“ zählen aber auch Berthold Scholtis, Walter Ferrari, Jürgen Hollenbach, Peter Barthel und Willi Fassauer, die verhindert waren.

Was Clubs für Auto- und Fahrradfahrer bieten

Von Hannoversch Münden ging es an der Weser entlang ins etwa 200 Kilometer entfernte Minden. „Das war die Fortsetzung unserer Tour von vor zwei Jahren, als wir von Fulda nach Hann. Münden geradelt sind“, erläutert Raue. Über Bad Karlshafen, Bodenwerder (Geburtsort des Lügenbarons von Münchhausen), Hameln und Rinteln ging es nach Minden. „Wir konnten feststellen, dass das Weserbergland sehr sehenswert ist“, schwärmt er.

Überhaupt machten sie bei ihren Touren immer wieder die Erfahrung, wie schön Deutschland ist. So haben sie zum Beispiel schon Teile Bayerns, den Bodensee und Teile des Rheins kennengelernt.

Die bislang schönste Radreise ist für Hans Raue jene rund um den Bodensee. Aber auch den Trip von Düsseldorf am Rhein entlang bis nach Mainz würde er persönlich gern wiederholen.

Die Herren nutzen übrigens inzwischen Pedelecs, deren Motor beim Treten unterstützt: „Das hilft über den Berg.“ Anfangs waren sie noch auf „normalen“ Drahteseln unterwegs. Außerdem gehe es mit diesen neuartigen Rädern bequemer zu. „Man sieht sehr viel mehr von der Umgebung“, verrät Raue, der vor wenigen Tagen 75 Jahre alt geworden ist. „Ich könnte mir vorstellen, dass mich diese Gruppe jung gehalten hat“, fügt er noch hinzu. Wobei die meisten „Jungs“ älter sind als er.

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