Stadtparlament stimmt Resolution von zwölf Kommunen zu

„Fluglärm wird nur umverteilt“

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Symbolbild

Heusenstamm - Echte Lärmentlastung für alle Anlieger rund um den Frankfurter Flughafen statt Umverteilung fordern zwölf Kommunen vor allem des Kreises Offenbach. Auch Heusenstamm hat die gemeinsame Resolution dazu verabschiedet. Von Claudia Bechthold 

Den Lärm muss man an der Quelle reduzieren, lautet eine der Forderungen, die zwölf Städte rund um Frankfurts Flughafen in einer gemeinsamen Resolution aufstellen. Wie berichtet, wird derzeit das zweite Maßnahmenprogramm „Aktiver Schallschutz“ in den entsprechenden Gremien diskutiert. Auswirkungen für Heusenstamm hätten dabei vor allem zwei geplante Veränderungen. So soll die Startroute 07-Lang derart verändert werden, dass bei Ostwind in Richtung Norden fliegende Maschinen länger auf Geradeaus-Kurs bleiben und erst über Heusenstamm nach links abbiegen. Für bis zu 20 schwere und laute Flieger soll dies gelten.

Außerdem soll offenbar verstärkt wieder eingeführt werden, was vor Jahren schon unter dem Namen „Segmented Approach“ zu Aufregung bei Schlossstädter Bürgern geführt hat. Das bedeutet, beim Anflug bei Westwetterlage müssen die Piloten erst später als üblich auf den Landestrahl einbiegen. Zwischen 22 und 23 Uhr will man nur noch den verschwenkten Anflug nutzen, verspätete Flieger gar sollen ausschließlich über Heusenstamm einschwenken.

Erhebliche Mehrbelastungen beim Fluglärm seien für Heusenstamm durch diese Maßnahmen zu erwarten, befürchtet Bürgermeister Halil Öztas, der die Stadtverordneten um Zustimmung zu der Resolution bat. Bewusst sollen schwere und laute Flugzeuge für den Abflug über Heusenstamm ausgewählt werden, kritisierte FDP-Fraktionsvorsitzender Uwe Klein. Seine Fraktion hatte einen Ergänzungsantrag eingebracht, mit dem der Magistrat beauftragt wird, die Bevölkerung zu informieren und in den Prozess einzubeziehen sowie sich bestmöglich auf das geplante Konsultationsverfahren vorzubereiten. Außerdem müsse man, so Klein, Druck machen, dass vermehrt alte Maschinen gegen neue, leisere ausgetauscht werden.

Bilder: Fluglärmgegner demonstrieren zum 250. Mal

Auch der Grünen-Fraktionschef Heiner Wilke-Zimmermann forderte eine Verringerung des Fluglärms insgesamt statt einer Verteilung. Peter Jakoby, früher selbst für Heusenstamm lange Mitglied der Fluglärmkommission, erläuterte, der Krach am Himmel bei Ostwind sei schon deshalb besonders groß, weil die Piloten wegen ungünstiger Thermik viel Schub reinbringen müssten. Er schlug vor, erneut eine von ihm und Öztas gemeinsam vorgetragene Idee, die Route der „07-Lang“ mehr über Autobahn und Waldgebiet zu führen, noch einmal ins Gespräch zu bringen. Für die Resolution hätte er sich schärfere Formulierungen gewünscht.

Das Stadtparlament verabschiedete die Resolution einstimmig bei zwei Enthaltungen. Für die Ergänzung der Freidemokraten votierten 27 Stadtverordnete, sieben enthielten sich der Stimme.

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