Weihnachtskarten als Zeichen

Förderverein Lebensbilder bittet um Post für Horst-Schmidt-Haus-Bewohner in Heusenstamm

Das Konzert im Innenhof des Horst-Schmidt-Hauses im April mit der Offenbacher PFH-Band mit Hucky Reinhardt, Peter Gottwald und Frank Sattler war eine der ganz seltenen Veranstaltungen in diesem Jahr.
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Das Konzert im Innenhof des Horst-Schmidt-Hauses im April mit der Offenbacher PFH-Band mit Hucky Reinhardt, Peter Gottwald und Frank Sattler war eine der ganz seltenen Veranstaltungen in diesem Jahr.

Immer wieder holt der Förderverein Lebensbilder die Menschen ins Awo-Seniorenzentrum Horst-Schmidt-Haus (HSH). Frühlings-, Trödel- und Weihnachtsmarkt zum Beispiel locken seit vielen Jahren regelmäßig nicht nur Angehörige und Nachbarn in das Gebäude an der Herderstraße, sondern auch Heusenstammer, die sonst nichts mit dem Zentrum zu tun haben. „Wir zeigen den Bewohnerinnen und Bewohnern damit, dass sie Teil der Stadtgemeinschaft sind“, sagt Thomas Hegen vom Vorstand des Vereins, der sich vor allem um jene kümmert, die an Demenz erkrankt sind.

Heusenstamm – Doch in diesem Jahr ging so gut wie gar nichts. „Der Fastnachtszug war das bislang letzte Ereignis, an dem wir mit einigen Bewohnern teilnehmen konnten“, berichtet Hegen. Auch Konzerte konnten nur vereinzelt und im kleineren Rahmen mit viel Abstand stattfinden.

Dabei ist dieser Kontakt nach außen so wichtig, betont Hegen, der unter anderem seinen Zivildienst im Horst-Schmidt-Haus geleistet hat. Den Bewohnern fehlten die Ansprache, anregende Eindrücke. Aber auch die Vertrautheit, die sie mit ihren Angehörigen pflegen, vermissen die Senioren. „Das können die Mitarbeiter und wir vom Verein nicht ersetzen, einfach weil es in jeder Familie auch Rituale gibt, die wir nicht kennen“, erläutert Thomas Hegen, der mittlerweile in der Verwaltung des HSH tätig ist. Denn auch die Besuche von Angehörigen sind wegen der Pandemie stark eingeschränkt oder gar nicht möglich.

Deshalb haben sich die Aktiven des Fördervereins Lebensbilder eine kleine Aktion einfallen lassen, an der sich möglichst viele Heusenstammer beteiligen können. „Wir möchten den Bewohnern das Gefühl erhalten, ein Teil der sozialen Gemeinschaft zu sein“, heißt es in einem Aufruf des Vorstands.

Die Aktion ist ganz einfach: Wer Zeit und Lust hat, kann den Bewohnern einen Brief, eine Karte oder einen Weihnachtsgruß übersenden. Diese Grüße können am Briefkasten am Haupteingang eingeworfen, in die Schleuse am Haupteingang gelegt oder per Post an Horst-Schmidt-Haus, Herderstraße 85 in 63150 Heusenstamm gesendet werden. Gerade jetzt in der Adventszeit und zu Weihnachten werden viele Bewohner die Kontakte nach außen und auch zu ihren Angehörigen noch mehr vermissen, meint auch Thomas Hegen.

Mit dem Aufruf will der Verein das Fehlen öffentlichen Lebens und sozialer Teilhabe ein wenig ausgleichen. Die Karten und Briefe, die nicht an bestimmte Personen gerichtet sein müssen, werden dann in den einzelnen Stationen verteilt und aufgestellt. Der Förderverein hofft auf „Waschkörbe voller Weihnachtskarten“ und dankt schon jetzt dafür, dass die Schlossstädter den Bewohnern damit zeigen, dass sie nicht vergessen, sondern ein Teil von Heusenstamm sind. (Von Claudia Bechthold)

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