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Freie Wähler radeln entlang städtischer Bau- und Investitionspläne

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Das Grundstück am Weiskircher Weg sieht noch nicht nach Kita-Gelände aus: Bis zum Herbst soll dort eine Betreuungseinrichtung gebaut werden.
Das Grundstück am Weiskircher Weg sieht noch nicht nach Kita-Gelände aus: Bis zum Herbst soll dort eine Betreuungseinrichtung gebaut werden. © Wittekopf

Um sich einen Überblick über aktuelle Bau- und Investitionsvorhaben zu verschaffen, haben die Freien Wähler Heusenstamm (FWH) Mitglieder und Bürger zu einer Fahrradtour eingeladen.

Heusenstamm – Klärwerk, Feuerwehrhaus, Pfarrheim St. Cäcilia und der Weiskircher Weg standen unter anderem als Etappen-Ziele fest. Begrüßt werden die Teilnehmer – man hätte sich einen größeren Zuspruch gewünscht – von Hans Mühlhaus vom Vorstand der FWH.

Erste Station ist die Kläranlage. Harald Monse, langjähriger Betriebsleiter, beschreibt den Teilnehmern die aktuelle Situation und beantwortet viele Fragen. „Die Abwasserreinigung muss sich an die Auflagen halten“, erläutert er. So sei die Verschärfung der Werte zur Einleitung von Phosphat und Nitrat eine große Herausforderung. Während die Phosphatkonzentration im Abwasser durch eine rein chemische Fällung verringert wird, erfolgt die Senkung der Nitratkonzentration rein biologisch. „Gerade beim Nitrat stehen hohe Investitionen an.“ Dieses Volumen beziffert Monse auf zwei bis zweieinhalb Millionen Euro jährlich. Derzeit wird eine neue Sandfanganlage gebaut, die kurz vor der ersten Probephase steht. „Der Sand, der über das Abwasser in die Kläranlage kommt, ist gerade für die Pumpen und Leitungen schädlich“, betont Monse.

Unappetitlicher Wohlstandsmüll

„Was denn so alles in der Kläranlage ankommt“, möchte ein Teilnehmer wissen. „Sie können sich das gerne anschauen, aber nur, wenn Sie nichts gefrühstückt haben“, fügt er schmunzelnd hinzu. Von Windeln über Damenbinden, Cola-Dosen, Zigarettenstummel und Bierdeckel bis zu Q-Tipps findet sich der gesamte Wohlstandsmüll in der ersten Trennstufe. Das Material wird gesammelt und in der Verbrennungsanlage entsorgt. Doch generell sei das Abwasser in Heusenstamm „sauber“.

Nächste Station der Tour ist das Pfarrheim St. Cäcilia. Mühlhaus erläutert die Überlegungen zum Bau eines Familienzentrums an dieser Stelle (wir berichteten). Die Idee, einen Kindergarten als Teil des Zentrums an dieser Stelle zu errichten, sei aufgrund der Verkehrssituation allerdings nicht einfach umzusetzen. Zudem sei die Parkplatzsituation zu berücksichtigen und eine Tiefgarage wegen des niedrigen Grundwasserspiegels, der bei 1,50 Meter liegt, ebenfalls nur schwer umsetzbar.

Sanierungsbedürftige Feuerwehr

An der dritten Station begrüßt Stadtbrandinspektor Gregor Fanroth die Teilnehmer. Während der Führung erläutert er die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr, zeigt die Räumlichkeiten und die Ausrüstung. „Bei uns ist alles sehr genau getaktet, damit wir schnellstmöglich zum Einsatzort kommen“, sagt er. Das Gebäude sei sanierungsbedürftig, zudem habe beim Bau des Gebäudes niemand bedacht, dass es Frauen in der Feuerwehr geben könnte. Ein Neubau, der möglicherweise 500 Meter entfernt entstehen könnte, hätte den Vorteil, dass man den neusten Standard bauen könnte. Als kleinen Nachteil sieht er die 500 Meter: „Viele Einsatzkräfte wohnen in der Nähe der alten Station und sind sehr schnell vor Ort.“ Entscheiden müsse letztlich die Politik.

Dass die Kita-Problematik in Heusenstamm für viele Eltern ärgerlich ist, erfahren die Teilnehmer am geplanten Neubau einer Kita am Weiskircher Weg (wir berichteten). Obwohl das Grundstück noch nicht vorbereitet ist, sollen im Herbst die ersten Kinder in einer Kita betreut werden. Der Bau werde schnell voranschreiten, sagt Fraktionsvorsitzende Sandra Horn, da das Gebäude in Modulen errichtet werde. 50 bis 80 Kinder können dort ihren Betreuungsplatz finden.

Im Sportzentrum Martinsee befindet sich ein Hartplatz, der in keinem guten Zustand ist. „Wir nutzen ihn nicht“, sagt Eugen Kern, stellvertretener TSV-Vorsitzender. Doch mit 19 Jugendmannschaften der TSV-Fußballer sei die Trainingssituation für den Verein extrem angespannt. „Wir brauchen einen weiteren Platz, den wir ganzjährig nutzen können, und wir müssen auch neuen Bürgern etwas anbieten können“, sagt Kern. Außerdem wolle der Rugby Klub dort trainieren.“ Ein Kunstrasenplatz indes ist teuer.

Burghard Wittekopf

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