Kampagne zündet: 14 Neue

Freiwillige Feuerwehr erlebt „Run“ auf Einsatzabteilung

Heusenstamm - Die große Imagekampagne, die vielen Neubürger, die schnellen Infos über aktuelle Einsätze via sozialer Netzwerke? Es gibt viele Gründe für den überdurchschnittlichen Aktiven-Zuwachs, über den sich die Feuerwehr Heusenstamm derzeit freut. Insgesamt 14 Neue sind seit dem vergangenen Jahr dabei. Von Claudia Bechthold 

Beförderungen und Ehrungen werden bei der Feuerwehr Heusenstamm einmal im Jahr ausgesprochen. Stolz stellen sich Aktiven anschließend dem Fotografen.

Zwei oder drei neue Mitglieder nimmt die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr jedes Jahr auf. Meist sind es sogenannte Übergänger, also junge Leute, die in der Jugendfeuerwehr schon viel gelernt haben über das Retten von Menschen, das Löschen von Bränden und andere Hilfeleistungen. Doch im vergangenen Jahr konnten sich die Wehrführungen über insgesamt 14 Neuzugänge freuen; 13 in Heusenstamm, einer in Rembrücken. Über die Gründe für diesen „Run“ könne man nur spekulieren, meint Stadtbrandinspektor Gregor Fanroth im Gespräch mit unserer Zeitung. Vermutlich sei es das Zusammenspiel aus den Zuzügen in die Neubaugebiete, der guten Öffentlichkeitsarbeit in den Medien, der großen Imagekampagne im vergangenen Jahr sowie dem guten Auftreten der Feuerwehren in der Öffentlichkeit.

So hatte die Heusenstammer Wehr unter Federführung ihres Mitglieds und PR-Experten Steffen Ball eine Plakataktion unter dem Motto „Stolz aufeinander sein“ gestartet, mit der neue Aktive geworben werden sollten. „Auf meinen Mann kann ich mich 100-prozentig verlassen. – Sie sich auch!“ wurde zum Beispiel Lena Schmidtke zitiert, die Ehefrau des stellvertretenden Wehrführers Marco Schmidtke.

Wichtig sei ihnen gewesen, sagt Fanroth, deutlich zu mahen, dass jeder persönlich von der Mitarbeit in der Feuerwehr profitieren könne. „Bei uns lernt man Teamfähigkeit, lernt, rational zu entscheiden sowie Gefahren zu erkennen und zu bewerten“, zählt er nur einige Punkte auf. Gerade die Teambildung sei sehr wichtig, denn zum Beispiel beim Löschen eines Brandes gehe es nicht um den persönlichen Vorteil, sondern darum, gemeinsam ein Ziel zu erreichen.

Unwetter: Feuerwehr mit 160 Einsätzen

Die Neuen seien alle gut aufgenommen worden, versichert der Stadtbrandinspektor. „Die Feuerwehr hat sich ja ein Leitbild gegeben, an das sich alle halten.“ Außerdem sei es in Heusenstamm üblich, dass Neue für etwa ein Jahr einen Paten erhalten, der sie begleitet. Außerdem, da ist sich Gregor Fanroth sicher, spürten auch Außenstehende, dass die Mitglieder der Einsatzabteilung Spaß an ihrem Hobby haben: „Es ist einfach das schönste Hobby der Welt.“

120 mal musste die Feuerwehr Heusenstamm im vergangenen Jahr ausrücken, berichtete Wehrführer Norbert Herdt jüngst während der Jahreshauptversammlung. 29 Brände haben sie gelöscht und 72 mal Hilfe geleistet. Dabei wurden 31 Menschen und sechs Tiere gerettet, bei vier Menschen kam die Hilfe zu spät. Größtes Ereignis warder Dachstuhlbrand an einem Drei-Familien-Haus im Ostend nach einem Blitzeinschlag, erläuterte die zweite stellvertretende Wehrführerin Katrin Rebell.

Mit nun 61 Aktiven ist die Feuerwehr Heusenstamm nun besser aufgestellt, auch wenn es enger wird im Feuerwehrhaus. Komplett aber ist die Einsatzabteilung noch nicht. Das sei erst mit etwa 70 Kräften erreicht, betont Gregor Fanroth.

Rubriklistenbild: © Roß

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