Gospelworkshop im evangelischen Gemeindehaus

Freude an jeder Harmonie

Klatschen und Tanzen gehören zur süfafrikanischen Gospelmusik einfach dazu. - Foto: yati

Heusenstamm - Nicht jeder, der gern singt, möchte Mitglied eines Chors mit regelmäßigen Proben sein. Da kommt ein Workshop an einem Wochenende ganz gelegen. Von Yagmur Tipi 

„Wende Dein Gesicht der Sonne zu und die Schatten fallen hinter Dich“, sagt ein südafrikanisches Sprichwort. Und genau das setzen die Teilnehmer des afrikanischen Gospelworkshops im evangelischen Gemeindehaus an der Leibnizstraße um. Sich einfach mal fallen lassen, an nichts denken und sich von der Musik mitreißen lassen. Sich positiv und voller guter Laune dem Gesang widmen und dabei die alltäglichen Sorgen hinter sich lassen.

Der südafrikanische Gospelworkshop, organisiert von der Evangelischen Kirchengemeinde, findet großen Anklang. Unter der Leitung von Peter Matz, einem Sänger und Songwriter, verbringen die Teilnehmer einen Vormittag mit verschiedenen Stücken, die sie als Chor einstudierten. Ziel des Workshops ist, fünf Gospels zu erlernen und diese am nächsten Tag im Gottesdienst aufzuführen.

Einige musikbegeisterte Gäste scheuen selbst eine lange Anreise nicht, kommen aus Rodgau oder gar Oberursel. Es sind Chorsänger, die aus Kindheitstagen Erfahrungen mitbringen, oder Musikliebhaber, die gerne unter der Dusche singen.

Den Anfang machen ein paar Aufwärmübungen, die den Körper entspannen sollten. Im Anschluss werden die Stimmbänder geweckt und auf Betriebstemperatur gebracht. Getreu dem Motto „Wer atmet, kann auch singen!“ sollen vor allem die Neulinge keine Scheu davor haben, ihren Stimmen freien Lauf zu lassen.

Nachdem sich die Damen nach Sopran und Alt aufgeteilt haben und immerhin drei Männer den Bass besetzen, wird von Peter Matz das erste Lied angestimmt. Anfängliche Schwierigkeiten bei der Aussprache des afrikanischen Textes sind schnell überwunden. Bereits nach wenigen Versuchen harmonisieren die Stimmen sehr gut miteinander.

Kombiniert werden die Lieder aus Südafrika, Namibia und Tansania dann noch mit einfachen Tanzschritten, denen unausweichlich das rhythmische Mitklatschen folgt. Die Freude der Teilnehmer über jede Harmonie und jedes gelungene Lied ist nicht zu übersehen. Gospellieder wie „Mambo Jesu“, „Woza Nkosi“ oder „Mayenziwe“ verbreiteten ausgezeichnete Stimmung unter den Teilnehmern und nachdem sich dann auch noch das afrikanische Grundvokabular festigt, steht dem perfekten Auftritt im Gottesdienst nichts mehr im Wege.

„Es ist immer wieder schön, zu sehen, welche großen Fortschritte eine Gruppe in so einer kurzen Zeit macht“, schwärmt Workshopleiter Peter Matz. Er ist Singer-Songwriter und nicht zum ersten Mal zu Gast in Heusenstamm. Beim afrikanischen Gospel gebe es keine Noten. Es sei also eine neue Erfahrung für versierte Chorsänger wie auch ein guter Einstieg für Anfänger. Die Texte seien eingängig, die Musik gehe leicht ins Ohr und verbreitete pure Lebensfreude. Matz: „Das Singen ist gut für die Gesundheit, denn man lässt sich einfach fallen und hört auf die Musik. Gospels sind wahre Geschenke der afrikanischen Kultur.“ Wer neugierig geworden ist und afrikanische Gospels für sich entdecken möchte, kann sich auf der Facebook-Seite von Peter Matz informieren.

Nach einem ereignisvollen und sehr lehrreichen Vormittag sind die Workshopteilnehmer bestens ausgerüstet für ihren Auftritt im Gottesdienst, bei dem sie fünf der erlernten Lieder präsentieren. Bei zwei Gospels wird auch die Gemeinde einbezogen.

Beim einen oder anderen wird es nach dieser Erfahrung wohl nicht mehr beim Duschgesang bleiben; die Gesangserlebnisse bedürfen einer Wiederholung. Gemeinsames Singen und das Erleben von Musik verbindet also nicht nur erfahrene Chorsänger mit Gesangsneulingen, sondern auch Menschen unterschiedlichster Art miteinander und lässt sie näher zusammenrücken. Es heißt ja auch, Musik sei die Sprache des Herzens.

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