Die „Bürger*innen-Stiftung“ will vor allem Klima-Projekte fördern

Für Generationen gegründet

„Der Umwelt eine Zukunft bieten“ wollen zehn engagierte Heusenstammer. Aus einer Idee, die während der Klimawerkstätten der Stadt gekeimt ist, ist nun eine Stiftung erwachsen, die Wurzeln schlagen will. Genau genommen befindet sich die „Bürger*innen-Stiftung“ noch in Gründung; bevor sie also erste Blüten treibt, müssen die Gründungsmitglieder ein Kapital von 50.000 Euro zusammenbringen.

Um die „Bürger*innen-Stiftung“ zu gründen, muss ein Kapital von 50.000 Euro zusammenkommen.

Heusenstamm – Mit diesem Anliegen wenden sich die engagierten Bürger und Bürgerinnen nun an die Öffentlichkeit und haben zu einem ersten Informationsabend eingeladen, zu dem rund 80 Interessierte in die große Halle des Sportzentrums Martinsee gekommen sind.

Das bewusst gesetzte Gendersternchen im Namen der Stiftung setzt im Übrigen auch einen akustischen Reiz. „Wir möchten, dass sich jeder angesprochen fühlt“, erläutert Mitbegründerin Sabine Alderson-Heim, die durch den Abend führt. Längst habe man verstanden, dass das Thema Klimaschutz jeden etwas angeht. „Doch man muss auch etwas tun, damit auch nachfolgende Generationen noch gut in Heusenstamm leben können“, führt Alderson-Heim aus, ehe sie Steffen Ball das Wort übergibt. Der künftige Bürgermeister spricht von der Mitverantwortung der Bürger; in der Stiftung könne sich jeder einbringen, es sei damit ein Stück gelebte Demokratie. „Klimakrise heißt Verpflichtung für jeden“, betont Mitbegründer Ball, „deswegen wird diese Stiftung für Generationen gegründet.“ In erster Linie soll die Stiftung Projekte aus Umwelt-, Klima- und Naturschutz angehen. „Dem folgen aber auch soziale und kulturelle Themen“, beschreibt Gründer Manfred Barth. Alles sofort umzusetzen, wäre eine teure Angelegenheit. „Deswegen setzen wir unsere Ideen für die nächsten 300 Jahre an.“

Es ginge darum, Heusenstamm lebenswert zu erhalten für die folgenden Generationen. Und das ging nicht von heute auf morgen. Die breit aufgestellte Satzung, die in vielen Onlinemeetings diskutiert und ausgearbeitet worden ist, ist aus diesem Grund besonders breit gefächert. „Während ein Verein meist sehr zweckgebunden ist, haben wir mehr Spielraum“, so Barth weiter. Die Stiftung sei damit als Ergänzung zu sehen. „Wir wollen Projekte fördern und Impulse setzen.“ Um sich nun gründen zu dürfen, bedarf es Kapital. Marie-Luise Stoll-Steffan, Arbeitskreisleiterin der Bürgerstiftungen im Bundesverband, erläutert die Bedingungen, die eine Stiftung erfüllen muss, und zeigt, woraus sich das Startkapital zusammensetzen kann. Stiftungen, Spenden, Fonds. „Ich sehe hier großes Potenzial“, meint sie und deutet auf die zahlreichen Interessenten. „Seien Sie mutig und haben Sie Vertrauen in Ihre Projekte“, sagt die Referentin. Auch bei den „Motivationsmappen“ mit den Informationen zur „Bürger*innen-Stiftung“ greifen die Gäste zu. Erik Schulze findet: „Mir gefällt, dass bei einer Stiftung der Spielraum so viel größer ist als bei einem Verein.“

Wer sich selbst von dem Konzept überzeugen will, hat dazu noch zweimal die Chance: Am Dienstag, 14. September referieren die Gründer im Pfarrheim Maria Himmelskron (Marienstraße 16a) um 19 Uhr. Am Donnerstag, 16. September, wird es im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins ab 19 Uhr einen Informationsstand auf dem Campus-Gelände (Jahnstraße 64) geben. (Von Lisa Schmedemann)

Infos im Internet auf der Homepage der Stiftung.

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa (Symbolfoto)

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