Finale des Kulturherbstes in Martinsee

Gelungenes Debüt zur Operngala: Nora van Eck singt Puccini-Arie

„Time To Say Goodbye“ sangen die Solisten Dong-Seok Im (Tenor), Hanna Czarnecka (Sopran), Alfred McCrary und Natascha Wright unter dem Dirigat von Professor Hans-Friedrich Härle zum Finale gemeinsam mit den Rhein-Main-Philharmonikern.
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„Time To Say Goodbye“ sangen die Solisten Dong-Seok Im (Tenor), Hanna Czarnecka (Sopran), Alfred McCrary und Natascha Wright unter dem Dirigat von Professor Hans-Friedrich Härle zum Finale gemeinsam mit den Rhein-Main-Philharmonikern.

Mit einer Überraschung und einem vielfältigen Programm feierten die Zuschauer am Freitagabend in der großen Martinseehalle die Gala „Classic meets Broadway“ zum Abschluss des Kulturherbstes. Unter der bewährten Leitung von Professor Hans-Friedrich Härle gestalteten die Solisten gemeinsam mit den Rhein-Main-Philharmonikern einen abwechslungsreichen Abend – vor lichten Reihen, denn für das ausverkaufte Konzert hatte man wegen der Pandemie nur etwa die Hälfte der Plätze überhaupt in den Handel gegeben.

Heusenstamm – „Wunderbar“ nannte es Moderatorin Claudia Grundmann, dass nach dieser langen Pause wieder Musik stattfinden könne, wenn auch noch lange nicht so wie früher. Ein wenig Wehmut lag in dieser Aussage, denn vor zwei Jahren hatte man die Operngala noch mit mehr als 700 Zuschauern im Innenhof des Schlosses feiern können.

Das Musikfest hat seine festen Größen – dazu zählen neben Härle, der nicht nur als Dirigent, sondern auch als musikalischer Leiter fungiert, und Grundmann auch die junge Geigerin Laura Ochmann. Seit elf Jahren steht die inzwischen 19-Jährige bei jeder Gala in Heusenstamm auf der Bühne – und begeistert stets aufs Neue die Zuhörerinnen und Zuhörer. Mit dem dritten Satz aus Beethovens Violinkonzert war sie diesmal zu erleben. Das Rondo (Allegro) gilt als durchaus anspruchsvoll. Laura Ochmann spielte es perfekt und mit großer Leichtigkeit. Die Entwicklung der jungen Frau, die inzwischen ihr Abitur bestanden und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim studiert, ist beachtenswert und vielversprechend.

Laura Ochmann hat als Musikschülerin in der Schlossstadt im Alter von acht Jahren, gefördert von Hans-Friedrich Härle, vor großem Publikum auf der Heusenstammer Bühne gestanden. Zur diesjährigen Gala folgte nun unter der Obhut Härles ein weiteres Talent mit tiefen Heusenstammer Wurzeln. Die erst 13 Jahre alte Nora von Eck gab zur Überraschung des Publikums ihr Debüt als Sängerin. Mit der Arie „O mio babbino caro“ („O mein lieber Papa“) aus Giacomo Puccinis einaktiger Oper Gianni Schicchi überzeugte sie die Gala-Besucher. Ihre Großmutter Anneliese hatte die Idee, dass ein Gesangstalent in ihr schlummern könnte. Erst seit Anfang dieses Jahres nimmt sie nun professionellen Unterricht und beweist bereits, dass sie etwas kann.

Im zweiten Teil der Gala singt Nora van Eck „I Could Have Danced All Night“ aus My Fair Lady und begeistert erneut. Natürlich sei sie nervös, gesteht die Schülerin nach dem Konzert, aber es mache ihr „mega Spaß“ und sei ein tolles Gefühl, wenn der Auftritt bewältigt ist. Sie will auf jeden Fall weitermachen, versichert sie noch, bevor ihre stolzen Eltern sie nach Hause bringen.

Mit den Ouvertüren aus Mozarts „Hochzeit des Figaro“ und aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauss erfreuen die Philharmoniker das Publikum. „Der Hölle Rache“, die berühmte Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“, singt Sopranistin Hanna Czarnecka mit großer Professionalität. Nach dem Solo des koreanischen Tenors Dong-Seok Im mit der Arie des Alfredo aus dem zweiten Akt von Verdis „La Traviata“ singen beide das Duett „Parigi o cara“.

Im zweiten Teil der Gala sind zunächst von den Solisten Musical-Arien wie „Maria“ aus der West Side Story oder „Summertime“ aus Porgy and Bess zu hören, bevor Natascha Wright, lange die Stimme der Gruppe „La Bouche“ und Alfred McCrary in ein wenig jazzigere Gefilde entführten. „Wonderful World“, „Don’t Cry For Me Argentina“, „Endless Love“und „I Say A Little Prayer“ waren zu hören.

Zum Finale mit „Time To Say Goodbye“ und der anschließenden Zugabe mit „Brindisi“ aus La Traviata verabschiedeten sich die Künstler am Ende furios. (Von Claudia Bechthold)

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