Glücksfall für Heusenstamm

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Karin Härle (Mitte) mit Stadtverordnetenvorsteherin Ingrid Hennighausen und Bürgermeister Peter Jakoby.

Heusenstamm - Ein Glücksfall für Heusenstamm sei Karin Härle, betonte Bürgermeister Peter Jakoby schon zu Beginn seiner Laudatio. Von Claudia Bechthold

Einstimmig von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, wurde der evangelischen Pfarrerin jetzt die höchste Auszeichnung verliehen, die die Stadt vergeben kann, die Ehrenbürgerwürde.

Schon die Einstimmigkeit unterstreiche, wie wichtig Karin Härle für die Schlossstädter sei, erläuterte Jakoby. Sie sei, in wichtiger Position, ein Mensch zum Anfassen, der für andere da sei, mit Verständnis, ehrlich und unverbogen. Sie sei immer auf alle zugegangen, ihr Einfühlungsvermögen habe immer unausgesprochene Bedürfnisse erkannt, ihre Toleranz Schranken übersehen. Und ihr Wille, den anderen in seiner Unvollkommenheit anzunehmen, habe so manches Leben wahrscheinlich wieder lebenswert gemacht.

Bürgermeister bewundert sie schon immer

Zugleich aber attestierte Jakoby der neuen Ehrenbürgerin Bescheidenheit und persönliche Zurückhaltung. Und einen „schier übermenschlichen Fleiß“: „Wenn sie unaufgeregt, ruhig und gelassen am Alltag anderer teilnimmt, ist nur schwer zu unterscheiden, wo ihre private Präsenz endet und ihr beruflicher Einsatz beginnt - und umgekehrt.“ Fast sei Karin Härle zu beneiden: Sie müsse nicht mehr nach dem Sinn ihres Lebens suchen, denn sie habe ihn gefunden. Bewundert habe er sie immer, gestand der Bürgermeister zudem, für ihre Begabung, bei jedem Anlass ganz besondere Ansprachen zu halten. Antrieb und Motor sei Karin Härle stets für ein verlässliches Netzwerk mitmenschlicher Aufmerksamkeit gewesen, habe daran gestrickt, es erweitert und gepflegt.

Die Ehrenbürgerwürde sei nun äußeres Zeichen des Dankes und der Bewunderung für eine außergewöhnliche Frau, für drei Jahrzehnte Begleitung, die das menschliche Klima in Heusenstamm geprägt haben.

Ein großes Herz und ein großartiges Einfühlungsvermögen zeichne Karin Härle aus, sagte Dekan Carsten Tag in seinem Grußwort. Die Pfarrerin habe aus seiner Sicht einen immensen Beitrag auch für die Stadt geleistet. Und schließlich sei sie die erste Pfarrerin, die diese Ehrung erhalte.

„Ich stehe hier für meine Kirche und meine Gemeinde“

Bewunderung sprach auch Karin Härles katholischer Amtskollege Martin Weber aus, weil sie auf die Menschen zu gehen, aber auch mal etwas deutlich ansprechen könne. Sie sei tief verwurzelt in ihrer Gemeinde, vor allem aber in ihrem Glauben und in Heusenstamm. Und sie helfe, über den Tellerrand zu schauen.

Es falle ihr sehr schwer, all das zu glauben, was da über sie gesagt werde, antwortete die Geehrte auf die vorangegangenen Reden. Die Ehrung sage mehr über die Entwicklung der Schlossstadt aus, denn sie stehe an dieser Stelle als evangelische Pfarrerin in einer katholisch geprägten Stadt. „Ich stehe hier auch für meine Kirche und meine Gemeinde. Es heißt, wer sich rühmen will, der rühme den Herrn. Dort gehört nach meiner Überzeugung diese Ehrung hin.“ Mit Heusenstamm werde sie, so versicherte sie, verbunden bleiben.

Karin Härle wird die Gemeinde und die Schlossstadt Ende des Monats nach rund 30 Jahren verlassen.

Begleitet wurde die Feierstunde mit geladenen Gästen im Haus der Stadtgeschichte von zwei besonderen Talenten. Die junge Geigenvirtuosin Laura Ochmann und die ebenfalls noch junge Pianistin Marina Schmidt begeisterten ihr Publikum mit musikalischen Einlagen.

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