Fußballturnier der Förderschulen

Goldberg vor, noch ein Tor

Große Vorfreude auf das bevorstehende Turnier herrscht beim Team um Siggi Schütz (r.) und Frank Ludwig (l.) von der Schule am Goldberg. s
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Große Vorfreude auf das bevorstehende Turnier herrscht beim Team um Siggi Schütz (r.) und Frank Ludwig (l.) von der Schule am Goldberg.

Förderschulen veranstalten ein Fußballturnier im Sportzentrum Martinsee in Heusenstamm.

Heusenstamm – „Ihr müsst den Ball ruhig halten und auch mehr miteinander spielen“, mahnt Frank Ludwig, Trainer und Erzieher der Fußball-Mannschaft der Schule am Goldberg seine Spieler, „so wie wir das im Training immer geübt haben“.

Es herrscht Frust bei der Mannschaft der Heusenstammer Spieler, vereinzelt kullern auch Tränen über die Wangen. Es reichte nur zu einem Null zu Null gegen die Mannschaft der Erich-Kästner-Schule aus Langen. Dabei hatten sich alle schon einen sicheren Sieg ausgemalt.

Szenen am Vormittag in der Sporthalle am Martinsee. Dort findet ein Hallenfußballturnier statt, bei dem sechs Förderschulen aus der Region gegeneinander antreten. Initiator für das Turnier ist die Schule am Goldberg. Maßgeblich daran beteiligt ist Siggi Schütz. Der 62-jährige Erzieher und Trainer an der Heusenstammer Schule hat zusammen mit seinem Kollegen Frank Ludwig bereits im Oktober vergangenen Jahres mit der Planung des Turniers begonnen. „Ich habe Schulen aus der Umgebung kontaktiert. Die Resonanz war riesig, jeder wollte mitmachen“, freut sich Schütz. Die Mosaikschule und die Panoramaschule reisen sogar extra aus Frankfurt an.

Schon zu Beginn ist die Vorfreude der Schüler riesig. „Das ist der absolute Höhepunkt des Jahres für die Schüler; schon seit Anfang des Jahres gibt es kein anderes Thema mehr“, verrät Frank Ludwig, der die Mannschaft der Schule am Goldberg wie die großen Profis von der Seitenlinie aus coacht. Noah, Spieler der Schule am Goldberg berichtet über die lange Vorbereitung: „Jeden Dienstag haben wir in der Halle trainiert. Dabei haben wir vor allem Taktik und das Passspiel geübt.“ Ein Ziel für das bevorstehende Turnier hat der 14-Jähriger auch schon: „Ich will so viele Tore wie möglich schießen und wir wollen natürlich alle Spiele gewinnen!“

Kräftig feuern die Schüler auf der Tribüne ihre Mannschaft auf dem Platz an. Sogar selbst gebastelte Schilder haben sie mitgebracht.

Dass die Schüler das auch vollkommen ernst meinen, sieht man kurz vor Anpfiff der ersten Partie. Gegner der Heusenstammer ist die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule aus Rodgau-Weiskirchen. Trainer Ludwig trommelt alle seine Schüler zusammen. In der Mitte kniet er sich mit einem Klemmbrett auf den Boden, die Schüler versammeln sich im Kreis um ihn. Auf dem Klemmbrett sind Pfeile und Kreuze zu sehen, die Taktikanweisung für seine Spieler. „Ihr startet ruhig ins Spiel, ihr könnt auch mal den Ball zurückspielen, das ist nicht schlimm.“ Zehn Minuten dauert eine Partie, danach folgen zwei Minuten Pause, in der die nächsten Mannschaften auf den Platz gehen. Die Ansprache von Frank Ludwig macht sich bezahlt. Die Schule am Goldberg gewinnt das Eröffnungsspiel mit Eins zu Null. Die Freude ist riesig, von der Tribüne schallt es „Goldberg vor - noch ein Tor!“ Schüler, die nicht in der Mannschaft sind, feuern ihre Mitschüler lautstark von der Tribüne an.

„Diese strahlenden Augen überall, morgen ist in der Schule wahrscheinlich die erste Frage, wann das nächste Turnier stattfindet“, ist sich Siggi Schütz sicher. Er sagt das mit einem Lächeln auf den Lippen. „Zwar werden auch Gewinner ausgelost, aber jeder bekommt eine Urkunde und eine Medaille“, versichert der 62-Jährige. Denn der Spaß solle immer noch im Vordergrund stehen.

Auch, weil die Schülerinnen und Schüler mit sehr unterschiedlichen Beeinträchtigungen in das Turnier gehen. „Wir haben beispielsweise auch jemanden mit nur fünf Prozent Sehkraft in unserem Team“, berichtet Schütz, „es ist ein Fußballturnier, bei dem jedes Kind ein Gewinner ist.“

Von Lukas Reus

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