An der Aktion „Kleider machen Leute“ teilgenommen

Goldprüfer Ozan Karagözöglu als Fotomodell

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Für Ozan Karagözöglu (Bild) hat Görner einen blauen Nadelstreifen-Anzug mit passendem Hemd geschneidert.

Heusenstamm - Die Buchstaben PIM am Firmengebäude an der Industriestraße sind vermutlich schon vielen Heusenstammern aufgefallen. Ozan Karagözöglu arbeitet seit zwei Jahren für das Unternehmen. Jetzt hat er an der Aktion „Kleider machen Leute“ teilgenommen.

Ozan Karagözöglu hat einen außergewöhnlichen Job – und das mitten in der Schlossstadt. Seit zwei Jahren ist er Goldprüfer bei der PIM Gold- und Scheideanstalt GmbH. Das Unternehmen mit Sitz an der Industriestraße kauft und verarbeitet Edelmetalle – vor allem Gold –, um daraus wieder Goldbarren aus 24 Karat Gold herzustellen und gemeinsam mit der Premium Gold Deutschland GmbH (PGD) zu vertreiben. „Die Barren sind von der London Bullion Market Association zertifiziert“, versichert Julius Leineweber, Geschäftsführer der PGD. Der London Bullion Market gilt als wichtigster Handelsplatz für Gold und Silber außerhalb der Börse, dort wird seit fast hundert Jahren der Weltmarktpreis für Gold festgestellt.

Ozan Karagözöglu erhält jeden Tag etwa neun Kilogramm Altgold aus ganz Deutschland. Das sind zum Beispiel alte Eheringe, Uhren, Ketten und andere wertvolle Schmuckstücke, die nicht mehr getragen werden. Aus diesem Schmuck sollen wieder Barren aus reinem Gold entstehen. Mithilfe eines Spektrografen untersucht Ozan Karagözöglu das Altgold auf seinen Feingehalt von 333, 585, 750 oder 916 Promille. Danach kann das Edelmetall in einem Schmelzofen bei etwa 1200 Grad Celsius eingeschmolzen und zu einem Goldbarren geformt werden. In einer Scheideanstalt wird dieser Goldbarren erneut eingeschmolzen.

Etwa neun Kilogramm Schmuck untersucht Ozan Karagözöglu täglich auf seinen Feingehalt an Gold. Danach kann das Edelmetall eingeschmolzen werden.

Zurück kommen jene zertifizierten Goldbarren in den Größen 0,1 Gramm bis zu 1000 Gramm. Diese können dann in verschiedenen Formen wieder erworben werden, zum Beispiel als Geschenkkarte mit einem 0,5-Gramm-Barren. In Deutschland erhalte Gold immer größeren Wert, weil der Kurs stabil und damit werterhaltend sei, sagt Karagözöglu. In seiner Heimat Türkei hat Gold schon lange diesen Stellenwert. „Gold ist wie ein Nashorn, groß, stark und sehr stabil“, betont der 30-Jährige. Deshalb war es ihm eine besondere Freude, dass er beim Fotoshooting für „Kleider machen Leute“ mit einem lebensgroßen Modell seines Lieblingstieres aus Gold abgelichtet wurde. Einen Anzug aus Gold wollte Ozan Karagözöglu aber nicht. Er steht eher auf die klassischen Farben.

Bei der Kampagne „Kleider machen Leute“ werden jedes Jahr zwölf Menschen mit außergewöhnlichen Berufen in Maßanzügen von Stephan Görner von Nikita Kulikov fotografiert. Anerkennung, Wertschätzung und Respekt gegenüber diesen Frauen und Männern sind die Botschaft, die die Initiatoren Stephan Görner und Sven Müller damit weitergeben wollen. Am Ende des Jahres gibt es einen Kalender mit den zwölf Fotos und eine große Gala, deren Erlös einem guten Zweck gespendet wird. (clb)

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