Neue Gebührenordnung für den Friedhof

Die Gräber werden teurer

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Der illuminierte Friedhof – mit Langzeitbelichtung von Jürgen Roß fotografiert. Durch diese Aufnahmetechnik entstehen die schattenartigen Umrisse von Personen.

Heusenstamm - Mehreinnahmen in Höhe von 70.000 Euro pro Jahr erhofft sich der Magistrat der Stadt durch neue Friedhofsgebühren. Man habe die Kosten neu kalkuliert, hieß es dazu. Die gute Nachricht: Nicht alle Gebühren steigen. Von Claudia Bechthold 

Die Nutzung der Trauerhalle ist nun günstiger. Mit der neuen Gebührenordnung für den Friedhof sind die Kosten, die Hinterbliebenen für die Trauerhalle berechnet werden, von 350 auf 300 Euro gesunken. Dennoch wird es unter dem Strich in den meisten Fällen teurer, den Friedhof mit seinen Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Die bisherige Gebührenordnung galt seit dem Jahr 2009. Seit dieser Zeit sind die Kosten an vielen Stellen gestiegen. Seit 2010 hat die Stadt auf beiden Friedhöfen Urnenstelen aufstellen lassen, in deren Kammern Urnen beigesetzt werden können. Das werde sehr gut angenommen, hatte sich der ehemalige Bürgermeister Peter Jakoby damals gefreut. Rund 150.000 Euro hat die Stadt insgesamt in die Anlage mit 40 Stelen investiert.

Bislang zählten die Stelen-Kammern auch zu den eher günstigen Varianten für eine Grabstelle. So zahlte man bisher für das Nutzungsrecht einer Kammer für 25 Jahre 522 Euro. Die tatsächlichen Kosten, die der Fachdienst für das Jahr 2015 kalkuliert hat, liegen aber bei 1152,25 Euro. Die Konsequenz: Jetzt berechnet die Stadt für diese Leistung 1150 Euro. Es sind vor allem die Kosten für den Erwerb des Nutzungsrechts, die mit der neuen, seit Jahresbeginn geltenden Satzung steigen, allerdings unterschiedlich in der Ausprägung. So kostet das Erwachsenen-Reihengrab für 25 Jahre nun 880 Euro statt bisher 771 Euro. Für Reihengräber für Kinder bis zum fünften Lebensjahr werden dagegen nur noch 350 Euro statt bisher 621 Euro berechnet. Und für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr sinkt der Betrag noch um zehn Euro auf 710 Euro.

Kräftig angehoben werden dagegen die Kosten für den Erwerb von Grabstellen auf 40 Jahre. Wer ein sogenanntes Wahlgrab für diesen Zeitraum nutzen möchte, bezahlt 2330 Euro statt bisher 1824 Euro. Beim Doppelgrab steigt die Gebühr für die Nutzung von 2808 Euro auf 3500 Euro. Steigen werden auch die Bestattungsgebühren. Bestattungen im Reihen- oder Wahlgrab kosten nun 680 Euro. Bisher wurden dafür 410 beziehungsweise 500 Euro berechnet. Urnenbeisetzungen, die bis 2005 noch 220 Euro kosteten, dann auf 110 Euro gesenkt wurden, steigen nun auf 160 Euro.

Mehr als Orte der Trauer: Friedhöfe locken Touristen an

Mit den erwarteten jährlichen Mehreinnahmen in Höhe von 70.000 Euro könne das Defizit, das bei etwa 20 Prozent der Ausgabensumme liege, ausgeglichen werden, heißt es in der Vorlage für die neue Gebührenordnung. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Jahr für den Friedhof liegen bei 350.000 Euro. Positiv: Die Nutzung einer Grabstelle im sogenannten Sternenkinderfeld für tot zur Welt gekommene oder bei der Geburt verstorbene Kinder wird weiterhin nicht berechnet.

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