Markierung im Wald angebracht

Grenzstein wieder da

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Der Grenzstein steht wieder, wo er hingehört: Friedhelm Koch, Roland Krebs, Grenzstein-Obmann Wilhelm Ott, Bärbel Horn und Peter Jakoby (stehend, von links) sowie Horst Debusmann und Erhard Haller (Freunde Sprendlingens, vorne rechts) im Wald an der Grenze zu Dietzenbach.

Heusenstamm - Schon im Mittelalter haben Menschen mit behauenen Steinen die Grenzen ihrer Gemarkung und der Besitzverhältnisse des Waldes gekennzeichnet. Auch in den Wäldern um Heusenstamm gibt es viele dieser Steine. Von Claudia Bechthold 

Einen solchen haben Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins gemeinsam mit Mitgliedern des Vereins Freunde Sprendlingens jetzt wieder an einer alten Stelle aufgestellt. Wilhelm Ott, Vorsitzender des Vereins Freunde Sprendlingens, ist Heimatforscher und Grenzstein-Obmann für den Westkreis Offenbach. Vor drei Jahren fand er im Wald an der Grenze zwischen Heusenstamm und Dietzenbach einen uralten Grenzstein, den er ins Lapidarium am Langener Forstamt brachte, da sein originaler Standplatz damals nicht bekannt war.

Der Stein lag früher einige Meter östlich der Alten Babenhäuser Straße, einer Strecke, die früher von Frankfurt über Gravenbruch und Dietzenbach nach Babenhausen führte und viel genutzt wurde. Heute ist daraus ein Waldweg geworden, der in Karten den Namen „Oberste Straße“ trägt. Im 18. Jahrhundert bildete sie die Grenze zwischen Schönbornschem Gravenbruchwald, der Grafschaft Isenburg-Birstein, dem Deutschherrenwald, der Biebermark und der Rödermark.

Die nur grob behauene Form und die drei eingemeißelten Kreuze im Stein deuten nach Einschätzung von Wilhelm Ott auf eine Entstehung im 15. Jahrhundert hin. Bei seinen Recherchen im Staatsarchiv Darmstadt stieß er auf eine Karte des Isenburgischen Forstmeisters Siebenlist aus dem Jahr 1767, in der die Grenzsteine des gräflichen Besitzes eingezeichnet waren, darunter auch jener, den er in Langen gesichert hatte.

„Das war schon ein Stück Arbeit“, berichtete Roland Krebs, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, nach dem Aufstellen des Steins an alter Stelle. Gemeinsam mit Mitgliedern des Sprendlinger Vereins hatten einige Heusenstammer den Stein im Wald bei Dietzenbach wieder aufgestellt.

Bilder: Mittelaltermarkt in Heusenstamm

Zu finden ist er nun, wenn man von Heusenstamm kommend am Ortseingang von Dietzenbach an der ersten Möglichkeit nach rechts in die Tannenstraße abbiegt. Am Ende der Straße geht es geradeaus weiter in den Wald. Nach wenigen hundert Metern findet man den Stein an einer Wegkreuzung. Neben dem Grenzstein steht ein Pfahl, auf dem ein sogenannter QR-Code angebracht ist. Scannt man diesen mit einem Smartphone, erhält man Informationen über den Stein.

Wilhelm Ott hat für den Heimat- und Geschichtsverein ein Heft über die Grenzen und Grenzsteine der Gemarkung Heusenstamm verfasst, in dem er auch diesen Stein beschreibt. Das Heft trägt den Titel „Grenzen und Grenzsteine der Heusenstammer Gemarkung“ und wird im Mai erscheinen. Es soll für 7,50 Euro im Buchhandel und im Haus der Stadtgeschichte zu erhalten sein. Wilhelm Ott wird am Dienstag, 12. Juni, einen Vortrag zu diesem Thema in Heusenstamm halten.

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