Großer Aufwand für kleine Falter

Im Foyer der Heusenstammer Schule am Goldberg flattern Schmetterlinge umher

Drittklässler der Goldbergschule sind begeistert, Schmetterlinge so nahe zu sehen. Da fällt es schwer zu sagen, welchen sie am schönsten finden.
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Drittklässler der Goldbergschule sind begeistert, Schmetterlinge so nahe zu sehen. Da fällt es schwer zu sagen, welchen sie am schönsten finden.

Mit ihren schillernden Farben und Mustern faszinieren Schmetterlinge. Solche können die Jungen und Mädchen, die die Schule am Goldberg besuchen, derzeit für zwei Wochen hautnah erleben. Als Teil ihres Referendariats betreut Saskia Wamser einen Schmetterlingspavillon, in dem die Jungen und Mädchen die Insekten ganz nahe betrachten können.

Heusenstamm – Der Pavillon begrüßt Schüler, Lehrer und Besucher direkt im Foyer des Gebäudes am Ginsterweg. Am Morgen sitzen die rund 15 Falter noch recht still an den weißen Netzen des Pavillons oder auf den Pflanzen. Betritt man den Pavillon, lassen sich die Insekten nicht stören. Erst im Laufe des Tages werden sie aktiver und flattern um ihre Besucher unter dem Netzzelt umher. Ihr Interesse kann Referentin Saksia Wamser aber dann doch mit einer Scheibe Orange wecken.

Wamser hat die Schmetterlinge – Distelfalter, Kohlweißlinge und Schwalbenschwänze – selbst zu Hause aufgezogen, berichtet sie. „Es gibt online Aufzuchtsets zu kaufen.“ Sie konnte beobachten, wie Raupen, die sie fütterte, sich zu Puppen weiterentwickeln und letztendlich als bunte Falter schlüpfen. So etwas erlebe man nicht jeden Tag. „Das ist so schön zu sehen, wenn sie das erste Mal ihre Flügel ausbreiten“, sagt Wamser.

Idee der Schulleiterin Manuela Klein

Erst am frühen Morgen ist ein weiterer Schmetterling geschlüpft, dessen Kokon Wamser mit anderen zusammen in die Schule gebracht hatte. Der Schwalbenschwanz sitzt noch ruhig auf einer Sicherheitsnadel an einem Netzkorb. Als Wamser den Schmetterling mit einer Scheibe Orange lockt, setzt er sich darauf, breitet seine Flügel aus und präsentiert so die volle Pracht seines farbigen Musters.

Die Idee stammt von Rektorin Manuela Klein. Diese habe einen solchen Pavillon in einem Gartencenter gesehen. „Sie hat mich dann gefragt, ob ich das übernehmen möchte“, berichtet Wamser, die während ihrer Referendariatszeit wenigstens ein Projekt leiten solle, das einen Mehrwert für die Schule habe. Sie zog nicht nur die Raupen bei sich zu Hause auf, sondern kümmert sich jetzt auch liebevoll um die bunten Falter.

Zwar stehen auch ein paar Pflanzen, die vom Gartencenter Löwer gesponsort wurden, unter dem Netzzelt, diese reichen aber den Insekten nicht als Nahrung, berichtet Wamser. Den Pflanzen fehle leider das Licht im Foyer. Daher füttert sie die Schmetterlinge mit Obst – Orangen und Wassermelonen liegen als Nahrungsquelle unter dem Netzdach. Und diese müssen auch am Wochenende ausgetauscht werden. „Die Pflege geht zeitlich weit über den Schulalltag hinaus.“

Schmetterlinge bringen Kinder zum Staunen

Einen Mehrwert habe der Pavillon allemal für die Jungen und Mädchen, sagt Wamser. „Die Kinder staunen richtig, wenn die Schmetterlinge um sie herum fliegen.“ Auch für die neuen Abc-Schützen seien die Kohlweißlinge und Co. im Foyer eine schöne Überraschung zur Begrüßung gewesen. Es sei wichtig für die Goldberg-Schüler, Dinge auch physisch zu erleben. Denn die Einrichtung wird von Kindern besucht, bei denen der Förderschwerpunkt auf der geistigen oder körperlichen und motorischen Entwicklung liegt.

„Wir haben das Thema Schmetterlinge auch im Sachkundeunterricht aufgenommen“, sagt Wamser. Und dies in jeden Jahrgang, solange der Pavillon steht. Noch bis Ende August flattern die Insekten unter den Netzen umher. „Wir wollen sie dann in die Freiheit entlassen“, erläutert die Schmetterlings-Ziehmutter. (Yvonne Fitzenberger)

Der Schwalbenschwanz lässt sich den Saft einer Orange schmecken. Er ist erst am Morgen aus seinem Kokon geschlüpft.

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