Grüne besichtigen Neubau der nur regenerative Energie nutzt

Besser als ein Passivhaus

+
Nicht nur das Dach mit den Sonnenkollektoren trägt zur Energiegewinnung bei.

Heusenstamm - Ein Beispiel, wie Energie optimal genutzt und eingespart werden kann, nahmen Mitglieder der Bündnisgrünen aus Rodgau und Heusenstamm in Augenschein. Ein neues Eigenheim an der Straße Am Apfelbaum ist von der Firma Petz & Dreger als Sonnenenergiehaus ausgestattet worden. 

Kommunalpolitiker aus der Nachbarstadt knüpften bei einer Messe Kontakte zu dem Unternehmen, berichtete Werner Kremeier vom Grünen-Vorstand. Jörg Dreger vermittelte den Besuch der Immobilie im Neubaugebiet südlich der Hohebergstraße. Das Gebäude für eine dreiköpfige Familie entstand im Sommer 2012 in Holzständerbauweise und wird komplett durch regenerative Energien versorgt. Bei einem sogenannten Passivhaus, verglich Dreger, klappe das nur zu rund 80 Prozent. Die Photovoltaikanlage auf dem Reiterdach erzeuge zudem einen Überschuss, der ins Stromnetz eingespeist werde – 6400 Kilowattstunden pro Jahr.

Sie bescheren dem Hausherrn ein Zubrot. Damit entspreche das Haus schon jetzt den Anforderungen der EU-Gebäuderichtlinie, erfuhren die fast 20 Gäste weiter. „Von 2021 an müssen alle Neubauten in der Europäischen Union nahezu auf dem Niveau von Null-Energie-Häusern errichtet werden“, informierte der Experte. Das Heusenstammer Beispiel sei eine Kombination aus Photovoltaik, Solarthermie, Elektroheizstab und Kaminofen. Die Installationen liefern Elektrizität für Haushalt, Heizung und Trinkwassererwärmung.

Sonnenschein für das Haus: Jetzt wird die Einrichtung gelb

Die Kollektoren über den Ziegeln können maximal 10,08 Kilowatt liefern, hieß es weiter. Die Heizung und die Warmwasserbereitung werden zusätzlich von einer Solarthermie-Anlage von 15 Quadratmeter Ausdehnung bedient. Der Kamin verbrenne etwa drei Kubikmeter Scheitholz im Jahr, informierte der Vertreter der Fachfirma. Bei länger anhaltender Kälte springt ein sechs Kilowatt starker Elektroheizstab als Zusatz- und Notenergielieferant an. Zum Gesamtkonzept, lernten die Besucher, gehöre eine zentrale Be- und Entlüftung, aus der Wärme zurückgewonnen wird. Das System sauge verbrauchte Luft aus den Räumen ab. Über einen Wärmetauscher erwärmt die Abluft die von draußen angezogene Frischluft, erläuterte Dreger. Im Sommer werde die Luft abgekühlt, „das ist besser als mit offenen Fenstern zu lüften“. (M.)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare