Grüne verdoppeln ihr Ergebnis

Nach dem ersten Trend in Heusenstamm verliert die SPD, die CDU kann Stimmen gut machen

Auszählen im Saal für Vereine: Die Stimmzettel aus zwei der fünf Briefwahlbezirke wurden gestern Abend dort sortiert und gewertet.
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Auszählen im Saal für Vereine: Die Stimmzettel aus zwei der fünf Briefwahlbezirke wurden gestern Abend dort sortiert und gewertet.

Die Grünen sind nach dem ersten Trend der Kommunalwahl die eindeutigen Gewinner dieses Urnengangs. Aber auch die CDU hat nach diesen Ergebnissen zugelegt, während die SPD ebenso Stimmen verloren hat wie die Freien Wähler Heusenstamm (FWH).

Heusenstamm –  Gegen 22.15 Uhr gestern Abend waren die letzten Listenstimmen der Schlossstädter ausgezählt. Erfreulich: Die Wahlbeteiligung lag mit 58,5 Prozent um rund sieben Prozent höher als vor fünf Jahren. Insgesamt 14 535 Heusenstammer waren wahlberechtigt.

Ausgezählt wurden gestern nur jene Stimmzettel, auf denen eine der sieben Listen angekreuzt war. Noch nicht gezählt sind die Voten jener Wähler, die ihre 37 Stimmen einzeln verteilt haben oder Kandidatinnen und Kandidaten von den Listen gestrichen, also kumuliert und panaschiert haben. Das Trendergebnis von gestern kann sich also noch ändern, wenn von heute an die weiteren Stimmzettel im Rathaus ausgezählt werden.

Mit rund 15 Prozent der Listenstimmen konnte Bündnis 90/Die Grünen das Ergebnis aus dem Jahr 2016 annähernd verdoppeln. Damals hatten die Grünen 7,7 Prozent der Stimmen erhalten. Entsprechend fröhlich ging es zu beim Online-Treffen der Grünen gestern Abend. Wenn sich dieser Trend weiter bestätigen würde, erhielten die Grünen sechs Sitze im neuen Stadtparlament statt bisher drei.

„Wenn es sechs Sitze werden, bin ich glücklich“

„Damit wäre ich zufrieden“, sagt Grünen-Spitzenkandidat Heiner Wilke-Zimmermann. Bei der Wahl vor fünf Jahren habe die SPD vom Sieg von Halil Öztas bei der Bürgermeister-Wahl profitiert, die Grünen hätten damals Stimmen an die SPD abgegeben. Diese seien nun wieder an die Grünen gegangen, der „Öztas-Effekt“ wieder weggefallen. Dennoch bleibt Wilke-Zimmermann verhalten: „Wenn wir am Ende nur vier Sitze haben, bin ich enttäuscht, wenn es fünf sind, zufrieden, und wenn es sechs Sitze werden, bin ich glücklich.“

„Vorsichtig optimistisch“ äußert sich Heide Schwab, Spitzenkandidatin der CDU. Mit 37,7 Prozent der Stimmen liegen die Christdemokraten derzeit um 2,5 Prozent über ihrem Ergebnis von 2016. Sie erhielten 14 statt bisher zwölf Sitze im Stadtparlament mit insgesamt 37 Sitzen. „Wir dürfen ganz zufrieden sein mit diesem ungewöhnlichen Wahl, wir haben uns engagiert und Inhalte transportiert.“

Etwa zwei Drittel der Stimmzettel seien ja noch gar nicht ausgezählt, betont Bürgermeister Halil Öztas, der an der Spitze der SPD-Liste steht. Aber der Trend sei schon eindeutig. Nach dem bisherigen Listenstimmen-Ergebnis verliert die SPD 7,7 Prozent ihrer Stimmen und kommt nur noch auf 25,8 Prozent. Man müsse nun erst einmal abwarten, wie das Ergebnis nach Auszählen der weiteren Stimmzettel aussehe. Derzeit erhielte die SPD nur noch neun statt zwölf Sitze im Stadtparlament.

Öztas hätte sich ein besseres Ergebnis gewünscht

Würde man die Parteien in Lager aufteilen, könne man sagen, meint Öztas weiter, dass SPD-Stimmen an Volt und an die Grünen gegangen seien. Freilich sei er ein wenig enttäuscht: „Ich hätte mir ein besseres Ergebnis gewünscht.“

„Super“ freuen sich die Kandidaten der paneuropäischen Voltpartei, sagt Spitzenkandidat Marc Waese. Mit 3,6 Prozent erhielten sie einen Sitz.

Zurückhaltend bleibt Sandra Horn von den Freien Wählern. Deren Ergebnis wäre im Moment mit 4,5 Prozent halbiert im Vergleich zu 2016. Horn will erst das Gesamtergebnis abwarten.

Auch Uwe Klein von der FDP hält es noch für zu früh für eine Bewertung des Trends. Mit einem leichten Verlust von 6,6 auf 5,9 Prozent würden die Liberalen ihre zwei Sitze behalten.

Die AfD legt um 0,4 Prozent zu und bleibt mit 7,6 Prozent bei drei Sitzen. Spitzenkandidat Carsten Härle war gestern nicht zu erreichen. (Claudia Bechthold)

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