Auf Weg zur zweiten Mitte

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Der Entwurf des Landschaftsarchitekten Hans-Werner Kuhli für die Gestaltung der Flächen zwischen „altem“ Zentrum (im unteren Drittel) und neuer Bebauung an der Alten Linde. Rechts verläuft schräg die Isenburger Straße.

Heusenstamm - Es soll die zweite Mitte der Stadt werden. Davon träumt nicht nur Bürgermeister Peter Jakoby. Davon träumen auch die Geschäftsleute und so mancher Anwohner im und am Einkaufszentrum Alte Linde. Von Claudia Bechthold

Nachdem nun der ehemalige Fußballplatz von einem Investor mit Ein- und Mehrfamilienhäusern bebaut wird, hat der Magistrat einen Landschaftsarchitekten um einen Entwurf für die Grüngestaltung gebeten.

Hans-Werner Kuhli sei schon bewährt, berichtete der Bürgermeister zu Beginn einer gemeinsamen Sitzungen der Parlamentsausschüsse für Bauen, Umwelt und Verkehr sowie für Jugend, Soziales, Sport, Kultur und Freizeit. Denn Kuhli hat bereits die Gestaltung des Bahnhofsplatzes sowie die des Dorfplatzes in Rembrücken zu verantworten. „Beides Plätze, die von den Bürgern angenommen werden“, betonte Jakoby, und genau dies wolle man ja auch an der Alten Linde erreichen.

Mit dem Charme der 70er Jahre

Unter den Zuschauern, denen üblicherweise jede Kommentierung während einer Ausschuss- oder Stadtverordnetensitzung untersagt ist, saßen viele Anlieger des Einkaufszentrums Alte Linde, das - mit dem Charme der 70er Jahre - um seine Existenz bangt. Ausnahmsweise räumten die Mitglieder beider Ausschüsse einstimmig auch den Zuschauern ein Rederecht ein.

Mehr als „nur“ eine Grünverbindung gelte es zu schaffen, erläuterte Landschaftsarchitekt Kuhli zur Präsentation seines Entwurfs. Wichtig sei, das bestehende Zentrum mit dem neuen Quartier zu verbinden. Dabei habe er an einigen Stellen auch private Flächen in die öffentlichen eingebunden.

Vorne an der Isenburger Straße, an der Schnittstelle zwischen bestehender und neuer Bebauung möchte der Planer - als Erinnerung - einen große Linde pflanzen. Daran anschließend könnte eine Art Boulevard entstehen, längst nicht in den Ausmaßen, die Vorbild-Boulevards in den großen Städten haben, aber im Charakter. Eine Pflasterung, die sich von anderen abhebt, könnte vor allem dieses Gelände zwischen „Alt“ und „Neu“ deutlich abgrenzen. Teile dieser Flächen müssten allerdings mit Zuliefer-Fahrzeugen und Mülllastern sowie parkenden Autos geteilt werden.

Ein großer Supermarkt als Vollversorger

In den Neubau soll bekanntermaßen ein so genannter Vollversorger, also ein großer Supermarkt einziehen. Daran solle sich auch eine Cafeteria anschließen, die im Sommer auch Außenfläche nutzen könnte. Wassersprudler im Boden und eine Rasenfläche könnten die Qualität dieser Flächen weiter erhöhen.

Mit Beginn der Wohnbebauung werde der Weg in das Quartier schlängelnd, geschwungen. Spielflächen an den Seiten könnten zum Aufenthalt einladen. Der bestehende Platz im Zentrum könne aufgewertet werden, etwa mit zusätzlichen Pflanzkübeln und neuen Sitzbänken.

Unterm Strich, berichtete Bürgermeister Jakoby, werde die Gestaltung über zwei Jahre insgesamt etwa 1,6 Millionen Euro kosten. Während sich alle Anwesenden positiv zu den Vorschlägen äußerten, meldeten Freie Wähler, Grüne und FDP Bedenken wegen der Kosten an. Am Ende erbat sich der Verwaltungschef die Erlaubnis der beiden Ausschüsse, auf Basis dieses Entwurfs weiterarbeiten zu können. Mit der Einschränkung, die Kosten zu senken, erhielt er diese dann auch einstimmig.

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