Auf gutem Weg bei U3-Kindern

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Sie fühlen sich offensichtlich wohl in den Räumen des Kinderhauses Wiesenborn: Kinder der U3-Gruppe.

Heusenstamm - Es ist unruhig in dem hellen Raum, aber nicht laut. „Gleich klingelt’s wieder“, sagt eine Erzieherin mit sanfter Stimme. Von Claudia Bechthold

Das kleine Mädchen, das neben ihr auf dem Boden sitzt, drückt immer wieder auf die Stange des Brummkreisels direkt vor ihr. Und tatsächlich, kurz darauf erklingt eine Glocke aus dem Hohlkörper des Kreisels. Die Kinder der beiden U3-Gruppen in der städtischen Kita Wiesenborn spielen gemeinsam, allein oder mit einer der Erzieherinnen. Streit gibt es dabei nicht. Zumindest nicht in der kurzen Zeit, in der die kleine Besuchergruppe sich dort aufhält.

„Die Arbeit mit Kindern unter drei Jahren muss man wollen“, sagt Gerit Witzel, Leiterin des Kinderhauses in direkter Nachbarschaft zum Schloss. Allein das ständige Hocken, um stets mit den Kindern auf Augenhöhe zu sein, strenge auf die Dauer an. Aber auch das Windeln wechseln, die Art der Ansprache fast ausschließlich mit Kleinkindern und das dauernde Beobachten der Kinder sei keine leichte tägliche Arbeit. Dazu komme, dass mögliche Entwicklungverzögerungen erkannt und besondere Förderung einzelner Kinder geleistet werden müssten. Doch nicht nur für Kleinkinder werde es zunehmend schwieriger, Erzieherinnen zu finden. Man könne durchaus schon von einem Notstand sprechen. Es gebe kaum Bewerbungen, berichtet Gerit Witzel.

81 Plätze können Eltern mit Kleinkindern derzeit nutzen

Zwei Gruppen mit je zwölf Kindern zwischen einem und drei Jahren gibt es im Kinderhaus Wiesenborn.

Das Ziel habe man noch nicht erreicht, sei aber auf einem guten Weg, verkündet Bürgermeister Peter Jakoby zum Thema Betreuung für Kinder unter drei Jahren. Bis Mitte des Jahres 2013 müssen alle Kommunen, so hat es die Bundesregierung beschlossen, einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder zwischen den vollendeten ersten und dritten Lebensjahr erfüllen können. Der Anspruch gilt als erfüllt, wenn mindestens 35 Prozent dieser Kinder ein solcher Platz zur Verfügung gestellt werden kann. In der Schlossstadt sei man jetzt bei 32 Prozent.

Genau 81 Plätze können Eltern mit Kleinkindern derzeit nutzen. 18 Plätze werden von Tagesmüttern angeboten. Die restlichen Plätze bieten der Verein Schlosszwerge, die drei städtischen Kindertagesstätten sowie die Kita Arche Noah der katholischen Gemeinde Maria Himmelskron. Weitere 24 Plätze sollen bis 2012 an einer bestehenden Einrichtung geschaffen werden. „Wir sind da bereits in Verhandlungen“, sagt Jakoby.

Vor allem die Nachfrage nach Ganztagesplätzen steige, berichtet Kirsten Tomerius, zuständige Fachdienstleiterin bei der Stadtverwaltung. Und der Bedarf werde weiter steigen, wenn es tatsächlich gelinge, die gewünschten jungen Familien in den neuen Baugebieten anzusiedeln, fügt Jakoby an.

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