Heimat und Geschichtsverein widmet sich der Vertreibung

Über Menschen auf der Flucht

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Insgesamt zwölf Vorträge halten Aktive des Heimat- und Geschichtsvereins in diesem Jahr.

Heusenstamm - Wenn am kommenden Sonntag die Dauerausstellung im Haus der Stadtgeschichte nach der Weihnachtspause wieder öffnet, startet damit auch das umfangreiche Jahresprogramm des Heimat- und Geschichtsvereins. Von Claudia Bechthold 

Zwölf Vorträge, drei zusätzliche Ausstellungen und ein Erzählcafé sind unter anderem geplant. Das sind jede Menge Veranstaltungen, meint Dr. Roland Krebs, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV). Und ein wenig stolz ist er darauf auch, denn die aktiven Mitglieder des Vereins zeigten damit, dass sie attraktive Veranstaltungen auf die Beine stellen könnten. Freilich verbindet Roland Krebs damit auch die Hoffnung, dass sich jüngere Heusenstammer animiert fühlen, selbst im HGV aktiv zu werden. Denn Nachwuchs wird dringend gesucht.

Zum Jahresthema macht der Verein 2016 „Flucht und Vertreibung“. Zumal die Vertreibung vieler Menschen aus den Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg durchaus zur Entwicklung Heusenstamm beigetragen hat. Aus Schlesien, Ostpreußen und dem Sudetenland kamen die Flüchtlinge 1946 in die Schlossstadt, die damals 3000 Einwohner hatte. 1500 Menschen kamen als Vertriebene. Ganze Stadtteile wurden neu errichtet. „Vielleicht finden wir einige Zeitzeugen, die bereit sind, uns von damals zu erzählen“, hofft der Vorsitzende. Das gelte für Vertriebenen ebenso wie für Heusenstammer, die „Einquartierungen“ erfuhren.

Mit Flucht und Vertreibung soll sich aber nicht nur das Erzählcafé am 19. April im Haus der Stadtgeschichte befassen. Gemeinsam mit dem Verein wird es ein Projekt mit Geschichtslehrer Michael Kern und Schülern des Adolf-Reichwein-Gymnasiums geben, mit dem dieses Thema bearbeitet werden soll. Flüchtlinge, die jetzt in Heusenstamm leben, will der Verein am Internationalen Museumstag ins Haus der Stadtgeschichte einladen.

Und auch der Heimatlose Gedichtsverein im HGV nimmt sich des Themas an mit einer Lesung am 28. April „Fliehen und Flüchten“. Diese Gruppe lyrisch Interessierter veranstaltet weitere Lesungen mit Gedichten für Kinder, Lyrik des vor 400 Jahren verstorbenen William Shakespeare und eine literarisch-historische Führung durch die Stadtgeschichte.

Fortgesetzt wird die Vortragsreihe über Sebastian von Heusenstamm. Am Donnerstag, 21. Januar, um 19 Uhr spricht Dr. Roland Krebs über „Sebastians Welt“. Im Haus der Stadtgeschichte, Eckgasse 5, schlägt er den kulturhistorischen Bilderbogen jener Zeit auf, in der Sebastian von Heusenstamm gelebt hat. Karten à fünf Euro gibt es bei “Das Buch“.

Zum festen Programm des HGV zählen die Themenführungen vopn Aktiven durch das Museum. Dies beginnt am Sonntag, 7. Februar, um 15.30 Uhr mit dem Dorfmodell von 1843, über das Hans Scheuern spricht. Das Museum ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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„Zweiter Blick auf Heusenstamm“ nennt Sabine Richter-Rauch ihre Fotoausstellung, die der HGV im November zeigt. Im September schon wird eine Schau über Krieg und Freiheit zu sehen sein. Und im Dezember schließlich will Margret Krebs „Boten der Weihnachtszeit“ zeigen.

Heiter musikalisch soll es werden am 3. Juli, wenn die Gruppe „Wir 4“ eine Radio- Sendung des „Frankfurter Wecker“, die aus Heusenstamm kam, nachspielt. „Das war damals zur 750-Jahr-Feier“, erinnert sich Roland Krebs. So wolle Franz Kaiser versuchen, die Musikstücke zu erfahren, die währen der Sendung des Hessischen Rundfunks gespielt wurden.

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