Heißer Tipp für Fans guter Musik

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Junge Langener organisieren Benefizgala, um sich ihr Auslandsjahr zu finanzieren. Marius Wagner und Kumpel Ben Gutberlet zieht es für ein Auslandsjahr nach Kolumbien beziehungsweise Südafrika. Um die Reisekasse zu füllen, zeigen beide am Samstag musikalisch Flagge. Sie gestalten eine Gala mit etlichen Freunden, die’s erwiesenermaßen musikalisch drauf haben. Los geht’s bereits um 18 Uhr – auf Wunsch auch mit (dann auf den Punkt) gebackener Banane.

Langen - Die Banane ist schwarz. Angebrannt. Doch ein großzügiger Spritzer Honig hilft, und das Ganze ist relativ genießbar. Von Manuel Schubert 

Bis zum kommenden Samstag wird Marius Wagner noch ein paar Mal in der großen Küche seines Elternhauses üben müssen, denn dann sollte ihm die gebratene Banane gelingen. „Eigentlich schmeckt das saugeil“, erklärt Wagner seinem Kumpel Ben Gutberlet. Der nickt anerkennend. Der 9. August dürfte auch ein gelungener Abend werden – angebrannte Banane hin oder her.

Während ihre Freunde das gerade bestandene Abitur feiern, stecken Wagner und Gutberlet bis zum Hals in den Vorbereitungen für eine Benefizgala, die am Samstag um 18 Uhr im Pfarrsaal der Albertus-Magnus-Kirche beginnt. Wenn aus der gebratenen Banane nichts wird, ist das verschmerzbar, soll doch das landestypische Essen nur ein Randaspekt sein. Im Vordergrund steht die Musik. Und das liebe Geld. Das müssen die beiden 18-Jährigen auftreiben und an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zahlen, da sie mit dem vom BMZ organisierten „Weltwärts“-Programm nach Kolumbien beziehungsweise Südafrika reisen werden. Im Gegenzug kommt das BMZ für Versicherung, Flüge sowie Vor- und Nachbereitungsseminare auf. Hinzu kommt ein monatliches Taschengeld. Unterkünfte und Verpflegung stellen die Institutionen vor Ort.

Gutberlet muss 2 800, Wagner 2 500 Euro sammeln. Für einen Benefizabend ein ambitioniertes Ziel. Doch außer diesen Beträgen fallen keine weiteren Kosten an, da wie erwähnt ansonsten alles abgedeckt ist. Die Beträge sind unterschiedlich hoch, da die Lebensunterhaltungskosten in den jeweiligen Ländern ebenfalls unterschiedlich sind.

Am 24. August schon wird Gutberlets Flieger nach Südafrika gehen. Zwölf Monate lang wird er in einem Township-Kindergarten nahe Kapstadt arbeiten. „Weg von Zuhause, weg von allem. Das ist natürlich spannend“, sagt Gutberlet. Seit der Mittelstufe habe er schon gehofft, für ein Jahr ins Ausland gehen können, doch ein klassischer Schüleraustausch sei ihm zu teuer gewesen. An Südafrika finde er den „krassen Unterschied zwischen arm und reich“ spannend, dazu die Entwicklung zu einem demokratischen Staat nach der Apartheid. Doch vor allem wolle er einfach seinen afrikanischen Kollegen helfen. „Wir sind jung und motiviert, wir haben bestimmt einiges zu geben.“

Wagner wird erst am 3. März 2015 mit „Weltwärts“ aufbrechen; er schiebt zuvor noch ein Praktikum ein. Außer, dass seine künftige Heimat Kolumbien heißen wird, weiß er noch wenig über sein Auslandsjahr (das streng genommen nur aus elf Monaten besteht). Doch in ein Spanisch-sprachiges Land wollte der 18-Jährige unbedingt. „Die Kolumbianer sprechen einfach das schönste Spanisch“, findet er. Wagner war bereits fleißig: Schon im März begann er, damals noch parallel zu den Abiturprüfungen, an einer Sprachschule Spanisch zu büffeln. „Die Sichtweise auf Menschen, denen es nicht so gut geht“ interessiere ihn, sagt Wagner. „Wir haben hier fließend Wasser, Schulen und ein Dach über dem Kopf“, zählt er auf. „Das ist alles so selbstverständlich für uns.“ Er hofft ebenfalls, den Leuten vor Ort etwas „Engagement, Energie und guten Willen“ mitgeben zu können.

Vor der hohen Kriminalität in den beiden Ländern haben beide keine Angst, aber eine angemessene Portion Respekt. Gutberlet sagt, er werde „auf keinen Fall“ allein durch die Townships laufen. Zusammen mit einigen anderen „Weltwärts“-Freiwilligen hat er bereits entschieden, sich ein Auto zu mieten. Wagner wird voraussichtlich in einer Gastfamilie untergebracht werden und ist optimistisch, dass die schon auf ihn achten wird. „Vielleicht muss ich dann jeden Abend um acht zuhause sein“, scherzt Wagner. „So wie damals, als ich zwölf war.“

Wer die Samstags-Gala verpasst, bzw. die „Weltwärts“-Gänger mit einem finanziellen Obolus unterstützen will, kann auf die folgenden Konten bei der Sparkasse Langen-Seligenstadt, Bankleitzahl 50652421, überweisen: Marius Wagner, Konto-Nr.: 0126328657; Ben Gutberlet, Konto-Nr.: 0129303053.

Für die Gala am Samstag haben sich die beiden eine Menge Freunde mit ins Boot geholt. Nicht nur Wagner und Gutberlet (beide Gitarre/Gesang) treten auf, sondern auch die Dreieicher Sängerin Leonie Jakobi, der Egelsbacher Stefan Seib-Melk, der Pianist Timo Kurth und einige weitere. Für das Finale kündigt Wagner einen „großen Auftritt der gesamten Freundes-Clique“ an. Neben Infos zu „Weltwärts“, Kolumbien und Südafrika stehen auf dem Programm bekannte Lieder wie Tom Jones’ „Sex Bomb“, Coldplays „Viva La Vida“ oder – passend zum Abend – „I need a dollar“ von Aloe Blacc.

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