Steffen Ball gewinnt Bürgermeisterwahl gegen Halil Öztas mit fast 60 Prozent

„Herzensaufgabe gefunden“

Auf Feuerwehrkamerad Horst Rebell (links), der als Wahlhelfer tätig war, stießen Herausforderer Steffen Ball und seine Frau Madeleine bei der Stimmabgabe in der Adalbert-Stifter-Schule.
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Auf Feuerwehrkamerad Horst Rebell (links), der als Wahlhelfer tätig war, stießen Herausforderer Steffen Ball und seine Frau Madeleine bei der Stimmabgabe in der Adalbert-Stifter-Schule.

Mit einer langen Umarmung im Schlossgarten begann am Sonntagabend für den CDU-Bürgermeisterkandidaten Steffen Ball nach der Wahl der Weg ins Rathaus.

Heusenstamm – Seine Mutter Elisabeth Ball, langjährige ehrenamtliche Stadträtin und jetzt Stadtverordnete der Christdemokraten, war die erste Gratulantin. Mit 59,53 Prozent der Stimmen hat Steffen Ball die Wahl gegen Amtsinhaber Halil Öztas von der SPD gewonnen. Der Bürgermeister erhielt 40,47 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,90 Prozent.

„Ich gratuliere Steffen Ball herzlich zu diesem überragenden Ergebnis, das eindeutig ist“, sagte Halil Öztas während einer kurzen Pressekonferenz. So sei es eben in einer Demokratie, als hauptamtlicher Politiker habe man immer einen Zeitvertrag. Und seiner laufe nun mit dem 31. Dezember aus: „Ich akzeptiere diese Wahl und wünsche, dass die Stadt vorangebracht wird.“

Dank für „für diese unglaubliche Unterstützung“

„Wir alle in unserem Team sind beeindruckt von diesem Wahlergebnis“, betonte Steffen Ball und dankte zugleich den Wählerinnen und Wählern, dem Team und seiner Familie „für diese unglaubliche Unterstützung“. Er spreche Halil Öztas seinen Respekt aus für die Arbeit, die dieser für alle und die Stadt geleistet habe. Ball weiter: „Ich habe eine Herzensaufgabe für mich gefunden und bin dankbar, dass die Wähler mir dieses Vertrauen ausgesprochen haben.“

Er denke, dieser Wahlausgang habe viel damit zu tun, wie die CDU sich inhaltlich und persönlich neu aufgestellt habe, fügte Steffen Ball hinzu. Was die Union bei der Kommunalwahl im März schon als Vertrauensvorschuss erhalten habe, sei nun vollendet.

Im Adolf-Reichwein-Gymnasium gab Bürgermeister Halil Öztas seine Stimme ab.

Nach den Gründen für dieses Ergebnis befragt, meinte Öztas, er denke, dass es eindeutig nicht an der Leistung gelegen habe, sondern an den Umständen: „Heusenstamm ist eben sehr konservativ aufgestellt.“ Zudem habe sicherlich das Ergebnis der Kommunalwahl ein wenig nachgewirkt. Wie berichtet, hatte die CDU im März 40,7 Prozent der Wählerstimmen erhalten, die SPD kam auf 25,4 Prozent. Außerdem, so Öztas weiter, habe auch die Wahlempfehlung der Grünen zugunsten von Ball ihre Wirkung gehabt. Persönlich nehme er dieses Ergebnis mit Respekt entgegen und danke allen, die in diesem Wahlkampf alles geben haben sowie den vielen Wählerinnen und Wählern. 40 Prozent seien ein ordentliches Ergebnis, er hätte aber gedacht, dass es knapper ausfallen könnte.

Der SPD-Vorsitzende Erik Schulze und der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Lang sahen Sonntagabend ähnliche Gründe für den Wahlausgang wie Halil Öztas. 40 Prozent seien für die SPD in Heusenstamm ein Ergebnis, so Rolf Lang, das sich sehen lassen könne. Man kenne die Probleme, die die Sozialdemokratie in der Schlossstadt haben. Aber man werde dies noch in aller Ruhe analysieren.

„Sehr glücklich und dankbar“ äußerte sich die CDU-Vorsitzende Heide Schwab gegenüber dem Herausforderer Steffen Ball, dass er den Wahlkampf zielorientiert geführt habe, sich selbst dabei stets treu geblieben sei und sich für die Zukunft der Stadt engagiert habe. Man habe sehr nach vorne gerichtet und auf die eigenen Stärken bezogen gearbeitet.

Sicher habe das Ergebnis auch etwas mit der Politik zu tun, fügte CDU-Fraktionschef Paul Sassen an. Alle Beteiligten im Wahlkampf hätten sich auf ihr jeweiliges Programm bezogen, den Bürgerinnen und Bürgern gesagt, wohin sie wollen mit ihren Zielen und wo die Kandidaten stehen: „Das ist eine Direktwahl und die Menschen entscheiden, denke ich, sehr nach der Person.“

„Ich will Brückenbauer sein über Parteigrenzen hinweg“

Zu der Frage, ob der in den Internet-Medien zum Teil unschön geführte Wahlkampf etwas mit diesem Ergebnis zu tun habe, räumte Öztas ein, die Stimmung dort sei zum Teil von Menschen vergiftet worden, die nicht in Heusenstamm wohnen oder mit gefälschten Konten arbeiteten. Er selbst habe auf solche Einträge nicht reagiert und die Mitglieder seiner Partei gebeten, auf die vergiftete Stimmung nicht einzugehen. „Das war wirklich unschön, repräsentiert Heusenstamm aber in keinster Weise.“

„Ich denke, wir müssen uns alle an die eigene Nase fassen und überlegen, ob man immer alles richtig gemacht hat“, regte Ball dazu an: „Wir dürfen nicht mehr zulassen, dass mit Anschuldigungen und Falschbehauptungen versucht wird, Politik zu machen.“ Seine Hoffnung, dass man sich über die Internet-Medien politisch austauschen könne, sei enttäuscht worden. Und es müsse die Meinung aller Beteiligten sein, dass man so etwas künftig unterbinde. „Ich will Brückenbauer sein über Parteigrenzen hinweg“, betonte der künftige Bürgermeister Heusenstamms.

Und Erik Schulze bestätigte, im Straßenwahlkampf habe man ja gesehen, dass es kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander gegeben habe.

Anschließend zogen sich die beiden Kontrahenten zu den Wahlpartys zurück, um den Rest des Abends mit ihren Unterstützern und Familien zu verbringen. (Claudia Bechthold)

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